Gedächtnisverlust im Alter

Juni 2018
Stress, Müdigkeit, Depressionen sowie Alkohol- und Drogenkonsum können bei Menschen jeder Altersgruppe Gedächtnisstörungen hervorrufen. Das Alter selbst ist aber ebenfalls ein Faktor, der zu Veränderungen des Gedächtnisses führt.


Warum wird das Gedächtnis im Alter schlechter?

Natürlicherweise wird ein Teil des Gedächtnisses im Alter schlechter. Wenn das Denken im Alter schwerer fällt, sollte immer auch eine Mangelernährung ausgeschlossen werden.


Aus wissenschaftlicher Perspektive gibt es verschiedene Theorien, weshalb das Gedächtnis im Alter nachlässt. Die geläufigste Hypothese ist, dass das Gedächtnis im Alter einfach verblasst.

Eine andere Theorie geht davon aus, dass neue Eindrücke die alten Gedächtnisinhalte überlagern und so den Zugriff auf alte Erinnerungen erschweren (Interferenztheorie). Demnach vergessen wir im Alter bestimmte Ereignisse, weil sie von interessanteren, neuen und wichtigeren Dingen überlagert werden. So werden Erinnerungen, die nicht mehr gebraucht und kaum noch genutzt werden, vergessen. Diese Theorie erscheint plausibel, weil Menschen keine unbegrenzte Gedächtniskapazität haben.

Wann ist Gedächtnisverlust im Alter ein Fall für den Arzt?

Es ist normal, im Alter einige Dinge zu vergessen, zum Beispiel die Telefonnummer der ehemaligen Nachbarn oder die Namen von entfernten Verwandten. Wenn folgende Symptome auftreten, sollten Sie allerdings zum Arzt gehen, da es sich um Anzeichen für eine Demenz handeln kann:

Die Lernfähigkeit vermindert sich. Patienten vergessen Alltägliches, zum Beispiel die Einnahme von Medikamenten oder das Bezahlen von Rechnungen. Sie vergessen Telefonnummern, PINs und Geheimzahlen, erst vor Kurzem Erlebtes und/oder den Inhalt von gerade erst gelesenen Texten. Betroffene stellen immer wieder dieselbe Frage und/oder wiederholen stereotype Bewegungen. Sie können sich nicht an vereinbarte Termine, wichtige Ereignisse oder Geburtstage erinnern, auch nicht daran, wo sie alltägliche Gegenstände aufbewahren.

Lernen und Gedächtnis im Alter

Die Fähigkeit, sich Dinge zu merken, nimmt im Alter ab und das Lernen geht langsamer. Das liegt vor allem daran, dass wir, wenn wir älter werden, tatsächlich Immer "in den gleichen Bahnen" denken, das heißt die Synapsen im Gehirn haben ein neuronales Netzwerk gebildet, das sich mit fortschreitendem Alter immer weiter verfestigt und damit auch weniger flexibel für neue Verbindungen wird.


Mit den richtigen Tipps und Strategien können aber auch ältere Menschen ihr Gehirn wieder auf Trab bringen und Neues hinzulernen. Dazu ist zunächst einmal ein aktives Verhalten wichtig. Lesen Sie viel und tauschen Sie sich mit Anderen darüber aus. Wenn Sie nicht mehr arbeiten, suchen Sie sich soziale Aktivitäten, zum Beispiel in einem Verein.

Nutzen Sie Kenntnisse, die Sie früher schon einmal erworben haben und auf denen Sie aufbauen können. Machen Sie eventuell Kurse und informieren Sie sich über die neusten technischen Möglichkeiten. Erwarten Sie dabei aber nicht zu viel von sich selbst, um Stress und Enttäuschungen zu vermeiden.

Foto: © Mathew Hayward - 123RF.com

Perd-on la mémoire avec l'âge ?
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Letztes Update am 30. November 2017 07:05 von SilkeCCM.
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