Depression: Neurobiologische Grundlagen

April 2018
Forscher gehen davon aus, dass eine Depression multifaktoriell entsteht. Dabei spielen sowohl genetische Veranlagung, psychosoziale Faktoren, Umweltfaktoren als auch neurobiologische Ursachen eine Rolle. Welches Gewicht dabei welchem Faktor zuommt, ist individuell verschieden und für Forscher kaum auseinanderzuhalten. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den neurobologische Veränderungen bei depressiven Menschen.


Depression: Was geschieht im Gehirn?

Das Gehirn funktioniert auf sehr komplexe Weise. Bis heute ist noch nicht abschließend geklärt, welche neurobiologischen Veränderungen die Ursache von Depressionen sind. Als gesichert gilt jedoch, dass bei der Entstehung von Depressionen einige Hormone und Neurotransmitter eine besonders wichtige Rolle spielen. Dazu gehören Stresshormone wie Cortisol, Sexualhormone wie Östrogen oder Testosteron und neuronale Transmitter wie Noradrenalin, Serotonin und Dopamin.

Transmitter-System im Ungleichgewicht

Die Nervenzellen (Neurone) kommunizieren im Gehirn über die Ausschüttung von Botenstoffen, sogenannte Transmitter. Studien haben gezeigt, dass bei depressiven Personen vor allem das serotonerge, noradrenerge und dopaminerge Transmitter-System gestört ist. Somit besteht eine Stoffwechselstörung im Gehirn durch die veränderte Kommunikation zwischen den einzelnen Nervenzellen.


Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei der Neurotransmitter Serotonin. Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt. Serotonin fördert die Kommunikation der neuronalen Zellen und die Produktion von Peptiden in vielen anderen Hirnregionen (Amygdala, Hypothalamus und kortikalen Arealen). So wird zum Beispiel die psychomotorische Antriebsminderung bei depressiven Patienten auf eine Störung im Serotoninhaushalt zurückgeführt.

Medikamentöse Therapie einer Depression

Die Annahme, dass bei einer Depression Neurotransmitter im Ungleichgewicht sind, ist der Hauptansatz für eine medikamentöse Therapie. Die meisten Antidepressiva führen zu einer Erhöhung bestimmter Botenstoffe im Gehirn (zum Beispiel Serotonin oder Noradrenalin). Auf diese Weise sollen depressive Symptome gelindert werden.

Veränderungen im limbischen System

Darüber hinaus wurde mit Hilfe bildgebender Verfahren bei depressiven Personen ein verändertes Aktivitätsmuster im limbischen System festgestellt. Das limbische System ist unter anderem verantwortlich für die Verarbeitung von Emotionen und Gefühlen und spielt in der Stressregulierung eine wichtige Rolle. Diese Änderungen sind die Erklärung für die erhöhte emotionale Verletzlichkeit und die veränderte Reaktion auf Stress.

Foto: © Studiograndouest – 123RF.com

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Letztes Update am 19. Oktober 2017 05:33 von SilkeCCM.
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