Demenz nach Schlaganfall - Betreuung [Gelöst]

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Hallo.
Ich mache mir momentan etwas Sorgen um eine Freundin bzw. deren Oma. Die Oma hatte vor 2 Jahren einen Schlaganfall und die Demenz scheint sie seitdem sehr einzuholen. Die Familie ist jetzt am überlegen, ob sie einen gesetzlichen Betreuer beantragt oder nicht. Ich wollte mich selbst mal darüber informieren, weil ich bis dato noch gar nichts davon gehört habe. Kennt sich denn hier jemand zufällig damit aus? Ich habe versucht, Informationen aus dem Internet zu ziehen, aber mir fliegen immer nur diese anwaltlichen Texte entgegen, die jetzt für einen Laien nicht unbedingt so extrem viel aussagen. Man kann zwar ein bisschen was rauslesen, aber nicht die kleinen Details. Ich würde mich freuen, wenn mir das jemand genauer erklären oder mir ein paar Tipps geben könnte, wo ich mehr und detailliertere Infos herbekomme.
Danke schön schon mal!
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Überprüft von Silke Grasreiner am 21. August 2018
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Guten Abend,

Bei der sogenannten gesetzlichen Betreuung handelt es sich um eine Möglichkeit, Menschen, die die aufgrund von Krankheit oder Behinderung Ihre offiziellen und gesundheitlichen Belange nicht selbst regeln können, durch einen Betreuer gesetzlich vertreten zu lassen. In Deutschland sind derzeit etwa 1,3 Millionen Menschen gesetzlich betreut.

Durch die gesetzliche Betreuung wird sichergestellt, dass ein Mensch mit geistigen Einschränkungen durch den Betreuer offizielle Angelegenheiten regeln kann und wichtige Entscheidungen - zum Beispiel über eine notwendige medizinische Behandlung - verantwortungsvoll getroffen werden können. Welche Belange der gesetzliche Betreuer für den Betreuten regelt, ist individuell verschieden und kann von Fall zu Fall je nach den Bedürfnissen des Erkrankten festgelegt werden. So ist es zum Beispiel möglich, dass ein Betreuer alle Bereiche regelt, es kann aber auch sein, dass ein Betreuer nur für finanzielle Dinge oder gesundheitliche Belange verantwortlich ist.

Zuständig für die Anordnung einer Betreuung ist das Betreuungsgericht (ein Teil des Amtsgerichts). Entweder kann der Betroffene dort selbst einen Antrag auf Betreuung stellen oder Dritte können die Einrichtung einer Betreuung anregen. Für einen Menschen mit körperlicher Behinderung darf eine Betreuung, solange er seinen eigenen Willen noch bekunden kann, nur auf dessen eigenen Antrag gestellt werden.
Bei der Auswahl des Betreuers muss das Gericht die Wünsche des Betroffenen berücksichtigen. Betreuer können Angehörige, Mitarbeiter der Betreuungsbehörden, ehrenamtliche Mitglieder eines Betreuungsvereins oder Rechtsanwälte sein.


Alles Gute wünscht

T. Blattmann
Dr. Theresia Blattmann

Medizinische Koordinatorin CCM Gesundheit

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Danke
Vielen Dank, das bringt schon mal bisschen mehr Licht in die Sache.
Antwort von Noferia kommentieren
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Danke
Hier ein interessanter Leitfaden zum Thema Demenz.
Antwort von susa2016 kommentieren
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Danke
Die Betreuung sollte auf jeden Fall geregelt sein, solange der zu Betreuende dazu noch in der Lage ist. Betreuungsvollmacht, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kann man vielerorts im Netz herunterladen. Auch bieten die Sparkassen hierzu ein Buch, das alle Vollmachten enthält. Nur wenn ggf. ein Grundbesitz zu veräußern ist, sollte die Betreuungsvollmacht durch einen Notar ausgestellt werden. In allen anderen Fällen reicht die andere und zudem noch kostenlose Version. Und wenn man gar nichts unternimmt, bestellt das Gericht bei Bedarf einen gesetzlichen Betreuer. Hierbei bleiben dann allerdings Verwandte unberücksichtigt. Und der gesetzliche Betreuer arbeitet nicht umsonst, sondern hat Anspruch auf Entgelt zulasten der zu betreuenden Person.
Antwort von Andy kommentieren