Die Blutsenkungsgeschwindigkeit

Stellen Sie Ihre Frage
Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist eine Blutanalyse, die Hinweise auf verschiedene Erkrankungen liefern kann. Sie deutet vor allem auf Entzündungsprozesse im Körper hin.


Was ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit?

Wird eine Blutprobe einige Zeit stehengelassen, setzen sich die roten Blutkörperchen ab. Bei Entzündungsprozessen im Körper senken sich die roten Blutkörperchen schneller ab, die Blutsenkungsgeschwindigkeit ist somit erhöht.


Die Messung der Blutsenkungsgeschwindigkeit ist relativ einfach. Der Arzt entnimmt dafür eine Blutprobe in einem standardisierten Röhrchen und lässt diese für insgesamt zwei Stunden stehen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit wird nach der ersten und nach der zweiten Stunde gemessen und die Werte werden notiert. So bedeutet zum Beispiel der Befund BSG 20/40, dass die Blutsenkungsgeschwindigkeit nach einer Stunde 20 mm und nach zwei Stunden 40 mm betragen hat.


Da die Blutsenkungsgeschwindigkeit auf verschiedene Erkrankungen hindeuten kann, sollte eine erhöhte BSG nicht einfach abgetan (und zum Beispiel auf Stress geschoben werden), sondern umfassend abgeklärt werden.

Normwerte

Die folgende Aufzählung stellt die Normalwerte für die Blutsenkungsgeschwindigkeit eine Stunde nach Blutabnahme bei Männern und Frauen dar:


Männer unter 50 Jahren: bis 15 mm

Männer über 50 Jahre: bis 20 mm

Frauen unter 50 Jahren: bis 20 mm

Frauen über 50 Jahre: bis 30 mm

Wann kann die Blutsenkungsgeschwindigkeit erhöht sein?

Die Blutsenkungsgeschwindigkeit ist ein recht unspezifischer Test, der auf verschiedene entzündliche Prozesse im Körper hindeuten kann. Dazu gehören natürliche Entzündungen und Infektionskrankheiten. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit kann aber auch im Rahmen von Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder autoimmunbedingten Gefäßentzündungen (Vaskulitis) stark erhöht sein. Auch Krebserkrankungen und Erkrankungen des blutbildenden Systems können die Blutsenkungsgeschwindigkeit beeinflussen. Außerdem kann die Blutsenkungsgeschwindigkeit bei Blutarmut (Anämie) verändert sein, da in diesem Fall weniger rote Blutkörperchen vorliegen.

Foto: © Rostislav Zatonskiy – 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

CCM Gesundheit ist ein Informationsportal, das von einem Team aus Gesundheitsspezialisten und Redakteuren unter der Aufsicht von Frau Dr. med. Theresia Blattmann erstellt wird. Dr. Blattmann ist Medizinjournalistin und hat spezielles Fachwissen im Bereich Innere Medizin. Sie betreut die Inhalte von CCM Gesundheit.

Mehr ‌Informationen über das Team von CCM Gesundheit

Lesen Sie auch