Säuglingskoliken: Was tun?

Stellen Sie Ihre Frage
Säuglingskoliken kommen bei vielen Babys vor. Die Koliken verursachen starke Bauchschmerzen, die das Baby zum Weinen bringen.


Was sind Säuglingskoliken?

Säuglingskoliken betreffen vor allem Babys in den ersten drei bis sechs Lebensmonaten. Wann die kolikartigen Bauchschmerzen beginnen und wie lange genau ein Baby mit ihnen zu kämpfen hat, ist individuell verschieden. Die Koliken sind jedoch für gewöhnlich nach dem dritten, spätestens nach dem sechsten Lebensmonat vorbei und werden deshalb umgangssprachlich auch als Drei-Monats-Koliken bezeichnet. Viele Eltern machen sich große Sorgen um ihr Kind, weil es vor Bauchschmerzen weint. Säuglingskoliken sind jedoch in den meisten Fällen harmlos.

Ursachen von Säuglingskoliken

Viele Ärzte nehmen an, dass der Verdauungstrakt des Babys in den ersten Monaten noch nicht ausgereift ist. Die Unreife des Magen-Darm-Trakts könnte eine Ursache für die Entstehung von Koliken sein.

Symptome

Koliken verursachen beim Baby starke Bauchschmerzen. Da Babys sich noch nicht äußern können, weinen sie, sind häufig untröstlich, winden sich nach allen Richtungen und winkeln zur Entlastung des Bauches die Beine an. Das Weinen kann sich über Stunden erstrecken. Häufig haben betroffene Babys Blähungen und es tritt eine Besserung ein, wenn Luft abgeht.

Wenn Säuglinge nicht aufhören zu weinen, sind Eltern häufig hilflos und verzweifelt. Koliken sind unangenehm, aber nicht gesundheitsschädlich. Wenn das Baby trotz der Koliken an Gewicht zunimmt und sich gut entwickelt, sollten Sie sich keine Sorgen machen. Um sicherzugehen dass Ihr Kind unter harmlosen Säuglingskoliken leidet, sollten Sie trotzdem zunächst Ihren (Kinder-)Arzt aufsuchen.

Koliken dürfen nicht mit Durchfällen verwechselt werden. Durchfall geht mit mehr als drei dünnen oder wässrigen Stühlen pro Tag einher. Koliken dahingegen sind akute Darmschmerzen, die nicht unbedingt von weichem Stuhl begleitet werden müssen.

Was hilft gegen Säuglingskoliken?

Vielen Babys hilft körperliche Nähe und Wärme während der Koliken. Sie können auch den Bauch sanft im Uhrzeigersinn massieren, um die Verdauungstätigkeit anzukurbeln und Blähungen abgehen zu lassen. Versuchen Sie, Ihr Baby zu beruhigen (zum Beispiel mit einem Schnuller), häufig entspannt sich dann auch der Bauch. Babys reagieren bei Koliken ganz unterschiedlich. Sie werden schnell herausfinden, welche Trage- und Wiegetechnik Ihr Baby am besten beruhigt. Viele Babys mögen bei Bauchschmerzen im sogenannten Fliegergriff getragen werden. Dabei liegt das Baby auf dem Unterarm des Erwachsenen mit dem Bauch auf, so dass sanfter Druck auf den Bauch ausgeübt wird.

Nahrung

Füttern Sie Ihr Baby öfter in kleineren Mengen, aber überfüttern Sie das Baby nicht. Dies könnte die Koliken verschlimmern. Überprüfen Sie, ob das Baby nach jedem Füttern ein Bäuerchen macht und nehmen Sie sich Zeit für das Füttern. Falls das Baby gestillt wird, sollte die Mutter auf blähende Speisen wie Kohl und Linsen verzichten.


Wenn Sie Ihr Kind nicht stillen, sollten Sie sich vom Arzt oder von der Hebamme beraten lassen, welche Säuglingsnahrung für Ihr Kind geeignet ist. Achten Sie darauf, die Säuglingsnahrung genau nach Vorschrift zuzubereiten. Das Füttern sollte in einer entspannten Atmosphäre erfolgen.

Medikamente

Viele Kinderärzte verordnen bei Säuglingskoliken entschäumende Medikamente (zum Beispiel Sab-Simplex, Bäuchleinwohl/Simeticon usw.), um die Blähungen zu vermindern. Diese werden als Tropfen verabreicht und können Linderung bringen.

Osteopathie

Die Wirksamkeit von Osteopathie bei Säuglingskoliken ist nicht wissenschaftlich belegt. Trotzdem haben viele Eltern gute Erfahrung mit osteopathischen Behandlungen bei Koliken gemacht. Besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, ob eine osteopathische Therapie sinnvoll erscheint. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten, andere Kassen schließen die Kostenübernahme für die Behandlungen aus. Sie sollten sich dementsprechend vorher bei Ihrer Kasse bezüglich der Kostenübernahme erkundigen.

Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)

Geben Sie dem Baby Fencheltee. Dieser erleichtert die Verdauung und wirkt entkrampfend und entblähend. Auch Kräuter- oder Kamillentees können Bauchschmerzen lindern.

Homöopathie

Die Wirksamkeit von Homöopathie ist nicht wissenschaftlich belegt. Viele Eltern verabreichen Kindern bei Koliken Globuli von Lycopodium, Colocynthis oder Chamomilla vulgaris.

Wann sollte man einen Arzt konsultieren?

Eltern lernen sehr schnell zu unterscheiden, wann ihr Baby anders weint und stärkere Schmerzen hat als bei einer normalen Kolik. Sie sollten einen Arzt konsultieren, wenn Ihr Baby sehr starke Schmerzen hat und partout nicht aufhört zu weinen. Blut im Stuhl ist immer ein Alarmzeichen, das Sie sofort beim Arzt abklären lassen sollten. Auch wenn Ihr Baby Fieber oder Durchfall hat oder apathisch wirkt, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Kontrollieren Sie regelmäßig mit der Hebamme oder beim Kinderarzt die Gewichtszunahme und das Wachstum des Babys. Eine fehlende Gewichtszunahme und ein Wachstumsstillstand müssen ärztlich abgeklärt werden.


Foto: © Jozef Polc – 123RF.com

Letztes Update am 6. Dezember 2017 01:17 von SilkeCCM.

Das Dokument mit dem Titel "" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.

Colique du nourrisson - Que faire ?
Colique du nourrisson - Que faire ?