Die Amnesie

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Das Wort Amnesie stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt "ohne Gedächtnis". Eine Amnesie ist per Definition eine Gedächtnisstörung, die Teile oder die Gesamtheit des Gedächtnisses betreffen kann.


Wie kommt es zur Anmesie?

Eine Amnesie hat viele mögliche Ursachen. Dazu zählen ein Unfall mit Kopfverletzungen wie ein Schädel-Hirn-Trauma, ein Schlaganfall, Tumore, Blutungen oder Entzündungen des Gehirns, Drogenkonsum, chronischer Alkoholmissbrauch (zum Beispiel Korsakow-Syndrom) sowie psychische Störungen infolge eines emotionalen Schocks oder Traumas.

Die verschiedenen Arten der Amnesie

Amnesien können verschiedene Formen beziehungsweise Ausprägungen haben. Die Länge und Dauer einer Amnesie kann variieren und wird durch die auslösenden Ursachen und das betroffene Hirnareal bestimmt. Die Behandlung ist ebenso unterschiedlich und richtet sich nach der ursächlichen Erkrankung, dem Ausmaß und der potenziellen Reversibilität einer eventuellen Hirnschädigung.



Psychisch bedingte Amnesien sind häufig eine Art Schutzmechanimus der Psyche, um besonders belastende Ereignisse auszublenden. Bei psychisch bedingten Amnesien kann eine spezialisierte Psychotherapie helfen, Erinnerungen wiederherzustellen. Eine allgemeingültige Prognose bezüglich des Behandlungserfolgs gibt es allerdings auch hier nicht, da die individuelle Krankengeschichte und die Motivation des Patienten eine große Rolle spielen.

Die retrograde Amnesie

Bei einer retrograden Amnesie kommt es zu einem Gedächtnisverlust, der den Zeitraum vor dem Eintreten des schädigenden Ereignisses betrifft. Bei einer retrograden Amnesie sind Teile des Langzeitgedächtnisses betroffen. Sowohl das semantische als auch das episodische Langzeitgedächtnis können geschädigt sein. Das semantische Gedächtnis enthält Allgemeinwissen, während das episodische Gedächtnis Informationen aus dem eigenen Leben speichert.

Die anterograde Amnesie

Bei der anterograden Amnesie ist das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Die Gedächtnisstörung betrifft den Zeitraum nach dem schädigenden Ereignis. Die Patienten erscheinen zunächst meist normal, allerdings vergessen sie neue Ereignisse und Informationen binnen kürzester Zeit wieder und können sich kein neues Wissen aneignen (zum Beispiel eine Telefonnummer merken).

Die globale Amnesie

Bei der globalen Amnesie liegt sowohl eine retrograde als auch eine anterograde Form der Amnesie vor.

Die kongrade Amnesie

Als kongrade Amnesie bezeichnet man das Nichterinnern an das eigentliche auslösende Ereignis (zum Beispiel einen Unfall). Eine retrograde oder anterograde Amnesie liegt dabei nicht vor.


Foto: © Zdenka Darula – 123RF.com

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Letztes Update am 28. November 2017 00:44 von SilkeCCM.

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