Husten: Ein Symptom mit vielen Ursachen

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Husten kann verschiedene Auslöser haben. Die häufigsten sind Infekte der Atemwege und Asthma, aber auch viele andere Erkrankungen können Husten verursachen.


Husten - Definition

Husten ist das willkürliche oder unwillkürliche, explosionsartige Ausstoßen von Luft. Der Hustenreflex wird dabei durch eine Irritation der Atemwege ausgelöst. Durch diesen Mechanismus kann der Körper Fremdkörper, Bakterien oder Sekret aus den Atemwegen entfernen. Generell gilt: Husten kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Sie sollten auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, wenn Sie Husten haben und unter Fieber oder einem starken Krankheitsgefühl leiden, wenn blutiger Husten auftritt und wenn Sie unter ständigem Reizhusten oder Langzeithusten leiden. Greifen Sie in diesen Fällen keinesfalls lange auf Hausmittel zurück, sondern lassen Sie die Ursachen beim Arzt abklären. Sie riskieren sonst, eine Erkrankung zu verschleppen.

Rauchen als Ursache von Husten

Rauchen schädigt das Lungengewebe nachhaltig und führt mit der Zeit zu chronischem Husten, der als Raucherhusten auftritt, ohne dass eine Erkältung oder andere Symptome vorliegen. Mit dem Husten versuchen die Bronchien, sich von den Ablagerungen, die durch das Rauchen entstehen, zu befreien. Rauchen ist dabei ein Risikofaktor für die Entstehung von bronchialen Infekten, Lungenkrebs, Asthma, chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen, anderen Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischen Bronchitiden.

Körperliche Erkrankungen als Ursache von Husten

Asthma

Asthma ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Die Entzündung führt zu einer Verengung der Atemwege, was als Bronchialobstruktion bezeichnet wird. Begleitend kann eine erhöhte Schleimproduktion auftreten. Betroffene leiden unter Hustenanfällen und Atemnot.

In einem typischen Asthmaanfall verengen sich die Bronchien. Durch die Verengung kann Schleim nicht abgehustet werden und die Luftzirkulation wird erschwert. Meist sind Asthmaanfälle von Husten, Keuchen und pfeifender Atmung begleitet. Patienten erleben Asthmaanfälle als äußerst bedrohlich.

Viele Asthmatiker leiden zudem unter einer chronischen bakteriellen Superinfektion der Atemwege, was wiederum die asthmatische Erkrankung verschlechtert. Deshalb müssen Lungenentzündungen und Bronchitiden bei Asthmatikern konsequent antibiotisch behandelt werden. Asthma kann jedoch auch schleichend auftreten und zu Müdigkeit, erhöhter Infektanfälligkeit, vermehrtem Husten (vor allem auch nächtliches Husten) und verminderter Leistungsfähigkeit führen.

Bronchitis und Pneumonie

Eine Bronchitis (Entzündung der Bronchien) und eine Pneumonie (Entzündung der Lunge) werden meist von starkem, produktivem Husten mit gelber Schleimbildung und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl begleitet. Auslöser sind in den meisten Fällen Bakterien oder Viren, seltener können auch Pilze die Ursache sein. Außerdem können Fieber und Schmerzen im Brustbereich auftreten. Wenn Sie unter diesen Symptomen leiden, sollten Sie zügig einen Arzt aufsuchen.

Eine atypisch verlaufende Lungenentzündung kann sich jedoch auch mit trockenem, eher unproduktivem Husten äußern, so dass die Symptome deshalb längere Zeit nicht ernst genommen werden. Berücksichtigen Sie auch hier den Ratschlag: Auch jeder andauernde trockene Husten sollte zügig beim Arzt abgeklärt werden.

Lungenkrebs

Lungenkrebs verläuft im Anfangsstadium häufig symptomlos. Folgende Symptome können auftreten: trockener Husten, blutiger Husten, ständiger Husten, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten, Appetitverlust und Gewichtsabnahme, starker Nachtschweiß und Schmerzen in der Brust. Wenn Sie unter diesen Symptomen (oder einem dieser Symptome!) leiden, sollten Sie rasch einen Arzt aufsuchen.

Tuberkulose

Die Tuberkuolose ist eine hoch ansteckende, bakterielle Erkrankung, die häufig mit Husten einhergeht. In fortgeschritteneren Stadien kann blutiger Husten auftreten.

Keuchhusten

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst und durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Eine Keuchhustenerkrankung kann Wochen andauern. Zunächst tritt eine Erkältungssymptomatik mit leichtem Fieber, Schnupfen und trockenem Reizhusten auf. Diese Phase wird als Stadium catarrhale bezeichnet.


Nach etwa sieben bis 14 Tagen treten die typischen, plötzlich einsetzenden, starken, stakkatoartigen Hustenattacken auf. Dieses Stadium wird als Stadium convulsivum bezeichnet. Die Anfälle schließen mit einem Jauchzen bei der folgenden Einatmung ab und können von Erbrechen und Hochwürgen glasigen Schleims begleitet werden. Das Stadium convulsivium dauert zwei bis sechs Wochen an.

Darauf folgt das Stadium decrementi, in dem die Hustenanfälle an Schwere abnehmen. Dieses Stadium dauert bis zu drei Wochen. Bei Säuglingen kann eine Keuchhusteninfektion besonders gefährlich verlaufen, da es zu einem Atemstillstand kommen kann.

Zur Prophylaxe existiert eine allgemein empfohlene wirksame Impfung. Da bei Erwachsenen häufig Impflücken bestehen, können Erwachsene die Erkrankung auf Kinder übertragen. Das einzige Erregerreservoir für Bordetella pertussis ist der Mensch. Deshalb könnte die Erkrankung durch eine konsequente Impfung der gesamten Bevölkerung prinzipiell ausgerottet werden.

Die Laryngitis

Als Laryngitis bezeichnet man eine Entzündung des Kehlkopfes. Das Hauptsymptom ist Heiserkeit, die oft von einem andauernden trockenen Husten begleitet wird. Häufig betrifft eine Laryngitis kleine Kinder vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr. Eine Laryngitis wird meistens durch virale Infekte ausgelöst. Aber auch eine starke Stimmbelastung oder ein andauernder Aufenthalt in schlechter Luft (zum Beispiel verrauchte Zimmer) können Auslöser für eine Laryngitis sein. Daneben gilt Reflux von saurem Magensaft, der den Kehlkopf reizt, als Auslöser für eine Kehlkopfentzündung. Wenn Sie oder Ihr Kind Symptome einer Laryngitis zeigen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Lungenembolie

Als Lungenembolie bezeichnet man den Verschluss einer Lungenarterie, üblicherweise aufgrund eines eingeschwemmten Blutgerinnsels. Sie geht mit plötzlich einsetzender Atemnot, Husten, Beschleunigung des Pulsschlages und zum Teil Schmerzen im Brustkorb einher. Es sind auch mildere sowie ausgeprägtere Verläufe möglich.


Die Lungenembolie ist ein medizinischer Notfall, da die Sauerstoffversorgung im Körper gestört wird. Im schlimmsten Falle führt eine Lungenembolie zum Tod. Wenn Sie oben genannte Symptome bemerken, suchen Sie sofort einen (Not-)Arzt auf!

Weitere Lungenerkrankungen

Die sogenannte Pneumokoniose entsteht durch eine andauernde Staubexposition (zum Beispiel im Bergwerk). Der Staub lagert sich als anorganische oder organische Teilchen in die Bronchien, die Lunge und den Lymphknoten ein. Pneumokoniosen können mit Husten und Atmenot einhergehen.


Bei einem Lungenemphysem kommt es zu einer Überblähung und Zerstörung der Lungenbläschen, was sich in Atemnot und Husten äußern kann. Die Verdachtsdiagnose kann durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge gestellt werden.

Das Herz als Ursache

Bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kann das Herz das Blut nicht mehr ausreichend pumpen, so dass es häufig zu einem Rückstau von Blut in die Lunge kommt. Dies kann Husten und Luftnot verursachen. Klassischerweise verschlechtert sich die Luftnot bei flachem Liegen und Belastung. Bei unklarem Husten und Luftnot sollte deshalb auch immer das Herz als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Der gastroösophageale Reflux

Der Begriff gastroösophagealer Reflux bezeichnet das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre. Auslöser kann eine Dysfunktion des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre sein. Wenn der saure Mageninhalt die Speiseröhre hochsteigt, empfinden die meisten Patienten ein Brennen (Sodbrennen). Gelangt saurer Mageninhalt in die Luftröhre (oder ins Bronchialsystem), kann dies zu Irritationen, bis hin zu schweren Infektionen, führen. Gastroösophagealer Reflux geht häufig mit Räuspern und Husten einher und ist eine Differentialdiagnose bei unklaren Hustensymptomen.

Fremdkörperaspiration als Ursache von Husten

Eingeatmete Fremdkörper können Hustenattacken auslösen. Gerade bei stark hustenden Kleinkindern, die plötzlich unter Husten und Atemnot leiden, muss immer an eine Fremdkörperaspiration gedacht werden. Wählen Sie bei akut einsetzender Luftnot und starkem Husten immer den Notruf (112) und schildern Sie die Situation.

Medikamente als Auslöser von Husten

Einige Medikamente (wie zum Beispiel ACE-Hemmer) können als Nebenwirkung Husten verursachen.

Psychologische Ursachen

Bei einigen Menschen äußern sich psychische Belastungen in körperlichen Symptomen. Husten kann eins dieser Symptome sein. Der chronische psychogene Husten ist eine Ausschlussdiagnose, die gestellt werden kann, wenn körperliche Ursachen für den Husten ausgeschlossen wurden.


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 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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