Glutenfreie Ernährung bei Glutenintoleranz

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Bestimmt haben Sie in Ihrem Supermarkt oder in der Werbung auch schon die Bezeichnung glutenfrei gesehen. Was hat es damit auf sich? Wer sich glutenfrei ernähren sollte und wie, erfahren Sie hier.


Was ist eine Glutenintoleranz?

Die Glutenintoleranz, auch Zöliakie genannt, ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen Gluten auftritt. Gluten kommt als Klebereiweiß in vielen Getreidesorten vor.

Anzeichen für Glutenintoleranz

Etwa ein Prozent der Bevölkerung hat Glutenintoleranz, die zum Teil sehr unspezifische Symptome hervorrufen kann. Deshalb dauert es oft sehr lange, bis die Krankheit diagnostiziert wird. Bei Erwachsene sind Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Durchfälle, Blähungen und Erschöpfung Symptome für eine Glutenintoleranz. Bei Kindern können außerdem Erbrechen und Wachstumsstörungen auftreten.

Wenn Sie unter einer Glutenintoleranz leiden, sollten Sie sich glutenfrei ernähren. Beginnen Sie aber eine glutenfreie Diät nicht auf eigene Faust, sondern lassen Sie sich vorher von einem Arzt untersuchen. Außerdem ist es ratsam, einen Ernährungsberater zu konsultieren.

Behandlung von Glutenintoleranz durch glutenfreie Ernährung

Bei einer Glutenintoleranz ist die bislang einzige gesicherte Behandlungsmethode der Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel, und das meist das ganze Leben lang. Die Symptome der Erkrankung verschwinden in der Regel nach sechs Monaten glutenfreier Diät.


Es ist jedoch wichtig, dass der Dünndarm nicht einmal mit Spuren von Gluten in Kontakt kommt. Betroffene sollten genau auf die Etiketten der Lebensmittel schauen. Seit 2005 müssen in allen Ländern der EU Zutaten, die häufig Allergien auslösen und damit auch glutenhaltige Produkte einheitlich gekennzeichnet werden.

Glutenhaltige Lebensmittel

Gluten ist in Lebensmitteln wie Brot, Kuchen und Müsli enthalten, die aus den Getreidesorten Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Grünkern, Dinkel sowie verwandten Urkornarten wie Kamut und Einkorn hergestellt sind.


Außerdem kommt Gluten - oft in versteckter Form - vor in Wurstwaren, Fertiggerichten, Frittiertem wie Pommes Frites, Kroketten und Chips, Eis, Pudding, Schokolade, Milchprodukten mit Fruchtzubereitungen, Kräutermischungen, Soßen, Suppen, Senf und Ketchup.

Gluten kann sogar durch Kontamination beim Einpacken oder Eintüten als Spuren in Lebensmittel kommen, die an sich kein Gluten enthalten. Vorsicht: Auch Medikamente können Stärke und damit Gluten enthalten!

Glutenfreie Lebensmittel

Kein Gluten enthalten Kartoffeln, Mais-Tortillas, Reis, Fleisch ohne Zusätze, Meeresfrüchte, frisches oder eingefrorenes Gemüse (im Gegensatz zu Gemüse in Konserven und Fertiggerichten), frisches oder eingefrorenes Obst, Milch, Naturjoghurt, gereifter Käse, Butter, Schmalz, Pflanzenöl, Honig, brauner und weißer Zucker, unbehandelte Gewürze sowie die Getreidesorten Amaranth, Buchweizen, Hirse, Lupine, Mais, Quinoa, Soja, Sorghum und Tapioka.


Glutenintoleranz ist inzwischen eine recht bekannte Krankheit und vor allem Bioläden, aber auch größere Supermärkte bieten spezielle glutenfreie Lebensmittel an. Bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft findet sich eine Liste mit Herstellern glutenfreier Produkte. In seltenen Ausnahmefällen und auf Antrag zahlen die Krankenkassen Zöliakie-Kranken Zuschüsse auf glutenfreie Lebensmittel, die in der Regel teurer sind als herkömmliche mit Gluten. Im Internet gibt es außerdem viele Rezepte für glutenfreie Ernährung.

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