Notfälle in der Schwangerschaft

Juni 2018
Die meisten Schwangerschaften verlaufen komplikationslos. Trotzdem sollten Schwangere über die Symptome wichtiger Schwangerschaftskomplikationen Bescheid wissen, um frühzeitig reagieren zu können.


Auf Notfälle in der Schwangerschaft vorbereiten

Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie die Symptome, die auf einen Notfall hindeuten, kennen. Sie sollten die Telefonnummer Ihres betreuenden Gynäkologen und Ihren Mutterpass immer bei sich haben. Wenn Ihr Gynäkologe nicht zu erreichen ist, können Sie selbstverständlich auch bei gynäkologischen Notfällen den Rettungsdienst anrufen. Wenn Sie selbst ins Krankenhaus fahren, sollten Sie sich erkundigen, welche Krankenhäuser in Ihrer Nähe für Notfälle in der Gynäkologie und Geburtshilfe ausgestattet sind, da nicht alle Krankenhäuser automatisch eine Gynäkologie und einen Kreißsaal haben.

Wehen

Regelmäßige, heftige und lange Uteruskontraktionen können auf das Einsetzen der Geburt hindeuten. Wenn die Geburt kurz bevorsteht, sollten Sie sich auf den Weg ins Krankenhaus machen. Den Rettungsdient sollten Sie dann verständigen, wenn schon die Presswehen eingesetzt haben oder wenn Sie so starke Wehen haben, dass Sie sich den Weg ins Krankenhaus unbegleitet nicht zutrauen.

Blutungen

Blutungen können auf eine Fehlgeburt hindeuten. Dies ist ein medizinischer Notfall, der sofort im Krankenhaus abgeklärt werden muss. Bei einer sehr starken vaginalen Blutung sollten Sie den Notarzt beziehungsweise den Rettungsdienst rufen.

Wenn Sie ins Krankenhaus gebracht werden, kann es sein, dass Sie auf der Trage in der sogenannten Fritsch-Lagerung transportiert werden. Diese soll helfen, vaginale Blutungen oder Blutungen der Nachgeburtsperiode zu kontrollieren und einem Blutverlust entgegenzuwirken. Dabei wird die Patientin auf den Rücken gelegt und eine sterile und saugstarke Wundauflage vor die Scheide gelegt. Die Unterschenkel werden übereinander geschlagen, um eine Kompression im Vaginalbereich zu erreichen.

Bauchschmerzen

Plötzliche Bauchschmerzen können Komplikationen anzeigen. Auch hier sollten Sie rasch einen Arzt aufsuchen.

Fruchtwasserabgang

Ein Fruchtwasserabgang kann die Geburt einleiten. Er kann außerdem eine Infektion des Kindes zur Folge haben. Deshalb gilt auch hier: Sie sollten sich sofort beim Arzt vorstellen. Wenn die Geburt kurz bevorsteht, sollten Sie Ihren Frauenarzt fragen, ob Sie selbst ins Krankenhaus fahren dürfen, wenn die Fruchtblase platzt. Wenn der Kopf des Babys schon fest im Becken liegt, dürfen Sie selbst fahren. Liegt der Kopf noch nicht fest im Becken, sollten Sie sich nach dem Platzen der Fruchtblase hinlegen und den Rettungsdienst rufen, der sie liegend ins Krankenhaus bringt. Andernfalls kann die Nabelschnur vorfallen und einklemmen, was einen geburtshilflichen Notfall darstellt.

Rückgang der fetalen Bewegung

Die Mutter beginnt, die ersten Bewegungen des Babys etwa ab der 18. bis 20. Schwangerschaftswoche zu spüren. Wenn Sie merken, dass das Baby sich nicht mehr im Bauch bewegt oder weniger Kindsbewegungen als gewohnt auftreten, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Fieber

Fieber kann auf Infektionen hindeuten und zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen. Wenn Sie während der Schwangerschaft Fieber haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

Präeklampsie und Eklampsie

Eine mögliche Komplikation in der Schwangerschaft ist auch die sogenannte Präeklampsie. Diese verursacht folgende Symptome, die einzeln oder gemeinsam auftreten können: Hypertonie (Bluthochdruck), Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Schleier vor den Augen, Pfeifen oder Brummen in den Ohren, Bauchschmerzen, plötzliche Gewichtszunahme, Schwellungen von Gesicht, Körper oder an den Fingern durch Wassereinlagerungen und Nachweis von Eiweiß im Urin.


Diese Symptome können plötzlich auftreten und sind für Mutter und Kind sehr gefährlich. Eine Präeklampsie kann in eine Eklampsie münden. Eine Eklampsie ist eine schwere Krankheit, die mit Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma einhergeht.

Herpes genitalis und Infektionen

Ein genitaler Herpes ist für das ungeborene Kind gefährlich. Deshalb sollten Sie sich immer rasch beim Arzt vorstellen, wenn Sie einen unklaren Ausschlag oder eine Bläschenbildung haben.


Ein übelriechender Ausfluss kann eine vaginale Infektion anzeigen. Diese muss sofort behandelt werden, um das Baby nicht zu gefährden.

Brennen beim Wasserlassen

Brennen beim Wasserlassen kündigt eine Harnwegsinfektion an, die in der Schwangerschaft unbedingt behandelt werden muss.

HELLP-Syndrom

Ein sogenanntes HELLP-Syndrom ist eine sehr schwere Schwangerschaftskomplikation, die im schlimmsten Fall mit dem Tod der Mutter oder des Kindes enden kann – insbesondere wenn das Syndrom unbehandelt bleibt. Das Syndrom ist durch einen Blutzerfall (H = Hemolysis), erhöhte Leberwerte (EL = Elevated Liver Enzymes) sowie niedrige Blutplättchen (LP = Low Platelet Count) gekennzeichnet.


Ein HELLP-Syndrom tritt bei etwa jeder 150. bis 300. Schwangerschaft auf. Symptome sind mehr oder weniger starke Oberbauchschmerzen, die vor allem rechts lokalisiert sind, Schmerzen im Nieren- und Rückenbereich, Hautjucken, Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall. Ein HELLP-Syndrom kann an eine Magen-Darm-Grippe erinnern. Schwangere mit den genannten Symptomen sollten unbedingt ihren Arzt aufsuchen, um zu klären, ob es sich um ein HELLP-Syndrom handelt. Aufschluss darüber bringt eine Blutuntersuchung. Ein HELLP-Syndrom muss klinisch behandelt werden, am besten in einer größeren Klinik, die Erfahrung im Umgang mit dieser Komplikation hat. Um Auswirkungen auf Mutter und Kind zu vermeiden, wird in der Regel eine möglichst rasche Entbindung angestrebt. Die Werte normalisieren sich etwa vier bis sieben Tage nach der Entbindung.

Foto: © Ratmaner – 123RF.com

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Letztes Update am 29. Dezember 2017 16:41 von SilkeCCM.
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