Die Wahl der Entbindungsstation

Stellen Sie Ihre Frage
Eine wichtige Frage für schwangere Frauen, welches Krankenhaus sie für die Geburt auswählen sollen. Wir geben Ihnen hier eine Checkliste an die Hand, um die richtige Entbindungsklinik für Sie zu finden.


Die Wahl der Entbindungsstation

Es ist nicht leicht, eine geeignete Geburtsstation oder Frauenklinik für die Entbindung auszuwählen. Viele Faktoren sind für die Wahl ausschlaggebend. Dazu gehören die Sicherheit, die Anzahl der durchgeführten Geburten, PDAs (Periduralanästhesie) und Dammschnitte, das Vorhandensein eine Kinderstation bzw. Kinderintensivstation, die Zusammenarbeit mit Gynäkologen, Kinderärzten und Hebammen und die medizinische Ausstattung.

Wann sollte man sich in der Klinik zur Geburt anmelden?

Sie sollten sich frühzeitig nach einer geeigneten Entbindungsstation umsehen und sich dort vorstellen. Natürlich können Sie die möglichen Geburtskliniken persönlich besichtigen. Sie sollten sich dort wohlfühlen. Wenn Sie eine Klinik auswählen, sollte die komfortable Einrichtung der Entbindungsstation aber nicht das einzige Kriterium sein. Fragen Sie vorher alles, was Sie wissen möchten.



Die Anmeldung zur Geburt ist übrigens nicht verbindlich. Sie können sich bis zum letzten Moment immer noch anders entscheiden, wenn Sie Zweifel haben sollten.

Das ärztliche Team

Es müssen mindestens eine Hebamme, eine Krankenschwester, ein Gynäkologe und ein Anästhesist im Krankenhaus Dienst haben. Es ist sinnvoll, zu überlegen, ob Sie in einem Krankenhaus entbinden möchten, in dem es eine Kinderstation gibt.

Wenn Sie eine Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaft haben, sollten Sie unbedingt in einem Krankenhaus mit angeschlossener Neonatalstation und Neonatalintensivstation entbinden. Ihr Gynäkologe wird Sie beraten.

Wie lange dauert der Aufenthalt auf der Entbindungsstation?

Frauen sollten nach einer normalen Geburt etwa drei bis fünf Tage, nach einem Kaiserschnitt etwa sieben Tage im Krankenhaus bleiben.

Gibt es Unterschiede bei den Entbindungsstationen?

Ein sogenanntes Perinatalzentrum Level 1 ist für die Versorgung von Patienten mit höchstem Risiko und Hoch-Risikogeburten geeignet und verfügt über eine Neonatologie und Neonatologische Intensivstation.


Ein Perinatalzentrum Level 2 ist für die möglichst flächendeckende, intermediäre Versorgung von Patienten mit hohem Risiko geeignet und verfügt über eine Neonatologie und Neonatologische Intensivstation.

Eine Entbindungsstation mit perinatalem Schwerpunkt ist für die flächendeckende Versorgung von Neugeborenen geeignet, bei denen eine postnatale Therapie absehbar ist. Das Krankenhaus verfügt über eine leistungsfähige Abteilung für Neugeborenenmedizin und eine Kinderklinik.

In einer Geburtsklinik ohne entsprechende Kinderklinik sollten nur reife Neugeborene ohne bestehendes Risiko zur Welt kommen.

Viele Frauen möchten in einer Level-1- oder Level-2-Klinik entbinden. Wenn Ihre ]/contents/303-probleme-waehrend-der-schwangerschaft Schwangerschaft] normal verlaufen ist und keine Risiken absehbar sind, ist es allerdings ausreichend, in einer Geburtsklinik zu entbinden. Dort können normale Geburten und Kaiserschnitte vorgenommen werden.

Was Sie erfragen sollten

Kopieren Sie einfach unsere Checkliste von Fragen, die Sie in den Kliniken, die Sie sich ansehen, stellen sollten.


Ist ein Anästhesist rund um die Uhr anwesend? Wenn ein Anästhesist in Bereitschaft ist, kann er in spätestens 20 Minuten im Krankenhaus sein?

Ist ein Kinderarzt rund um die Uhr anwesend?

Gibt es eine Kinderstation?

Gibt es eine Neugeborenenstation?

Gibt es eine Neugeborenenintensivstation?

Wie viele Kaiserschnitte werden im Haus durchgeführt (in Prozent)? Laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollte die Rate bei weniger als 15 Prozent liegen. Allerdings müssen Sie die Anzahl der Geburten und den Anteil der Risikoschwangerschaften im Krankenhaus berücksichtigen. Ein Level-1-Zentrum hat eine höhere Kaiserschnittrate (etwa 25 Prozent).

Wie häufig wird eine Periduralanästhesie durchgeführt (in Prozent)? Falls Sie mit einer Periduralanästhesie entbinden möchten, sollten Sie nachfragen, ob der Anästhesist 24 Stunden verfügbar ist. Wenn Sie sich gegen eine Periduralanästese entscheiden, sollten Sie dies den Ärzten mitteilen.

Wie häufig wird ein Dammschnitt durchgeführt (in Prozent)? Experten empfehlen aktuell eine Rate von unter 30 Prozent.

Wer ist bei der Entbindung anwesend?

Kennen Sie die Ferientermine des Arztes und der Hebamme nach der Geburt?

In welches Krankenhaus werden Patienten bei Komplikationen verlegt?

Foto: © Blaj Gabriel - 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

CCM Gesundheit ist ein Informationsportal, das von einem Team aus Gesundheitsspezialisten und Redakteuren unter der Aufsicht von Frau Dr. med. Theresia Blattmann erstellt wird. Dr. Blattmann ist Medizinjournalistin und hat spezielles Fachwissen im Bereich Innere Medizin. Sie betreut die Inhalte von CCM Gesundheit.

Mehr ‌Informationen über das Team von CCM Gesundheit

Lesen Sie auch