Schwanger zu sein ist manchmal nicht einfach

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Auch wenn die Schwangerschaft ein einzigartiges Erlebnis im Leben einer Frau ist, finden in diesem Zeitraum tiefgreifende körperliche und psychische Veränderungen statt, die nicht immer leicht zu verarbeiten sind. Viele Frauen erleben den Wechsel aus Vorfreude und Angst vor den kommenden Veränderungen als Stimmungsschwankungen, die einem Wechselbad der Gefühle gleichen.


Körperliche und seelische Veränderungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft verändert sich der Körper von Monat zu Monat. Einige Frauen haben zunächst Probleme, die Schwangerschaft mit allen Veränderungen – körperlich oder seelisch – zu akzeptieren.



Allein durch die Hormonumstellung können Frauen Stimmungsschwankungen erleben, die für die Schwangere selbst und für ihre Umgebung manchmal nur schwer auszuhalten sind. Einige Frauen leiden in der Schwangerschaft unter innerer Unruhe, fühlen sich unglücklich oder haben sogar regelmäßig Heulattacken.

Ein großer Teil der Frauen wagt es nicht, über Sorgen und Ängste zu sprechen. Viele Frauen glauben, dass von ihnen erwartet wird, in der Schwangerschaft glücklich zu sein und verhalten sich dementsprechend. Wenn Ängste verdrängt werden, riskieren werdende Mütter aber eine Verschlechterung ihres Zustands. Die meisten Mütter wissen nicht, dass diese Ängste in der Schwangerschaft auch das Baby beeinträchtigen können.

Ängste während der Schwangerschaft

Für die Ängste und Sorgen werdender Mütter gibt es viele verschiedene Gründe. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihnen Sorgen bereitet. Erst dann können Sie das Problem angehen.

Ursachen für Ängste

Zum einen leiden Mütter heutzutage unter einer Art Informationsüberfluss. Von allen Seiten strömen Ratschläge auf sie ein – von Familie, Freunden, aus Büchern, Zeitschriften, dem Internet oder Programmen. Dies führt zu einer zunehmenden Unsicherheit. Hier gilt: Wenden Sie sich bei Fragen und Problemen an Ihren betreuenden Arzt oder an Ihre Hebamme und besprechen Sie, wie viele Informationen sinnvoll sind und was zu viel ist. Versuchen Sie, Vertrauen in Ihren Körper und das wachsende Leben in Ihnen zu bekommen und wenden Sie sich auch dem Alltag zu.


Viele Frauen können die körperlichen Veränderungen und die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft nur schwer akzeptieren und fühlen sich selbst unattraktiv. Die meisten Frauen haben zudem Angst, dass ihr Partner sie nicht mehr attraktiv findet. Machen Sie sich hier bewusst, dass die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ganz normal ist. Nach der Schwangerschaft können die meisten Frauen ihr Gewicht und ihr ursprüngliches Aussehen rasch wieder zurückgewinnen. Im Moment sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner einfach auf das Baby freuen. Ihre Rundungen sind ein Zeichen, dass ein Kind in Ihnen wächst. Das ist an sich etwas Wunderbares, auch wenn dahinter kurzfristig die Attraktivität zurückstecken muss. Sie können sich außerdem Mühe geben, sich in der Schwangerschaft attraktiv zu kleiden. Hier gibt es viele Angebote für schöne Schwangerschaftsmode. Sie können die Zeit vor der Entbindung auch noch einmal nutzen, um zum Friseur oder zur Kosmetik zu gehen.

Die Sorgen um den Arbeitsplatz, ein etwaiges Beschäftigungsverbot und den Erhalt des Arbeitsplatzes haben Einfluss auf die Psyche der meisten Frauen. In der Schwangerschaft sind Sie zunächst unkündbar. Wie lange Sie in Elternzeit gehen, sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber klären. Nach der Elternzeit haben Sie zudem Anspruch auf Teilzeitarbeit. Besprechen Sie Rechtliches und arbeitstechnische Probleme am besten mit einem Experten. Viele Beratungsstellen bieten spezielle Angebote für Schwangere an.

Wie sich Ängste auf das Baby auswirken

Ängste und Depressionen verändern den Stresspegel im Körper der Schwangeren, was auch Auswirkungen auf das Baby haben kann. Dies bedeutet nicht, dass Schwangere sich nun zwingen müssen, dauerhaft glücklich zu sein. Wichtig ist aber, Ängste und depressive Verstimmungen zu erkennen. Gespräche mit dem Arzt oder Angehörigen können Frauen helfen, mit diesen Ängsten umzugehen. Diskussionsforen können manchmal beruhigen, denn sie helfen Müttern zu entdecken, dass sie mit ihren Ängsten nicht allein sind.

Das Couvade-Syndrom

Als Couvade-Syndrom bezeichnen Wissenschaftler einen Zustand, der eintritt, wenn eine Frau schwanger ist und sich daraufhin eine Schwangerschaftssymptomatik beim Mann äußert. Das Couvade-Syndrom betrifft etwa 10 bis 15 Prozent der Väter. Manche Männer leiden unter Übelkeit, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden, Gewichtszunahme, stärkerem Hungergefühl, Rückenschmerzen, Unterleibskontraktionen oder einem Baby Blues.

Die Verweigerung der Schwangerschaft

Immer wieder gibt es Fälle, in denen eine Schwangerschaft über einen langen Zeitraum unbemerkt verläuft. Man spricht von einer sogenannten Gravitas suppressalis, wenn eine Schwangere über die 20. Schwangerschaftswoche hinaus die Schwangerschaft nicht erkennt beziehungsweise das Erkennen der Schwangerschaftsanzeichen psychisch verweigert. Die Verweigerung der Schwangerschaft wird als ein unbewusster Akt einer schwangeren Frau gegen eine für sie inakzeptable Situation definiert.


Etwa jede 500. Schwangerschaft ist von einem solchen Phänomen gekennzeichnet. Dabei erklären sich die betroffenen Frauen die offensichtlich werdenden Schwangerschaftssymptome durch Umdeuten. So wird die Gewichtszunahme beispielsweise auf vermehrtes Essen und das Ausbleiben der Periode auf Stress zurückgeführt.

Betroffen sein können Frauen aus allen sozialen Schichten und Altersklassen. In 25 Prozent der Fälle realisieren die Frauen tatsächlich erst bei der Geburt, dass eine Schwangerschaft vorliegt und sie ein Kind bekommen werden. Für das Baby birgt eine verdrängte Schwangerschaft natürlich einige Risiken, denn die werdende Mutter wird Ihr Leben nicht der Schwangerschaft anpassen und zum Beispiel weiter rauchen, Alkohol trinken oder potenziell schädliche Medikamente einnehmen.

Wichtig ist, den Frauen in dieser verzwickten Situation zu helfen, indem sie ihr Baby entweder akzeptieren und lieben lernen oder indem der Weg für eine Pflegefamilie beziehungsweise Adoption aufgezeigt wird. Die Frauen müssen insofern von einem professionellen Team, zum Beispiel einer speziell geschulten Hebamme, begleitet werden.

Foto: © Piotr Marcinski – 123RF.com

Letztes Update am 28. November 2017 01:24 von SilkeCCM.

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