Die Sprachentwicklung des Babys

Stellen Sie Ihre Frage
Babys kommunizieren vom ersten Tag an durch einfache Zeichen der Mimik, Anschauen, Lächeln oder auch Weinen. Schon kurze Zeit später fangen Kinder an zu sprechen.


Die Sprachentwicklung des Babys

Erwachsene lernen Sprachen mit Vokabelheften und Grammatiktabellen. Dieser Spracherwerb ist mühsam und funktioniert gänzlich anders als der Spracherwerb bei Kindern. Kinder lernen Sprache und Sprechen nach eigenen Regeln, indem Sie sich nach und nach durch Hören, Sehen, Fühlen und Nachsprechen die Sprache Ihrer direkten Umgebung aneignen. Diese Sprache ist die Muttersprache des Babys. Babys sind sogar in der Lage, bei zweisprachigen Eltern beide Sprachen zu erlernen und bilingual aufzuwachsen.

Von fünf bis acht Wochen

Etwa im Alter von fünf bis acht Wochen lernt Ihr Baby neue Klänge kennen. Es lernt, selbst andere Geräusche als Weinen zu produzieren, und gibt ein erstes Lallen von sich. Babys gefällt die Entdeckung der Klänge. Aus dieser ersten Lallphase werden mit der Zeit und über viele kleine Schritte erste Worte.

Die ersten Laute

Kleinkinder wollen sich ausdrücken. Deshalb beginnen Babys mit etwa drei Monaten bereits, zu lallen und Töne in ihrer Intensität, Dauer und Tonhöhe zu kombinieren. Dabei orientieren sie sich an der Sprachmelodie der Eltern.


Während der folgenden Monate entwickelt sich der Winzling zu einer regelrechten "Sound-Maschine" und versucht, sich über Klänge und Laute auszudrücken. Das Baby ist bereits in der Lage, die Menschen in seiner engen Umgebung anhand der Stimme zu unterscheiden.

Vom sechsten bis neunten Monat

Zwischen dem sechsten und neunten Monat erweitert Ihr Kind sein Lautrepertoire und bildet mehr und mehr Silbenketten wie Da-Da-Da oder auch Ma-Ma-Ma oder Pa-Pa-Pa.


Weltweit beginnen fast alle Babys ihre Sprachentwicklung mit "Papa, Mama, Dada, Tata". Warum sind es immer diese Silben? Weil sie am einfachsten auszusprechen sind. Ihr Baby wird die gleichen, lallenden Silben endlos wiederholen. Mit der Zeit wird es durch die Reaktion der Eltern lernen, diese Silben der Mutter oder dem Vater zuzuordnen.

Ab dem zehnten Monat

Abhängig vom sprachlichen Umfeld werden die Vokale ab dem zehnten Monat vielfältiger. Zu diesem Zeitpunkt hat das Baby schon begonnen, eine eigene Sprachmelodie zu entwickeln. Zunächst werden nur die letzten Silben des Wortes ausgeprochen. Das ist der Grund, warum die Kleinen für Autos immer "to" sagen oder ein Medikament "ent" nennen.

Bewusstseinsschritt mit einem Jahr

Mit etwa einem Jahr ist sich ein Kleinkind bewusst, dass die Aneinanderreihung von Lauten eine Bedeutung hat und jedem Objekt ein Wort zugeordnet werden kann. Das Kleinkind hat damit die symbolische Dimension der Sprache entdeckt. Nun beginnt es langsam, Sätze zu verstehen. Das Baby beginnt mit seinen ersten richtigen Worten, die sich deutlich von dem vorherigen Brabbeln unterscheiden.

Von einem Jahr bis drei Jahre

Zwischen 12 und 18 Monaten besteht der Wortschatz eines Babys noch aus 20 bis 80 Wörtern.

Ab dem zweiten Lebensjahr erweitert das Kind den Wortschatz deutlich und kann sich mit der Zeit mit immer mehr Wörtern ausdrücken. Jetzt lernt es die grundlegenden Regeln der Grammatik. Es sagt nicht "schlafen wollen", sondern "will schlafen" oder "will nicht schlafen". Das Kind verwechselt noch häufig die Verben und spricht meist im Infinitiv.

Die Sätze eines Kleinkinds bestehen meistens aus zwei bis drei Wörtern. Eltern verstehen diese Sätze in der Regel gut. Durch Wiederholen des richtigen Satzbaus lernen die Kinder mit der Zeit, den Satz richtig zusammenzustellen. Kinder haben Freude daran, Sprache und neue Worte zu entdecken. Sprechen ist eine große Bereicherung für Kinder.

Zwischen 24 und 36 Monaten erweitert sich der Wortschatz des Kindes deutlich. Es lernt nun sehr schnell dazu. Das Kind beginnt, Wörter zu konjugieren, Adjektive zur Präzisierung der Sprache anzuwenden und Fragen zu stellen.

Die Körpersprache

Während des ersten Jahres hat das Baby eine komplexe Körpersprache entwickelt, um sich auszudrücken. So nimmt es zum Beispiel Ihren Arm, um Sie irgendwohin zu führen. Ab dem zweiten Lebensjahr kombinieren Kinder die Körpersprache mit ersten einfachen Sätzen, um sich begreiflich zu machen. Wenn Ihr Kind zum Beispiel von seinem Nachbarn eine Schaufel haben möchte, wird es ihm zunächst durch ein Kopfnicken signalisieren, dass es die Schaufel gerne haben möchte. Dann wird es mit dem Finger auf die Schaufel zeigen, bevor es dann deutlicher "gib" sagen wird.

Ab wann sollte ein Kind sprechen können?

Das Sprechenlernen können Sie am besten dadurch fördern, dass Sie sich mit Ihrem Kind aktiv unterhalten, ihm Sachen zeigen, Dinge vorsprechen oder vorsingen, Worte wiederholen und eventuell auch korrigieren. Die Sprachentwicklung eines Kindes ist sehr individuell. Wenn Sie sich Sorgen um die Sprachentwicklung Ihres Kindes machen, sollten Sie dies mit dem Kinderarzt besprechen. Er kann eventuell auch noch einmal testen, ob Ihr Kind gut hört, denn ein ausreichendes Hörvermögen ist für einen ungestörten Spracherwerb unabdingbar. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass Jungen etwas zögerlicher in der Sprachentwicklung sein können als Mädchen. Obwohl Jungen genauso viele Begriffe verstehen, kommt das Nach- und Aussprechen dieser Begriffe teilweise um einige Wochen später als bei Mädchen.


Foto: © Anastasia Vish – 123RF.com

Letztes Update am 16. November 2017 03:41 von SilkeCCM.

Das Dokument mit dem Titel "" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.