Behandlung von Hämorrhoiden

Stellen Sie Ihre Frage
Hämorrhoiden sind lästig und weit verbreitet, aber auch mit einem Tabu behaftet, da sie sich im Bereich des Afters befinden. Hier erfahren Sie, was Sie gegen Hämorrhoiden tun können.


Was sind Hämorrhoiden?

Unter Hämorrhoiden versteht man knotenförmige Schwellungen, die durch eine Erweiterung des Gefäßpolsters zwischen dem Enddarm und dem Schließmuskel des Afters entstehen.

Das Gefäßpolster besteht aus einem Arterien- und Venengeflecht und ermöglicht zusammen mit dem Schließmuskel den Verschluss des Afters.


Chronische Verstopfung, Übergewicht, eine Schwäche der Gefäßwände und weitere Faktoren können die Ursache für die Erweiterung dieses Gefäßpolsters sein.

Symptome von Hämorrhoiden

Die Symptome sind Afterjucken, Brennen und Nässen sowie Blut im Stuhl. Da Letzteres auch auf ernstere Krankheiten hindeuten kann, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Bei der Darmentleerung kann es zu Schmerzen kommen, wenn der Schließmuskel die aus dem After austretenden Hämorrhoiden einklemmt.

Was tun gegen Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden lassen sich mit verschiedenen Methoden behandeln, je nach Beschwerden und der Schwere des Krankheitsbildes.

Lokale Behandlungsmöglichkeiten

Für die lokale Behandlung, vor allem für äußere Hämorrhoiden, stehen Zäpchen und Cremes zur Verfügung, die Lokalanästhetika, Adstringentien oder entzündungshemmende Stoffe wie Kortison enthalten. Kortisonhaltige Produkte müssen ärztlich verordnet werden und sollten nur über einen kurzen Zeitraum verwendet werden.


Eine lokale Behandlung kann die Beschwerden lindern, die Hämorrhoiden werden allerdings nicht beseitigt. Sie ist deshalb bei leichten Beschwerden sinnvoll. Bislang konnte nicht nachgewiesen werden, dass der Schweregrad und das Voranschreiten der Erkrankung durch diese Form der Behandlung beeinflusst werden können.

Sklerosierung

Kleinere Hämorrhoiden können mit einer sklerosierenden Flüssigkeit unterspritzt werden. Die darauf folgende Vernarbung vermindert den Blutfluss, so dass die Hämorrhoiden schrumpfen und fixiert werden.


Sklerosierungen werden meist in mehreren Teilbehandlungen im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen durchgeführt und sind meist schmerzlos. Der Eingriff birgt eine geringe Gefahr der Bildung von Nekrosen. Außerdem können sich neue Hämorrhoiden bilden (Rezidive).

Gummibandligatur

Bei der Gummibandligatur wird der Hämorrhoidalknoten durch ein Gummiband abgeklemmt. Das Gewebe des Knotens stirbt daraufhin binnen weniger Tage ab. Die Rezidivquote ist hierbei niedriger als bei der Sklerosierung.


Die Risiken des Eingriffs liegen vor allem in allergischen Reaktionen (Latexallergie) und Blutungen.

Chirugische Verfahren

Chirurgische Eingriffe werden notwendig, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist oder wenn die Beschwerden durch die oben beschriebenen Maßnahmen nicht gelindert werden können.

Ziel der Operation ist es, die normalen anatomischen Verhältnisse wieder herzustellen. Dazu können einzelne Hämorrhoiden entfernt werden. Allerdings wird das vergrößerte Hämorrhoidalpolster nicht im gesamten entfernt, um die Kontinenz nicht zu gefähren.

Tipps und Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, sollten Sie folgende Tipps berücksichtigen: Nehmen sie aureichend Ballaststoffe und täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich. Reduzieren Sie Übergewicht. Vermeiden Sie außerdem starkes Pressen beim Toilettengang.

Mit Sport können Sie ein schwaches Bindegewebe kräftigen. Es gibt dabei spezielle Übungen für den Schließmuskel und den Beckenboden.

Apfelessig wirkt blutstillend und entzündungshemmend und kann sowohl getrunken als auch äußerlich angewendet werden. Essig darf aber nicht bei stark blutenden und offenen Wunden angewendet werden. Getrunken kurbelt Apfelessig außerdem die Verdauung an. Mischen Sie dazu jeden Morgen ein bis zwei Teelöffel Apfelessig in ein Glas Wasser und geben Sie etwas Honig dazu.

Manche schwören auch darauf, die Hämorrhoiden mit Quark zu bestreichen oder Sitzbäder mit echtem Lavendel durchzuführen.

Foto: © Ulrike Schanz - 123RF.com