Bulimie: Zahlen und Fakten

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Anorexie und Bulimie zählen in der westlichen Welt zu den häufigsten Essstörungen. Lesen Sie hier Genaueres über statistische Daten und Fakten.


Anorexie - Definition

Der Begriff Anorexie bezeichnet in der Fachsprache eine Verringerung der Nahrungsaufnahme. Die Anorexia nervosa (Magersucht) ist eine Unterform der Anorexie, bei der eine psychische Krankheit vorliegt, die dazu führt, dass Betroffene sich als zu dick empfinden und deshalb übertriebene Diäten machen, die die Kalorienzufuhr auf ein Minimum beschränken oder die Nahrungsaufnahme komplett einstellen.

Bulimie - Definition

Im Gegensatz zur Anorexie wird bei einer Bulimie (Bulimia nervosa) exzessiv Nahrung aufgenommen, typisch sind eine ständige Gier nach Essen und Heißhungerattacken. Danach ergreifen die Betroffenen gegenregulatorische Maßnahmen, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel Erbrechen, die Einnahme von Abführmitteln, Hungern oder das exzessive Betreiben von Sport. Anders als Magersüchtige sind Bulimiker aber nicht zwangsläufig untergewichtig.

Anorexie und Bulimie - Statistik

Die Anorexia nervosa ist laut Statistik die in Deutschland häufigste Essstörung. So wurden im Jahr 2015 laut der Statistik-Datenbank Statista in deutschen Krankenhäusern 8.079 Fälle von Anorexie und 2.222 Fälle von Bulimie diagnostiziert. Im Jahr 2016 wurden in deutschen Krankenhäusern 11.510 Fälle von Essstörungen vollstationär behandelt.


Bulimie betrifft vorrangig Frauen, aber auch Jungen und Männer können unter einer Bulimie leiden. Laut einer repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 0,3 Prozent der Frauen und 0,1 Prozent der Männer an Bulimie.

Wie viele Menschen weltweit an Bulimie erkrankt sind und wie viele magersüchtige Menschen es gibt, kann nur geschätzt werden, da die Diagnosekriterien zwischen den einzelnen Ländern abweichen und nicht aus allen Ländern aussagekräftige und repräsentative Daten vorliegen. Magersucht und Bulimie sind jedoch eher ein Phänomen der westlichen (Industrie-)Nationen, in denen ein sehr schlankheitsbetontes Körperideal herrscht und in denen die Ideale aus Werbung und Mode eine übergeordnete Rolle im Schönheitsempfinden spielen.

Ist Bulimie gefährlich?

Die Tatsache, dass Bulimie nicht mit der selben Häufigkeit auftritt wie Magersucht, macht Bulimie nicht ungefährlicher. Neben den Folgen für die psychische Gesundheit der Betroffenen können durch Bulimie verschiedene schwerwiegende organische Schäden auftreten. Diese rühren zum einen vom Erbrechen (zum Beispiel Schäden an Magen, Speiseröhre, Mund, Zähnen und den Speicheldrüsen) und zum anderem von dem mitunter lebensgefährlichen Missbrauch von Abführ- und/oder Entwässerungsmitteln.


Die Mangel- und Fehlernährung kann daneben auch Schäden am gesamten Körper verursachen, die lebensbedrohlich verlaufen können. Im Jahr 2015 wurden laut statistischem Bundesamt in Deutschland 75 Todesfälle unmittelbar auf eine Essstörung zurückgeführt. Davon entfallen sieben auf die Diagnose einer Bulimie. Die Todesrate liegt bei Magersucht höher als bei anderen psychischen Erkrankungen: Zehn bis 15 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen der Unterernährung oder durch Selbstmord. Bei Bulimie liegt die Sterberate bei rund einem Prozent.

Foto: © Dmitry Lobanov – 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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