Hilfe bei Selbstmordgedanken

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Suizid ist der weltweit häufigste Grund für einen nicht natürlichen Tod und gehört zu den zehn häufigsten Todesursachen. Menschen mit Suizidgedanken benötigen Hilfe, um gegen die quälenden Gedanken anzukommen.


Suizid: Was ist das?

Unter Suizid versteht man den Selbstmord, also die absichtliche Selbsttötung. Die Gründe für einen Suizid sind individuell verschieden, meist erfolgt ein Suizid aber aus Gefühlen der Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Sinnlosigkeit.

Selbstmordgedanken: Was tun?

Selbstmordgedanken sind von außen meist schwer erkennbar. Die Betroffenen verhalten sich in den meisten Fällen normal und leben ihren Alltag weiter. Selten sagen Betroffene ganz offen: "Ich habe Selbstmordgedanken". Die Äußerungen sind eher versteckt und subtil. Wenn Betroffene über Selbstmordpläne sprechen, ist dies immer ein Hilferuf, der absolut ernst zu nehmen ist.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet, Selbstmord zu begehen, sind Menschen mit Depressionen, Psychosen und einer Alkohol- oder Drogensucht. Auch ein einschneidendes Lebensereignis, zum Beispiel die Mitteilung über eine schwere Erkrankung oder der Tod eines nahestehenden Menschen, löst bei einigen Suizidgedanken aus. Bei jungen Menschen spielen Gründe wie Liebeskummer, Mobbing und Schulprobleme eine übergeordnete Rolle.

Hilfe bei Selbstmordgedanken

Menschen mit Selbstmordgedanken fällt es oft sehr schwer, aktiv Hilfe in Anspruch zu nehmen. Grund dafür ist meist Scham. Deshalb äußern viele Betroffene ihre Selbstmordgedanken in Internetforen, die Anonymität ermöglichen.


Liegt eine Depression vor, ist diese häufig mit einer starken Antriebsarmut verbunden. Der Weg, Hilfe zu suchen und anzunehmen, kann daher für depressive Personen besonders schwierig sein. Für Menschen mit Psychosen kann der Bezug zur Realität ebenfalls schwierig sein, was die Suche nach Hilfe bei Selbstmordgedanken erschweren kann. Angehörige und Freunde von psychisch erkrankten Personen sollten so gut wie möglich auf eventuelle depressive Tendenzen achten und bei Unsicherheiten gegebenenfalls den Kontakt zu einem Therapeuten suchen.

Selbstmordgedanken treten häufig dann auf, wenn die Betroffenen allein sind. Anlaufstellen mit einem niedrigschwelligen, gut erreichbaren Beratungsangebot sind zum Beispiel örtliche Krisendienste sowie die bundesweite Telefonseelsorge (kostenfreie Rufnummern: 0800-1110111 oder 0800-1110222).

Ein weiterer Schritt sollte in jedem Fall das zeitnahe Aufsuchen eines Psychotherapeuten oder Psychiaters sein. Termine für ein Erstgespräch sind im Normalfall bei Dringlichkeit kurzfristig zu erhalten. Fragen Sie Ihren Hausarzt nach geeigneten Ansprechpartnern.

Bei einem konkreten Suizidwunsch muss schnell gehandelt werden. Anlaufstelle ist in diesem Fall die nächstgelegene Psychiatrie, die rund um die Uhr in ihrer Notaufnahme suizidgefährdete Patienten betreut und gegebenenfalls stationär aufnimmt.

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 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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