Behandlung von Depressionen - Nahrungsergänzungsmittel

April 2018
Bei einer leichten depressiven Verstimmung können Patienten in Absprache mit Ihrem Therapeuten auf die Einnahme von Antidepressiva verzichten. In manchen Fällen ist es ratsam, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, da einige Präparate zur Stimmungsaufhellung beitragen können. Aber Vorsicht: Vor einer Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen.


5-HTP (5-Hydroxytryptophan)

Tryptophan ist eine Aminosäure und eine Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin. Seit dem Aufkommen von Antidepressiva der SSRI-Generation ist die Bedeutung von 5-Hydroxytryptophan in der Therapie von Depressionen in den Hintergrund gerückt. Zudem kann die Einnahme von 5-Hydroxytryptophan zu schweren Nebenwirkungen wie Verwirrtheit, Herzrasen, Krämpfen und Koma führen. Deshalb wird von einer Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel (zum Beispiel als Neuro-L-Tryptophan vertrieben) abgeraten, auch wenn in Foren im Internet immer wieder positive Erfahrungsberichte über die Einnahme dieser Nahrungsergänzungsmittel kursieren. 5-Hydroxytryptophan darf auf keinen Fall mit anderen antidepressiven Medikamenten kombiniert werden, da es sonst zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann.

Omega-3- Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte, essenzielle Fettsäuren. Seit längerer Zeit ist bekannt, dass sich Omega-3-Fettsäuren positiv auf Herz-Kreislauf-Krankheiten auswirken können. Neuere Studien zeigen außerdem die Bedeutung einiger Omega-3-Fettsäuren in der Therapie von Depressionen. Derzeit wird auf diesem Gebiet noch intensiv geforscht.

Phenylalanin und Tyrosin

Phenylalanin ist eine essenzielle Aminosäure, die vor allem in tierischen Proteinen enthalten ist. Phenylalanin ist eine Vorstufe von Tyrosin. Phenylalanin und Tyrosin sind in vielen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten, da Tyrosin für die Synthese des Neurotransmitters Serotonin benötigt wird. Tyrosin kann deshalb bei leichten Depressionen als Antidepressivum eingesetzt werden. Auch hier ist Vorsicht geboten: Tyrosinhaltige Präparate können unter anderem Nebenwirkungen wie Ängste, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Hypertonie oder Arrhythmien auslösen. Tyrosinhaltige Präparate dürfen nicht eingenommen werden, wenn Sie andere Antidepressiva einnehmen. Phenylalanin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie unter einer Phenylketonurie (einer seltenen Erbkrankheit) leiden. Auch bei Krebserkrankungen sollten diese Nahrungsergänzungsmittel nicht eingenommen werden.

S-Adenosylmethionin (SAM)

SAM ist ein Schlüsselprodukt zur Herstellung der Aminosäure Methionin. Methionin wird zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Die Anwendung wird bei bipolaren (manisch depressiven) Erkrankungen und bei Krebserkrankungen nicht empfohlen.

Depression und Ernährung

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen, wie B-Vitamine, darunter vor allem Vitamin B1 und B12, sowie Zink, sind für die Nerven- und Gehirnfunktion unabdingbar. So kann zum Beispiel ein Mangel an Vitamin B schwere psychische Folgeschäden (Korsakow-Syndrom) nach sich ziehen.

Mit einer ausgewogenen Ernährung können Sie bei einer Depression zur Gesundung beitragen. Zum einen stärken Sie durch eine gesunde Ernährung ihren Körper. Zum anderen machen viele Betroffene die Erfahrung, dass durch eine gesunde Ernährung ein positives Körpergefühl entsteht, da Sie sich und Ihrem Körper durch eine gesunde Ernährung auch Achtsamkeit und Wertschätzung entgegenbringen.

Nahrungsmittel gegen Depressionen

Es gibt nicht "das eine" Nahrungsmittel, das eine Depression heilt. Sie können aber die folgenden Ernährungsratschläge berücksichtigen und in verschiedene Rezepte im Alltag integrieren.

Verwenden Sie hochwertige, kaltgepresste und biologische Öle und achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Omega 3-Fettsäuren. Essen Sie generell vitaminreich und ausgewogen und vermeiden Sie Fast Food.

Einige Studien scheinen auf einen Zusammenhang zwischen einer mangelnden Versorgung mit B-Vitaminen und Zink bei der Entstehung von Depressionen hinzuweisen. Auch die Rolle von Vitamin D wird in diesem Zusammenhang diskutiert. Hier gilt zunächst ebenfalls: Eine ausgewogene Ernährung macht den Einsatz von speziellen Nahrungsergänzungsmittel eigentlich überflüssig. Ausnahmen gelten, wenn Sie sich auf spezielle Art und Weise (zum Beispiel vegan) ernähren. Um einen Vitaminmangel (vor allem von Vitamin D und B-Vitaminen) sowie einen Mangel an Zink auszuschließen, kann der Arzt eine Blutuntersuchung vornehmen. Liegt ein Mangel vor, kann zur Substitution ein Präparat in entsprechender Dosierung verordnet werden.

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Letztes Update am 28. Dezember 2017 23:48 von SilkeCCM.
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