Die Vorhautverengung (Phimose)

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Eine Verengung der Vorhaut kann bei Kleinkindern, Kindern und Erwachsenen auftreten. Während sie bei Kindern meist von alleine ausheilt, benötigen Erwachsene in den meisten Fällen eine Behandlung.


Was ist eine Phimose?

Eine Phimose ist eine Anomalie, bei der die Vorhaut am Penis verengt ist. Durch die Verengung lässt sich die Vorhaut nicht oder nur kaum und unter Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen.


Eine Phimose liegt bei jedem Missverhältnis zwischen der dehnbaren Weite der Vorhaut und dem Durchmesser der Eichel vor. Typisch ist auch, wenn sich beim Zurückziehen der Vorhaut über die Eichel ein Schnürring zeigt.

Phimosen kommen besonders häufig bei Kindern vor. In vielen Fällen löst sich die Verengung vor dem Schulalter von allein. In einigen Fällen ist jedoch eine Behandlung notwendig. Auf jeden Fall ist es ratsam, bei diesem Krankheitsbild einen Arzt zu konsultieren.

Phimose bei Kleinkindern und Kindern

Zum Zeitpunkt der Geburt und im Säuglingsalter lässt sich die männliche Vorhaut in der Regel noch nicht verschieben, da die Schleimhäute von Vorhaut und Penis noch miteinander verbunden sind.

Meist löst sich die Vorhaut zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr selbstständig von der Eichel ab. Manchmal kann dieser Prozess auch einige Jahre länger dauern. Bis zum zehnten Lebensjahr sollte sich die Phimose gelöst haben.

Bei ausgeprägte Phimosen oder langwierigen Verläufen sollte mit dem Kinderarzt eine Therapie erwogen werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Phimose

Lokale Behandlung

Zunächst sollte der Versuch erfolgen, die Phimose durch nichtoperative Methoden zu behandeln. Um die Verwachsungen zu lösen, wird die Vorhaut vorsichtig verschoben. Dann wird eine Kortisonsalbe aufgetragen.


Die Behandlung sollte über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden und ist vor allem bei Kindern zu bevorzugen.

Chirurgische Behandlung

Die Vorhaut kann durch eine Operation ganz (Beschneidung) oder teilweise entfernt werden. Der Eingriff ist in lokaler Betäubung möglich. Bei Kindern sollte er jedoch in Vollnarkose durchgeführt werden.

Die Operation dauert in der Regel nicht lange und kann auch ambulant durchgeführt werden.

Phimose bei Erwachsenen

Auch beim erwachsenen Mann kann es vorkommen, dass sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückziehen lässt. Durch die Phimose können Schwierigkeiten beim Wasserlassen entstehen, da der Urin gegen einen Widerstand abfließen muss.


Zudem kann eine Phimose durch erschwerte Intimhygiene zu Entzündungen führen sowie zu Schmerzen bei der Erektion und beim Geschlechtsverkehr und sogar zu einer gefährlichen und äußerst schmerzhaften Einklemmung des Gliedes.

Ursachen einer Phimose bei Erwachsenen

Eine Phimose ist bei Erwachsenen häufig aufgrund einer Erbanlage schon seit der Geburt vorhanden (kongenital), also angeboren.


Außerdem können sexuell übertragbare Krankheiten oder bakterielle Infektionen zu Hautveränderungen am Penis führen, die eine Phimose hervorrufen.

Eine Phimose kann auch durch nachlassende Hautelastizität, durch Narben (Narbenphimose), Verletzungen, Entzündungen oder äußerst selten durch Tumore ausgelöst werden.

Was tun bei einer Phimose von Erwachsenen?

Eine Phimose muss bei Erwachsenen medizinisch behandelt werden. Eine Salbe ist nur bei angeborenen Phimosen wirksam. Meist ist eine Operation notwendig, bei der die Vorhaut erweitert oder ganz entfernt wird. Ihr Urologe wird Sie beraten.

Unterschied zur Paraphimose

Eine Paraphimose entsteht, wenn die verengte Vorhaut gewaltsam zurückgezogen wird und eine Schwellung der Eichel verursacht, so dass die Vorhaut nicht mehr vorgeschoben werden kann.

Eine Paraphimose ist schmerzhaft, da der Blutfluss im Penis gestört wird. Sie ist ein Notfall und sollte sofort ärztlich behandelt werden, um den Blutfluss wieder herzustellen.

Foto: © Vasin Lee - Shutterstock.com

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