Die Erdnussallergie

April 2018

Nahrungsmittelallergien haben in den letzten Jahren stark zugenommen. So betreffen Nahrungsmittelallergien heute etwa sieben bis acht Prozent der Kinder und etwa drei bis vier Prozent der Erwachsenen. Erdnüsse zählen dabei zu den Lebensmitteln, auf die besonders viele Menschen allergisch reagieren.


Warum gibt es so viele Nahrungsmittelallergien?

In den letzten dreißig Jahren haben sich unsere Essgewohnheiten stark verändert. So werden heutzutage viele neue Lebensmittel konsumiert. Während die Menschen früher nur saisonale Produkte aus der heimischen Region verzehren konnten, stehen jetzt unter anderem exotische Früchte auf unserem Speiseplan. Hinzu gekommen sind außerdem eine Vielzahl neuer Proteine und Geschmacksverstärker sowie neue Zubereitungs- und Konservierungsmethoden. Auch der steigende Konsum von Fastfood trägt zum Trend bei.

Die Erdnussallergie

Die Erdnussallergie gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien. Anzeichen für eine Erdnussallergie sind leichte allergische Symptome wie Schnupfen, Übelkeit (teilweise mit Erbrechen), Durchfälle oder Hautausschlag. Schwere Symptome wie Nesselsucht, ein Anschwellen der Schleimhäute in Mund und Rachen, Herzrasen oder allergisches Asthma können jedoch ebenso durch eine Erdnussallergie ausgelöst werden. Die Symptome können entweder einzeln oder gemeinsam auftreten. Im schlimmsten Fall können Erdnüsse zu einem lebensbedrohlichen allergischen (anaphylaktischen) Schock führen.

Deshalb sollten Sie, wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie oder Ihr Kind allergisch auf Erdnüsse reagieren, unbedingt einen Allergietest durchführen lassen. Der Nachweis einer Erdnuss-Allergie wird durch verschiedene Haut- und Blutuntersuchungen (zum Beispiel Pricktest, IgE-Bestimmung im Blut) gestellt.

Erdnussallergie: Was tun?

Erdnüsse sind in immer mehr Lebensmitteln enthalten, da sie als Geschmacksträger dienen, das Volumen vieler Lebensmittel vergrößern und die Konsistenz verbessern. Erdnuss-Allergiker müssen deshalb beim Kauf sehr genau auf die Packungsangaben und Inhaltsstoffe achten, da bereits kleine Mengen oder Spuren von Erdnüssen allergische Reaktionen auslösen können. Alle Lebensmittel, die Erdnüsse enthalten, sind dabei unbedingt zu meiden.


Denken Sie daran, dass Erdnüsse in vielen Fertigprodukten und Süßwaren verarbeitet werden. Vermeiden Sie Produkte, die pflanzliches Öl – ohne genauere Angabe, ob es sich dabei um Olivenöl, Erdnussöl oder Sonnenblumenöl handelt – enthalten. Fragen Sie auch in Restaurants nach den Zutaten.

Normalerweise können Menschen mit einer Erdnussallergie andere Nüsse essen, aber keine Nussmischungen, bei denen Erdnüsse in derselben Tüte enthalten sind. In Einzelfällen sind Kreuzreaktionen zwischen Erdnüssen (Hülsenfrüchten) und Nusssorten möglich.

Denken Sie daran, dass auch zahlreiche Kosmetika und Medikamente Spuren von Erdnüssen enthalten.

Verschwindet die Allergie in der Pubertät?

Die Erdnussallergie bleibt meistens bis zum Erwachsenenalter bestehen. Bei etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder verschwindet die Erdnussallergie allerdings in der Pubertät. Im Erwachsenenalter kann die Erdnussallergie als Kreuzreaktion zu einer Gräserpollen-Allergie auftreten.

Behandlung und Vorsichtsmaßnahmen

Die Behandlung der Erdnussallergie besteht darin, Erdnüsse komplett zu meiden. Sie sollten den Allergietest regelmäßig wiederholen, auch um das Auftreten von Kreuzallergien zu erkennen. Fragen Sie Ihren Arzt außerdem, ob es sinnvoll ist, ein Notfallset mit Medikamenten mitzuführen, falls allergische Reaktionen auftreten. Personen, die unter einer Erdnussallergie leiden, sollten zudem einen Allergiepass bei sich tragen, in dem die Allergie verzeichnet ist.


Foto: © Mr. Smith Chetanachan – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 17. Oktober 2017 um 17:26 von Dr. Blattmann.
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