Verwendung von Primär- und Sekundärverbänden

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Für die Versorgung von Wunden stehen verschiedene Verbände zur Verfügung. Lesen Sie hier, welcher Verband für welche Wunde geeignet ist.


Primär- und Sekundärverband

Der Unterschied zwischen einem Primärverband und einem Sekundärverband ist einfach erklärt: Der Primärverband ist der Verband, der direkt auf die Haut, beziehungsweise auf die Wundfläche aufgelegt wird. Um den Verband abzudecken oder zu fixieren, kann darüber noch ein zweiter Verband, der sogenannte Sekundärverband, gelegt werden.

Wundbeurteilung

Um festzustellen, welcher Verband für eine Wunde geeignet ist, bedarf es einer Wundbeurteilung durch eine erfahrene Person wie eine Wundschwester oder einen Arzt. Zunächst muss festgestellt werden, was die primäre Ursache für die Wunde ist. Dabei ist zum Beispiel wichtig, ob es sich um einen Unfall, eine Schnittverletzung oder eine chronische Wunde handelt.


Wenn die Ursache geklärt ist, müssen Sie die Wunde, das Wundbett und die umliegende Haut untersuchen. Achten Sie auf Größe, Ort und Art der Wunde. Daneben ist von Wichtigkeit, ob Hinweise für eine Infektion vorliegen, ob entzündliche Flüssigkeit austritt, abgestorbenes Gewebe enthalten ist, ob die Wunde bereits heilt und in welchem Zustand sich die umliegende Haut befindet. Fragen Sie den Betroffenen außerdem nach Schmerzen und deren Intensität. Denken Sie daran, den Zustand der Wunde regelmäßig zu dokumentieren.

Wundauflagen: Übersicht

Die Zahl und Art der verschiedenen Wundauflagen hat sich in den letzten Jahren extrem ausgeweitet. Die folgenden Abschnitte bieten eine Übersicht über verschiedene Wundauflagen. Ob ein zusätzlicher Sekundärverband notwendig ist, richtet sich nach der Art der Wunde, nach der Art der Wundauflage und danach, ob die Wundauflage allein die Wunde zuverlässig abdeckt.

Dekontaminierende Wundauflagen

Wenn der Verdacht auf eine Wundinfektion besteht, sollte immer zunächst ein Wundabstrich erfolgen, um festzustellen, welche Bakterien die Infektion auslösen. Als Primärverband kann dann eine dekontaminierende Wundauflage eingesetzt werden, die antibakteriell wirkt. Zur Verfügung stehen hier verschiedene Produkte wie Wundauflagen mit Polyhexanid oder Silber.

Schaumstoffwundauflagen

Wenn eine Wunde viel Flüssigkeit absondert, können Schaumstoffwundauflagen genutzt werden. Diese saugen Flüssigkeit aus der Wunde auf, dehnen sich dabei aus und passen sich so an die Wundfläche an. Spezielle Beschichtungen sorgen dafür, dass die Wundkontaktfläche nicht mit der Wunde verklebt.

Alginate

Alginate werden aus Algen gewonnen. Die Wundauflagen bilden einen Faserverbund, der bei Kontakt mit Blut und Wundexsudat (Absonderung aus einer Wunde) gelartig aufquillt. Dabei werden Bakterien und Zellteile eingeschlossen und Calcium oder Zink freigesetzt. Die Calcium-Ionen haben eine blutstillende Wirkung, so dass die Wundauflage auch bei blutenden Wunden eingesetzt werden kann.

Hydrokolloide Wundauflagen

Hydrokolloide Wundauflagen sind in den meisten Fällen zweischichtig. Der Wunde anliegend ist eine selbsthaftende Schicht aus einer flüssigkeitsaufnehmenden Mikrogranula. Das Äußere bildet eine wasserabweisende Matrix. Ein Hydrokolloidverband schließt die Wunde zunächst luftdicht ab, so dass auf der Wundfläche ein Sauerstoffmangel entsteht. Der Mangel reduziert sich, wenn der Verband Wundflüssigkeit aufnimmt, aufquillt und dadurch gasdurchlässiger wird.


Durch die Aufnahme von Wundflüssigkeit bildet sich ein Gel, das die Wunde feucht hält und Zelltrümmer und Abfallstoffe einschließt. Dadurch werden schmierige und fibrinhaltige Beläge von der Wunde gelöst. Die vorübergehende Sauerstoffunterversorgung im Gewebe führt dazu, dass kleine Blutgefäße ins Wundgebiet einsprießen, was die Heilung fördert. Hydrokolloidverbände sind für infizierte Wunden nicht geeignet.

Wundkontaktauflagen

Wundkontaktauflagen dienen dazu, dass die eigentliche Wundauflage nicht mit dem verletzen Gewebe verklebt. Hier handelt es sich meist um silikonbeschichtete Gitternetze, die den empfindlichen Wundgrund schützen, Wundflüssigkeit ableiten und einen schmerzfreien Verbandswechsel ermöglichen.

Hydrogele

Hydrogele bestehen aus speziellen Hydrofasern, die mehr als 60 Prozent Wasser enthalten und so die Wunde befeuchten. Im feuchten Milieu können sich abgestorbene Zellen aus der Wunde lösen.


Foto: © Uwe Mayer – 123RF.com

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Letztes Update am 19. Oktober 2017 03:18 von SilkeCCM.

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