Der Verlauf des HCG in der Schwangerschaft

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Schwangerschaftstests messen die Konzentration des Hormons HCG (humanes Chorion-Gonadotropin). Das Hormon kann sowohl im Blut als auch im Urin nachgewiesen werden.


Beta-HCG - Urintest

Beta-HCG wird bei einer Schwangerschaft in der Plazenta gebildet und steigt vor allem in den ersten Schwangerschaftwochen (SSW) stark an. Ein Bluttest kann Beta-HCG bereits in sehr geringen Mengen (ab fünf Einheiten pro Liter) nachweisen. Urintests können Beta-HCG ab zehn, 20 oder 25 Einheiten pro Liter nachweisen. Die genauen Angaben darüber und eine Liste, ab welcher Schwangerschaftswoche der Urintest aussagekräftig ist, finden Sie auf der Verpackung.

Der Verlauf des HCG kann lediglich im Blut nachgewiesen werden. Dafür werden Ihnen beim Arzt einige Milliliter Blut aus der Vene abgenommen. Das Testergebnis bekommen Sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Beta-HCG - Verlauf

Das Beta-HCG sollte in den ersten Schwangerschaftswochen ansteigen. Nach dem dritten Schwangerschaftsmonat fällt der Beta-HCG-Wert wieder ab. Dabei gelten die Richtwerte aus folgender Tabelle:


Erste SSW: 5 bis 50 Einheiten pro Liter
Zweite SSW: 50 bis 500 Einheiten pro Liter
Dritte SSW: 100 bis 5 000 Einheiten pro Liter
Vierte SSW: 500 bis 10.000 Einheiten pro Liter
Fünfte SSW: 1.000 bis 50.000 Einheiten pro Liter
Sechste SSW: 10.000 bis 100.000 Einheiten pro Liter
Siebte bis neunte SSW: 20.000 bis 150.000 Einheiten pro Liter
Zehnte bis dreizehnte SSW: 30.000 bis 180.000 Einheiten pro Liter

Ein Tool, um die Beta-HCG-Werte gemäß Ihrer Schwangerschaftswoche zu berechnen, finden Sie hier.

Was bedeuten die Werte?

Lassen Sie sich durch Blutwerte nicht verunsichern, ein einzelner Beta-HCG-Wert sagt zunächst einmal nicht viel aus. Es kommt vielmehr darauf an, dass das Beta-HCG in den ersten Schwangerschaftswochen ansteigt. Zu niedrige Werte können darauf hindeuten, dass sich der Embryo nicht weiterentwickelt oder dass eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Beides kann durch eine Ultraschalluntersuchung abgeklärt werden. Der Beta-HCG Wert kann höher liegen, wenn die Schwangere Zwillinge erwartet. Jedoch kommt es auch hier vorrangig auf die Verlaufsbeurteilung des Beta-HCG an.

Kann Beta-HCG auch ohne Schwangerschaft erhöht sein?

Beta-HCG kann in seltenen Fällen - wie zum Beispiel bei einer Blasenmole (eine fehlerhafte Fruchtanlage) oder einem Chorionkarzinom (ein Tumor an der Plazenta, häufig als Folge einer Blasenmole) - erhöht sein, obwohl eine Frau nicht schwanger ist.


Bei Männern wird Beta-HCG im Hoden gebildet. Daneben können auch einige Tumorzellen Beta-HCG produzieren. Deshalb wird auch zur Diagnostik und Verlaufskontrolle bestimmter Krebserkrankungen Beta-HCG im Blut bestimmt.

Foto: © Valentina Razumova – 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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