Wie häufig treten epileptische Anfälle auf?

April 2018
Wie oft Anfälle bei einer Epilepsie auftreten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Häufigkeit von epileptischen Anfällen.


Epileptische Anfälle - Definition

Laut Statistik ist Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung. In epidemiologischen Daten bedeutet dies für Deutschland, dass etwa 0,6 bis 0,8 Prozent der Bevölkerung an Epilepsie erkrankt ist. Dies sind etwa 500.000 bis 650.000 Menschen.


Dass Epilepsie eine häufige Erkrankung ist, macht auch die große Anzahl berühmter Epileptiker deutlich: Dazu gehörten zum Beispiel Julius Caesar, Napoleon, Gustave Flaubert, Dostojewski, Moliére, Agatha Christie, Leonardo da Vinci, Michelangelo und Vincent van Gogh.

Epilepsie: Symptome und Ursache

Der Begriff Epilepsie beschreibt eine Gruppe verschiedener Krankheiten, deren gemeinsames Merkmal eine erhöhte Neigung zu epileptischen Anfällen ist. Epileptische Anfälle können sich wiederum in verschiedenen Symptomen äußern. Einige dauern nur wenige Sekunden und bleiben deshalb fast unbemerkt. Diese können zum Beispiel als Muskelzucken, Kribbelgefühle oder kleine Bewusstseinslücken (Absencen) auftreten. Andere Epilepsieformen äußern sich hingegen in starken Krämpfen mit Bewusstseinsverlust und unkontrollierbaren Zuckungen am gesamten Körper (großer Krampfanfall, auch als Grand Mal bezeichnet). In einigen Fällen können epileptische Anfälle auch im Schlaf auftreten, was die Diagnose erschwert und die durch den Patienten subjektiv erlebten Symptome verändern kann.


Epileptische Anfälle werden durch eine zeitweilig auftretende, anfallsartige Funktionsstörung von Nervenzellen im Gehirn ausgelöst. Dabei senden Nervenzellen aus dem Bereich der Hirnrinde Signale, die andere Nervenzellen dazu bringen, ihren Rhythmus zu verlieren. Je nachdem welche Nervenzellen gestört werden und wie viele Zellen betroffen sind, wird die Steuerung bestimmter Körperfunktionen durch diese Nervenzellen beeinträchtigt. Es kann zum Beispiel zu Zuckungen, Krämpfen oder Bewusstseinsverlust kommen.

Wie oft hat man epileptische Anfälle?

Epileptische Anfälle können einmalig oder rezidivierend auftreten. Wie oft sie auftreten, hängt maßgeblich davon ab, an welcher Epilepsieform der Patient genau leidet, ob die Epilepsie-Medikamente gut wirken und ob der Patient diese regelmäßig einnimmt.

Eine typische Ursache für einen einmalig auftretenden epileptischen Anfall sind Fieberkrämpfe beim Kind. Wenn eine Epilepsie chronisch verläuft, variiert die Anzahl der Anfälle je nach Person und Epilepsieform. Die Dauer eines großen Krampfanfalls sollte zwei bis drei Minuten nicht überschreiten. Wenn ein epileptischer Anfall die Dauer von fünf Minuten überschreitet, können schwere Hirnschäden auftreten, die im schlimmsten Fall zum Tod des Patienten führen. Deshalb sollte ein epileptischer Anfall immer so schnell wie möglich behandelt werden. Wenn Sie einen epileptischen Grand-Mal-Anfall beobachten, sollten Sie einen Notarzt rufen.

Wiederkehrende Anfälle

Leider ist es unmöglich, Anfälle exakt vorherzusehen. Um Anfälle zu verhindern, ist es wichtig, dass Betroffene ihre Medikation regelmäßig und gewissenhaft einnehmen.


Es gibt auslösende Faktoren, die von Epileptikern gemieden werden sollten. Dazu zählen unregelmäßiger und schlechter Schlaf, sehr starke positive oder negative Emotionen, Hyperventilation (zum Beispiel Atemnot nach einer sportlichen Aktivität), starker Stress, ein hoher Lärmpegel sowie flackerndes Licht (etwa durch Fernsehen, Videospiele oder in Diskotheken).

Der Status epilepticus

Als Status epilepticus wird ein außergewöhnlich lang andauernder epileptischer Anfall oder eine Serie von Anfällen bezeichnet, zwischen denen das Bewusstsein nicht wiedererlangt wird. Ein Status epilepticus kann zu schweren Schädigungen führen. Auch lebensbedrohliche Verläufe sind möglich.


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Letztes Update am 2. Januar 2018 15:22 von SilkeCCM.
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