Nikotinersatz

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Mit dem Rauchen aufzuhören, kann eine echte Herausforderung sein. Viele Menschen haben zur Erleichterung der Rauchentwöhnung positive Erfahrungen mit Nikotinersatzmitteln gemacht.


Was ist Nikotinsubstitution?

Wenn Sie gewillt sind, mit dem Rauchen aufzuhören, helfen sogenannte Nikotinsubstitute den Nikotinmangel erträglicher zu machen. Diese Nikotinersatzmittel sind als Pflaster, Kaugummis, Lutschtabletten oder Aerosole rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Substitute geben Nikotin über die Haut oder die Schleimhaut an den Körper ab.

Vorteile von Nikotinersatz

Nikotinersatz enthält gegenüber Zigaretten keine krebserregenden Giftstoffe wie Teer oder Kohlenmonoxid. Zigaretten enthalten etwa 4.000 toxische Substanzen.


Durch den Nikotinersatz werden die Entzugssymptome gelindert. Der Körper hat Zeit, sich an den Rauchstopp zu gewöhnen. So erhöhen sich die Chancen für einen erfolgreichen Rauchstopp um bis zu 50 Prozent. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass die häufig befürchtete Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp reduziert werden kann. Diese spielt häufig eine Rolle, wenn Personen wieder mit dem Rauchen beginnen.

Dauer und Art der Anwendung

Je nach Abhängigkeit liegt die Verwendungsdauer zwischen sechs Wochen und sechs Monaten. Die Nikotindosis wird stufenweise jeden Monat reduziert. Dadurch erfolgt eine langsame Nikotinentwöhnung. Die Kosten einer sechsmonatigen Behandlung fallen je nach Produkt und Anbieter unterschiedlich hoch aus. Nikotinsubstitute können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Beschleunigung des Herzrhythmus, Übelkeit, Durchfall und ein eigenartiges, pappiges Gefühl im Mund verursachen. Beim Auftreten solcher Symptome sollte der Einsatz der Substitute beendet werden. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden dadurch wieder. Im Zweifel sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Nikotinersatzmittel können für Kinder gefährlich sein. Bewahren Sie sie daher außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Nikotinpflaster

Das Pflaster wird auf die Haut geklebt und gibt kontinuierlich Nikotin an den Organismus ab. Die Wirkung tritt etwa nach 30 Minuten ein und dauert den ganzen Tag an. Nikotinpflaster existieren in unterschiedlichen Dosierungen. Die Dosierung wird an den Grad der Abhängigkeit angepasst. Kettenraucher sollten zu einer stärkeren Dosis greifen als Gelegenheitsraucher. Durch Nikotinpflaster gewöhnt sich der Körper langsam an die sinkende Nikotinzufuhr.


Die größeren, höher dosierten Pflaster werden zu Beginn der Behandlung verwendet. Später gehen Sie über einen Zeitraum von acht bis zwölf Wochen zu immer kleineren, niedriger dosierten Pflastern über. Die Haftseite des Pflasters sollte vor dem Aufkleben nicht berührt werden.

Durch den Klebstoff können Kontaktallergien ausgelöst werden. Sollten Sie eine allergische Reaktion bei sich beobachten, wechseln Sie zunächst die Stelle des Pflasters. Bei weiteren Hautirritationen sollten Sie den Hersteller wechseln. Treten weiterhin Symptome auf, beenden Sie die Anwendung und zögern Sie nicht, bei Nebenwirkungen Ihren Arzt oder Apotheker aufzusuchen.

Rauchen mit Nikotinpflaster

Rauchen macht körperlich und psychisch abhängig und der Rauchstopp ist kein leichtes Unterfangen. Sicherlich kommt der Zeitpunkt, an dem Sie trotz Nikotinpflaster das Verlangen nach einer Zigaretten bekommen. Sie sollten Nikotinpflaster aber nur anwenden, wenn Sie vollständig mit dem Rauchen aufhören. Wenn Sie sich fragen, wann Sie das Pflaster abmachen können, um wieder zu rauchen, denken Sie daran, dass Nikotinpflaster langanhaltend wirken. Rauchen Sie möglichst nicht, nachdem Sie das Nikotinpflaster entfernt haben, da sich in den oberen Hautschichten Nikotin absetzt.


Wenn Sie trotz Nikotinersatz rauchen, haben Sie eine doppelte Nikotinzufuhr – zum einen durch das Rauchen und zum anderen durch das Nikotinsubstitut. Dies kann die Nikotinnebenwirkungen erhöhen und negative Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben.

Auch das Rauchen von E-Zigaretten und die gleichzeitige Anwendung von Nikotinersatz wie Nikotinpflastern wird nicht empfohlen. Es ist auch ein Mythos, dass E-Zigaretten ein natürlicher, gesünderer oder gar pflanzlicher Nikotinersatz sind. Das in elektronischen Zigaretten verwendete, nikotinhaltige Liquid zum Verdampfen ist auch schädlich.

Kaugummis und Tabletten

Durch orale Nikotinsubstitute kann ein Nikotinmangel sofort behandelt werden. Die Wirkung tritt rascher und stärker ein als bei Nikotinpflastern, hält aber auch kürzer an. Wenn Sie die Lust zum Rauchen überkommt, können die Kaugummis spontan verwendet werden.

Inhalatoren

Beim Inhalator handelt es sich um ein Plastikgerät mit einer Öffnung zum Einsatz einer Kartusche oder eines nikotingetränkten Kissens. Der Raucher atmet einige Male über das Mundstück ein. Zu Beginn des Entzugs können mehrere Kartuschen verwendet werden.

Kombination mehrerer Nikotinsubstitute

Bei Rauchern mit starker Nikotinabhängigkeit können auch mehrere Arten von Ersatzmitteln kombiniert werden. Erfahrungsberichten zufolge sind für ehemals starke Raucher vor allem die ersten Wochen ohne Zigaretten sehr schwer. In vielen Situationen besteht das Risiko, rückfällig zu werden. Nikotinsubstitute sollen es dem Raucher erleichtern, in solchen Situationen zu widerstehen. Eine punktuelle Nikotineinnahme in Form von Kaugummis, die zusätzlich zur Anwendung des Nikotinpflasters erfolgt, kann den Entzug erleichtern. Der Raucher kann so besser mit Situationen umgehen, in denen die Lust auf eine Zigarette sehr stark und das Risiko, rückfällig zu werden, sehr hoch ist. Damit eine angemessene Dosierung gewährleistet ist, sollte die Kombination mehrerer Produkte unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Die maximale Tagesdosis liegt insgesamt bei 64 Milligramm Nikotinsubstitut pro Tag.

Kosten von Nikotinsubstituten

Die Kosten einer Behandlung mit Nikotinsubstituten fallen je nach Produkt und Anbieter unterschiedlich hoch aus. Die durchschnittlichen Kosten betragen etwa zwei Euro pro Tag und werden in Deutschland von der Grundversicherung in der Regel nicht erstattet. Informieren Sie sich daher bei Ihrer Krankenkasse über die geltenden Regelungen.

Nikotinersatz in der Schwangerschaft

Bei schwangeren oder stillenden Frauen ist die Verwendung von Nikotinsubstitutionsmitteln möglich, sollte aber unbedingt unter ärztlicher Beobachtung stattfinden. Für Schwangere ist es zunächst besser, einen Entzug ohne Rückgriff auf Substitute zu versuchen. Es ist jedoch immer noch besser, wenn Schwangere Nikotinsubstitute nutzen, als weiterhin zu rauchen. Sprechen Sie aber unbedingt vor der Anwendung mit Ihrem Arzt. Wenn Sie Nikotinsubstitute in der Stillzeit verwenden, sollten Sie Ihr Baby mit der Flasche füttern und nicht stillen.

Tipps für einen Rauchstopp mit Substituten

Auch wenn es Ihnen schon mehrmals nicht gelungen ist, mit dem Rauchen aufzuhören, sollten Sie nicht aufgeben. Jeder Versuch mit dem Rauchen aufzuhören, ist eine wichtige Erfahrung.

Was man dabei wissen sollte: Um endgültig mit dem Rauchen aufzuhören, sind häufig mehrere Versuche nötig. Auch jeder Rückfall ist ein Schritt auf dem Weg zum endgültigen Rauchstopp. Lassen Sie sich deshalb nicht demotivieren. Wenn Sie es schaffen, zunächst einmal für einige Monate aufzuhören, ist dies auch ein Erfolg. Nikotinersatzmittel können Sie bei einem erfolgreichen Rauchstopp unterstützen. Ein Test lohnt sich.

Nach dem Aufhören sollten Sie nicht erneut anfangen, gelegentlich zu Zigaretten zu greifen! Das Risiko für einen Rückfall ist dann sehr hoch.

Foto: © Diana Eller - 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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Letztes Update am 4. Januar 2018 13:48 von Silke Grasreiner.

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