Magersucht: Welche körperlichen Folgen sind möglich?

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Magersucht ist eine psychisch bedingte Essstörung. Vor allem junge Frauen sind von der Krankheit betroffen.


Was ist Magersucht?

Magersucht, in der Fachsprache als Anorexia nervosa bezeichnet, ist eine Essstörung, bei der sich die Betroffenen als zu dick wahrnehmen, obwohl sie bereits sehr schlank oder deutlich untergewichtig sind. Aus diesem Grund halten die Patienten eine strenge Diät ein, bei der sehr wenig Nahrung aufgenommen wird. Als Diagnosekriterium gilt bei Erwachsenen ein BMI unter 17,5.

Welche Folgen hat eine Magersucht?

Magersucht kann durch die andauernde Mangel- und Fehlernährung zu schweren körperlichen Schäden führen.

Hormonhaushalt

Um Hormone herzustellen, benötigt der Körper Fette. Bei Mangelernährung kommt es zu schwerwiegenden Veränderungen im Hormonhaushalt. Dies führt zu einer verminderten Konzentration von Geschlechtshormonen, Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe), Unfruchtbarkeit, Verlust der Libido, Ausbleiben des Brustwachstums und einer niedrigen Konzentration von Schilddrüsenhormonen mit daraus folgender Schwäche und Antriebslosigkeit.

Herz-Kreislauf-System

Magersucht führt durch die Entgleisungen im Elektrolythaushalt zu Störungen im Herz-Kreislauf-System. Diese äußern sich in verlangsamtem Herzschlag, niedrigem Blutdruck, Veränderungen bei der Erregung des Herzmuskels sowie Herzrhythmusstörungen.

Knochen

Magersucht führt zu Osteoporose und Knochenbrüchen.

Sonstige Organe

Magersucht führt darüber hinaus zu weiteren körperlichen Störungen wie Magenkrämpfen, Übelkeit, Verstopfung, Darmträgheit und/oder Nierenversagen.

Welche langfristigen Folgen kann eine Magersucht haben?

Magersucht ist eine ernstzunehmende Erkrankung, an der bis zu 15 Prozent der Betroffenen versterben - entweder durch Komplikationen wie Herzstillstand oder durch Selbstmord. Aber auch Patienten, die wieder gesund werden, leiden zum Teil lebenslang unter organischen Schäden, die die Erkrankung hinterlassen hat. Deshalb ist eine langfristig angelegte Therapie der Magersucht unerlässlich.


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 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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