Antibiotika-Behandlung von Urethritis und Cervicitis

April 2018
Die wachsende Resistenz von Keimen gegen Antibiotika ist auch bei Geschlechtskrankheiten wie Urethritis und Cervicitis ein Problem. Forscher warenen, dass die Therapie dieser häufig vorkommenden sexuell übertragbaren Krankheiten immer schwieriger wird, weil die auslösenden Bakterien, Chlamydien und Gonokokken, nicht mehr ausreichend auf Antibiotika ansprechen.


Urethritis und Cervicitis: Was ist das?

Urethritis ist eine Harnröhrenentzündung beim Mann und Cervicitis eine Gebärmutterhalsentzündung bei der Frau. Beide Erkrankungen werden durch Bakterien ausgelöst: durch Chlamydien (Chlamydia trachomatis) sowie durch Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae). Die Bakterien werden vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen. Weitere Übertragungwege sind direkter Kontakt mit Schleimhäuten und eine Ansteckung bei der Entbindung.

Diagnose und Behandlung

Bei Männern äußert sich eine Urethritis durch Tropfen aus dem Harnleiter, Schmerzen (Dysurie) und Brennen beim Wasserlassen.


Bei Frauen sind die Symptome einer Cervicitis Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie) sowie brennende und krampfartige Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).

Ein bakteriologischer Abstrich vor Behandlungsbeginn ist wichtig, um die Diagnose bestätigen und den ursächlichen Erreger positiv feststellen zu können, um ein Antibiogramm anzulegen, das bei der Auswahl einer passenden Antibiotika-Behandlung hilft, und um die Entwicklung der Infektion zu verfolgen.

Wirkungsweise der Behandlung

Ziel der Behandlung von Urethritis und Cervicitis ist es, die Übertragung rasch zu stoppen. Sie richtet sich vor allem gegen die Hauptauslöser, die Bakterien Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae. Die eingesetzten Medikamente können im Laufe einer Untersuchung verabreicht werden. Dadurch können die Wirkung besser beobachtet und die Mittel effektiver eingesetzt werden.


Die Behandlung ist bei komplizierten oder über weitere Körperteile verteilte (disseminierten) Formen nicht indiziert.

Leitlinien für die Antibiotika-Therapie

Die Behandlung sollte sofort nach dem Abstrich eingeleitet werden und folgendermaßen aussehen.

Gonokokken-Zellen, die gegen Fluorochinolone und gegen Penicillin resistent sind, werden behandelt mit Beta-Laktamasen: entweder Ceftriaxon 500 Milligramm in einer einzigen Injektion (intramuskulär oder intravenös) oder Cefixim (oral), das weniger effektiv ist als Ceftriaxon. Bei Beta-Laktamasen-Intoleranz kann auf Spectinomycin zurückgegriffen werden, dann zwei Gramm in einer einzigen Injektion (intramuskulär).

Zusätzlich zu diesen Antibiotika, die nicht gegen Chlamydia trachomatis wirken, wird eine Anti-Chlamydien-Behandlung durchgeführt: Azithromycin in einmaliger Dosis von einem Gramm sowie Cyclin in der Standarddosis von 200 Milligramm pro Tag, zweimal täglich und sieben Tage lang oral einzunehmen.

Prävention und Nachverfolgung

Jedem nicht immunisierten Patienten sollte eine Hepatitis-B-Impfung vorgeschlagen werden. Außerdem sollten dem Patienten die Verwendung von Kondomen und Safer-Sex-Praktiken nahegelegt werden, und zwar bis mindestens sieben Tage nach der Behandlung und bis zum völligen Abklingen der Symptome und bei jedem Sexualkontakt mit gelegentlichen oder unbekannten Partnern.

Falls die Symptome länger als drei Tage andauern, ist eine erneute Untersuchung zur Anpassung der Behandlung angezeigt. Nach sieben Tagen sollte die klinische Heilung festgestellt werden. Dazu gehören die Durchführung einer mikrobiologischen Gesundheitsuntersuchung und das Überprüfen der Serologie-Ergebnisse.

Foto: ©Ievgeniia Tkach - 123F.com

Traitement antibiotique des urétrites et cervicites
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Letztes Update am 8. Dezember 2017 13:46 von SilkeCCM.
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