Wie entstehen Angststörungen?

Stellen Sie Ihre Frage
Manche Menschen neigen mehr als andere dazu, eine generalisierte oder spezifische Angststörung zu entwickeln. Bei der Entstehung der Erkrankung spielen sowohl die genetische Prädisposition als auch verschiedene Umweltfaktoren und die Sozialisation eine Rolle.


Wie entsteht Angst im Gehirn?

Aus biologischer Sicht ist eine Angststörung eine überschießende Reaktion des zentralen Nervensystems. So entstehen typische Symptome von Angst wie Zittern, Schwitzen, trockener Mund usw.

Im Gehirn kommt es dabei zu einem Ungleichgewicht der Transmitter GABA (Gamma-Aminobuttersäure), Serotonin und Noradrenalin. Dieses Ungleichgewicht kann medikamentös behandelt werden.

Genetische Ursachen für Angststörungen

Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass die Gene bei der Entwicklung von Angststörungen eine Rolle spielen. So gibt es zum Beispiel Studien, die belegen, dass bei eineiigen Zwillingen beide Geschwister zu 85 Prozent von der Erkrankung betroffen sind. Bei zweieiigen Zwillingen sind dagegen nur zehn bis 15 Prozent der Zwillingsgeschwister gleichzeitig betroffen.

Die Studien zeigen auch, dass Personen, deren Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister) eine Angststörung haben, ein fünfmal höheres Risiko haben, ebenfalls eine Angststörung zu entwickeln.

Für die genetische Prädisposition sind wahrscheinlich mehrere verschiedene Gene verantwortlich.

Einfluss des sozialen Umfelds

Angststörungen entwickeln sich natürlich nicht nur auf genetischer Basis. Auch die Prägung und das soziale Umfeld (Familie, Freunde, Beruf) sind für die Entstehung einer Angststörung entscheidend.


Belastende Ereignisse, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Überforderung, Trennung, Trauer oder Unfälle, können die Entwicklung einer Angsterkrankung fördern. Außerdem können solche Belastungen zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führen.

Die Ursachen können auch in der Kindheit liegen. So beeinflusst vor allem die Beziehung zu den Eltern die Entwicklung einer Angststörung. Sowohl überprotektives Verhalten als auch Vernachlässigung, Ablehnung und starke familiäre Streitigkeiten können zur Entstehung einer Angststörung führen. Phobien und Ängste können außerdem von Eltern auf Kinder "übertragen" werden.

Weitere Faktoren

Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Frauen entwickeln etwa doppelt so häufig wie Männer eine Angststörung.


Lässt ein Betroffener seine Angststörung nicht behandeln, kommt es in der Folge oft zusätzlich zu einer Depression. Erfolgt keine Therapie, fühlt sich der Erkrankte aufgrund seiner Angst nämlich auf die Dauer minderwertig und im sozialen Leben eingeschränkt.

Foto: © dolgachov - 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

CCM Gesundheit ist ein Informationsportal, das von einem Team aus Gesundheitsspezialisten und Redakteuren unter der Aufsicht von Frau Dr. med. Theresia Blattmann erstellt wird. Dr. Blattmann ist Medizinjournalistin und hat spezielles Fachwissen im Bereich Innere Medizin. Sie betreut die Inhalte von CCM Gesundheit.

Mehr ‌Informationen über das Team von CCM Gesundheit

Lesen Sie auch