Pflanzliche Präparate zur Stärkung des Immunsystems

April 2018
Insbesondere in der Erkältungszeit wollen viele Menschen ihr Immunsystem auf natürliche Weise stärken, bevor sie zu Medikamenten greifen. Wir zeigen Ihnen hier, mit welchen Hausmitteln und Präparaten aus der pflanzlichen Medizin Sie Ihr Immunsystem wirkungsvoll ankurbeln können.


Pflanzliche Präparate für das Immunsystem

Viele pflanzliche Bestandteile können das Immunsystem stärken und in der kälteren Jahreszeit Halsschmerzen, Erkältungen oder Grippe vorbeugen. Einige Auszüge aus Pflanzen oder Früchten können dem Körper helfen, das natürliche Abwehrsystem zu stabilisieren. Die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel zur Stärkung des Immunsystems ist jedoch wissenschaftlich umstritten und konnte noch nicht evidenzbasiert belegt werden.


Auch pflanzliche Mittel wirken stark im Körper und können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Daher ist es immer ratsam, einen Arzt zu konsultieren, wenn Sie phytotherapeutische Präparate anwenden möchten. Nur so können Sie sicherstellen, dass die Behandlung erfolgreich und nebenwirkungsfrei ist.

Echinacea

Echinacea (Sonnenhut) wird als Extrakt zur Stärkung des Immunsystems genutzt. Die Extrakte gibt es auch in Kombination mit Lebensbaum und wildem Indigo. Anwendungsgebiete sind zum Beispiel Atemwegsinfekte oder häufig wiederkehrende Infekte. Für medizinische Zwecke verwendet wird sowohl Echinacea purpurea (roter Sonnenhut oder Purpursonnenhut), Echinacea pallida (blassfarbener Sonnenhut) und Echinacea angustifolia (schmalblättriger Sonnenhut). Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe unterscheidet sich je nach Produkt. Es ist nicht abschließend geklärt, welche Inhaltsstoffe in welcher Kombination für die Wirkung verantwortlich sind. Echincea-Präparate sollten nicht länger als sechs Wochen angewendet werden.

Propolis

Propolis ist ein Stoff, der von Bienen gesammelt wird. Er enthält eine Mischung aus Bienenwachs, Harz und Blütenstaub und liefert Spurenelemente und Vitamine. Propolis wirkt außerdem antiseptisch, antibakteriell, antiviral und antiinfektiös und hilft, die natürliche Widerstandskraft des Körpers vor allem im Winter zu stärken.

Thymian

Die kleinen Thymianblätter lassen sich leicht vom holzigen Stengel lösen. Die Blätter können als Gewürz verwendet sowie frisch oder getrocknet als Tee aufgegossen werden. Der wichtigste Einsatzbereich des Thymians sind Erkrankungen der Atmungsorgane. Durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekämpft Thymian Husten und Erkältungen. Außerdem hat Thymian eine krampflösende Wirkung, so dass der Tee bei Reizhusten Linderung verschafft. Thymian wirkt zudem schleimlösend.

Weitere Heilpflanzen

Ginseng erhöht die Sauerstoffversorgung der Zellen, stärkt die Immunabwehr und hilft gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.


Camu Camu ist eine Frucht, die reich an Vitamin C ist und so vor Erkältungen schützen kann.

Salbei und Pfefferminze können bakterielle Entzündungen schneller abheilen lassen und helfen bei Halsschmerzen und Heiserkeit.

Holunderblüten, Lindenblüten, Mädesüßkraut und Weidenrinde helfen als schweißtreibende Teeaufgüsse zum Fiebersenken.

Ätherische Öle mit Campher (Kampfer), Eukalyptus, Kiefernadel und Pfefferminze befreien die Atemwege und können als Salbe, Inhalationen und Erkältungsbad angewendet werden.

Die Dampfinhalation mit Kamillenblüten beruhigt und befeuchtet die Schleimhäute.

Immunsystem durch die Ernährung stärken

Denken Sie auch daran, dass eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf einen wesentlichen Beitrag für ein funktionierendes Immunsystem leisten.

Bestimmte Vitamine wie Vitamin C, E, A und D sowie Mineralstoffe wie Zink sind für eine optimale Funktion der Immunabwehr unabdingbar. Die Nährstoffe sorgen für gesunde Schleimhäute, neutralisieren zellschädigende freie Radikale und unterstützen die Abwehrzellen des Immunsystems. Deshalb kann eine unzureichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.

Eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffhaltige Ernährung bildet deshalb die Basis für ein gut funktionierendes Immunsystem. Denken Sie daran, dass die Zubereitung der Nahrung für den Vitamin- und Mineralstoffgehalt wichtig ist, da zum Beispiel durch langes Kochen ein Großteil der Vitamine zerstört wird. Deshalb empfehlen sich eine schonende Garmethode und auch die Aufnahme von Rohkost in den Speiseplan. In Obst und Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sind zudem sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, denen immunstärkende, antioxidative und entzündungshemmende Effekte zugeschrieben werden.

Daten belegen übrigens, dass sowohl Übergewicht als auch Untergewicht das Immunsystem schwächen. Bei Übergewicht sind am ehesten entzündliche Prozesse, die durch das überschüssige Fettgewebe angeregt werden, der Grund. Bei Untergewicht scheinen die mangelnde Nährstoffversorgung und die katabole Stoffwechsellage das Immunsystem zu schwächen.

Immunsystem nach Antibiotikatherapie stärken

Antibiotika helfen, schädliche Bakterien abzutöten und so bakterielle Infekte zu bekämpfen. Leider werden dadurch häufig auch die "guten" Bakterien unserer Darmflora in Mitleidenschaft gezogen. Eine funktionierende Darmflora scheint für ein gesundes Immunsystem von größerer Bedeutung zu sein, als bislang angenommen wurde. Nach der Einnahme von Antibiotika können Sie die Darmflora stärken, indem Sie eine Kur machen, bei der Sie gute Bakterien einnehmen. Diese sogenannten Probiotika gibt es in Kapsel- oder Tablettenform in der Apotheke.


Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, welches Präparat für Sie geeignet ist. Menschen mit einer Immunschwäche oder einer Therapie, die das Immunsystem gewollt unterdrückt, sollten diese Medikamente nicht einnehmen. Personen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sollten die Präparate nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.

Foto: © Alena Brozova – 123RF.com

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Letztes Update am 2. Januar 2018 15:33 von SilkeCCM.
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