Fibromyalgie - Diagnoseelemente

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Fibromyalgie ist eine Erkrankung, die zu Schmerzen in den Muskeln und Sehnenansätzen führt. Lesen Sie hier, welche Symptome für eine Fibromyalgie charakteristisch sind und wie die Diagnose gelingt.


Fibromyalgie - Definition

Der Begriff Fibromyalgie bedeutet übersetzt Faser-Muskel-Schmerz. Die Fibromyalgie äußert sich in Schmerzen unterschiedlichen Charakters (dumpf, drückend, ausstrahlend, ziehend, reißend), die vor allem an Muskeln und Sehnen auftreten. Die Erkrankung kann den gesamten Körper betreffen und wird häufig als großflächiger, langandauernder und chronischer Schmerz beschrieben. Dazu treten häufig Missempfindungen auf, etwa das Gefühl, die betroffene Körperpartie sei geschwollen. Begleitend können Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, ein Reizdarmsyndrom, Depressionen und/oder Schlafstörungen hinzukommen. Von der Erkrankung betroffen sind meist Frauen im mittleren Lebensalter, zwischen 30 und 60 Jahren.

Ursachen des Faser-Muskel-Schmerzes

Die Ursachen für eine Fibromyalgie werden immer noch intensiv erforscht. In der Diskussion steht sowohl eine Prädisposition durch genetische Faktoren als auch die Entstehung im Rahmen entzündlich-rheumatischer Systemerkrankungen beziehungsweise Autoimmunerkrankungen. Auch Operationen oder Unfälle im Sinne einer Störung des Schmerzgedächtnisses sowie Schäden an Nervenfasern, werden als Ursachen für möglich gehalten. Ebenso scheinen psychosomatische Faktoren in der Krankheitsentstehung eine Rolle zu spielen.

Fibromyalgie - Diagnose

Eine Fibromyalgie ist schwer zu diagnostizieren, da es keine eindeutigen Blutwerte oder Diagnoseinstrumente aus der apparativen Diagnostik, wie Röntgenbilder, gibt, die die Diagnose erhärten können.

Ausschluss-Diagnose

Eine Fibromyalgie ist deshalb vor allem eine sogenannte Ausschluss-Diagnose. Diese kann der Arzt dann stellen, wenn andere körperlich fassbare Erkrankungen (wie Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, Wirbelsäulenerkrankungen, muskuläre Systemerkrankungen und Entzündungen der Muskulatur oder Autoimmunerkrankungen) ausgeschlossen wurden.

Der Arzt wird zunächst eine gründliche Anamnese erheben und die genauen Symptome und Beschwerden erfragen. Im Rahmen der Anamnese werden auch Begleiterkrankungen, die Sozial- und Familiengeschichte und eine etwaige Medikamenteneinnahme erfasst. Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Besteht der Verdacht auf Fibromyalgie, kann der Arzt spezielle Fibromyalgie-Fragebögen mit dem Patienten durchgehen.

Diese Fragebögen können zum Teil auch online als Fibromyalgie-Selbsttests ausgefüllt werden. In Anbetracht der Komplexität der Diagnose sollten solche Tools allerdings als wenig aussagekräftig angesehen werden. Die Diagnose einer Fibromylagie sollte ein erfahrener Arzt (häufig ein Rheumatologe) stellen, der alle anderen, auch seltenen körperlichen Ursachen gründlich ausschließen kann.

Diagnosekriterien

In Deutschland wird die Diagnose einer Fibromyalgie in der Regel anhand der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) gestellt. Diese wurden 1990 veröffentlicht und 2010 unter anderem um spezielle Schmerzskalen ergänzt. Die Diagnose der Fibromyalgie wird dementsprechend durch den Ausschluss anderer Diagnosen sowie aufgrund der Auswertung verschiedener Fragebögen und verschiedener Schmerzskalen gestellt.


Der Verdacht auf eine Fibromyalgie sollte dann erwogen werden, wenn der Patient über Schmerzen klagt, die in mindestens drei Körperregionen über einen längeren Zeitraum als drei Monate bestehen.

Besonderes Augenmerk liegt bei der Diagnose auch auf den sogenannten Tender Points. Dies sind spezielle Schmerzdruckpunkte, die zumeist gelenknah an den Sehnen-Muskel-Ansätzen an Nacken, Rücken, Schultern und Hüften liegen und die bei Fibromyalgie-Patienten häufig druckschmerzhaft sind. Diese Tender Points wurden gemäß der ACR-Klassifikationskriterien 1990 erfasst. Besteht bei mindestens 11 dieser 18 Tender Points eine erhöhte Druckschmerzhaftigkeit, liegt ein Verdacht auf Fibromyalgie vor.

Berichtet der Patient zudem über begleitende Symptome wie Schlafstörungen, Depressionen, Abgeschlagenheit oder ein Reizdarmsyndrom, wird die Diagnose wahrscheinlicher.

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Letztes Update am 4. November 2017 05:03 von SilkeCCM.

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