Risiken von Medikamenten, die den Eisprung auslösen

Juni 2018
In der modernen Kinderwunschtherapie wird der Eisprung mit Hilfe von Medikamenten stimuliert. Diese medikamentöse Stimulation kann mit Risiken und Nebenwirkungen einhergehen, über die Sie der behandelnde Arzt vor der Therapie aufklären wird.


Medikamente, die den Eisprung auslösen

Um die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft nach Möglichkeit zu erhöhen, werden in der Kinderwunschtherapie die Eierstöcke der Frau so stimuliert, dass mehrere Eibläschen heranreifen. Dies gelingt durch Medikamente, die den körpereigenen Hormonen nachempfunden sind. Da die künstlichen Hormone höher dosiert sind als die körpereigenen Botenstoffe, können sich mehrere Eizellen in einem Zyklus entwickeln, die dann befruchtet werden können. Dies erhöht die Chance auf das Eintreten einer Schwangerschaft, kann aber zu Mehrlingsschwangerschaften führen.


Zur Stimulationstherapie stehen verschiedene Behandlungsschemata zur Verfügung, die aus unterschiedlichen Hormonpräparaten oder aus einer Kombination verschiedener Hormone bestehen. Üblich ist zum Beispiel die Stimulationstherapie mit Hilfe von Tabletten (Clomifen), die Verabreichung des Hormons FSH (follikelstimulierendes Hormon) oder eine Kombination aus FSH und LH (luteinisierendes Hormon). Die beiden letztgenannten Hormone werden durch Spritze verabreicht. Meist ist nach einigen Behandlungstagen die gewünschte Anzahl von Eibläschen erreicht. Dann wird der Eisprung durch die Verabreichung von humanem Choriongonadotropin (zum Beispiel Predalon oder Choragon) ausgelöst. Als Alternative steht hier die gentechnisch hergestellte Variante, das sogenannte Choriongonadotropin Alfa (Ovitrelle), zur Verfügung.

Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten, die den Eisprung auslösen

Je nachdem mit welchem Präparat die Stimulationsbehandlung erfolgt, sind verschiedene Nebenwirkungen möglich. Vor der Behandlung sollten Sie sich von Ihrem Arzt ausreichend über Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung aufklären lassen. Scheuen Sie sich nicht, genau nachzufragen.


Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Übelkeit, Hitzewallungen oder Sehstörungen. Die gefährlichste Nebenwirkung ist die sogenannte Überstimulation. Hier kommt es zu einer Größenzunahme der Eierstöcke mit Zystenbildung und Druckgefühl im Unterbauch. Begleitend kann sich Bauchwasser bilden. Selten kommt es auch zu einer Einlagerung von Flüssigkeit in der Lunge. In einigen Fällen muss eine Überstimulation stationär behandelt werden. Das Syndrom bildet sich in der Regel nach Absetzen der Medikamente zurück, ist jedoch potenziell auch lebensbedrohlich. Bei Bauchschmerzen und starkem Unwohlsein während der Behandlung sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt kontaktieren.

Zu beachten ist außerdem, dass das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften ansteigt, da der Körper mehrere Eifollikel produziert. Der Arzt wird Sie dazu ausführlich beraten. Eileiterschwangerschaften und spontane Fehlgeburten sind leider ebenfalls etwas häufiger als bei einer auf natürlichem Wege entstandenen Schwangerschaft.

Neben den gesundheitlichen Risiken sind auch die emotionale und finanzielle Belastung durch eine künstliche Befruchtung nicht zu unterschätzen.

Kann man den Eisprung auf natürlichem Wege auslösen?

Bevor Sie sich bei unerfülltem Kinderwunsch zu einer medikamentösen Therapie entscheiden, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt sprechen, ob bei Ihnen auch pflanzliche Präparate zur Stimulation des Eisprungs in Frage kommen. Eingesetzt werden können hier zum Beispiel Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Gänsefingerkraut.

Ein pflanzlicher Ansatz kann zum Beispiel für Frauen sinnvoll sein, die einen unregelmäßigen Eisprung haben. Zu beachten ist dabei allerdings das Alter der Frau: Wenn Sie dem pflanzlichen Ansatz eine Chance geben möchten, sollten Sie daran denken, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit einer medikamentösen Kinderwunschbehandlung mit zunehmendem Alter der Frau abnimmt. Deshalb ist es häufig sinnvoll, sich ein gewisses Zeitfenster zu setzen, in dem pflanzliche Präparate ausprobiert werden, und nach Verstreichen dieser Zeit neu zu überlegen, welche Therapieform sinnvoll ist.

Foto: © Paolopagani – 123RF.com

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Letztes Update am 19. Oktober 2017 06:31 von SilkeCCM.
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