Latexallergie

Juni 2018
Einige Stoffe, die in vielen verschiedenen Produkten des täglichen Lebens vorkommen, können Allergien auslösen. Zu diesen Stoffen gehört Latex.


Die Latexallergie

Immer mehr Menschen sind von einer Latexallergie betroffen. Momentan leiden etwa ein bis fünf Prozent der Bevölkerung unter dieser Erkrankung. Die Allergie betrifft vor allem Menschen, die wiederholt mit Latex in Kontakt kommen. Dies sind vor allem Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind. Aber auch viele Haushaltsgegenstände enthalten Bestandteile aus Latex.


Frauen haben häufiger eine Latexallergie als Männer. Das liegt vermutlich daran, dass in den gefährdeten Berufen mehr Frauen arbeiten.

Wo ist Latex drin?

Folgende Gegenstände enthalten üblicherweise Latex: Haushaltshandschuhe, Reifen, Luftballons, Verschlusskappen, Taucherflossen, Schwimmbrillen, Bademützen, Kleber, Griffe von Tennisschläger, Kondome und medizinische Geräte, darunter elastische Binden, Spritzen mit Gummidichtungen, Sensoren, Pads, Utensilien für zahnärztliche Untersuchungen und chirurgische Handschuhe. Außerdem sind manche Matratzen aus Latex.

Viele Hersteller von Kondomen bieten inzwischen latexfreie Ausführungen an. Auch latexfrei Diaphragmen sind auf dem Markt. Latexfreie Produkte sind aber für gewöhnlich teurer als herkömmliche Artikel.

Personengruppen, die von einer Latexallergie betroffen sind

Besonders Personen, die häufig mit Latexgegenständen hantieren, sind in Gefahr, an einer Latexallergie zu erkranken. Dies betrifft vor allem Beschäftigte im medizinischen Bereich. In diesem Sektor leiden etwa fünf bis 22 Prozent der Beschäftigten unter dieser Erkrankung. Aber auch andere Personengruppen sind besonders gefährdet, eine Latexallergie zu entwickeln. Dazu gehören Patienten, die häufig operiert werden oder sich im Krankenhaus befinden, Laboranten und Friseure, Personen, die in der Gummiindustrie arbeiten, und Reinigungskräfte.


Als Reaktion auf die steigenden Erkrankungszahlen wird in vielen Krankenhäusern inzwischen mit latexfreien Handschuhen gearbeitet. Leider sind diese Handschuhe sehr teuer, so dass sie bislang nicht in allen Kliniken verfügbar sind. Es kommt vor, dass Beschäftigte im medizinischen Bereich Latexallergien nicht angeben aus Angst, den Beruf wechseln zu müssen. Allerdings steigt damit das Risiko, dass sich die Krankheit verschlechtert.

Kreuzallergien mit Latex

Lebensmittel enthalten war kein Latex, aber Personen, die unter einer Allergie auf verschiedene Lebensmittel wie Bananen, Kiwis oder Meeresfrüchte leiden, reagieren oft auch auf Latex allergisch (Kreuzallergie).


Mit folgenden Lebensmitteln treten Kreuzallergien am häufigsten auf: Avocado, Bananen, Kiwi, Papaya, Trauben, Aprikosen, Nektarinen, Spinat, Fisch und Meeresfrüchte.

Einige Kosmetika enthalten Extrakte aus Avocado, diese Kosmetika sollten von Allergikern vermieden werden. Auch Ficus-Pflanzen können eine Kreuzallergie mit Latex auslösen.

Latexallergien können heftige Reaktionen auslösen

Schon Minuten nach dem Kontakt kann Latex allergische Reaktionen auslösen. Dabei können folgende Symptome auftreten: Konjunktivitis, Rhinitis, Asthma, Urtikaria, Angioödem. In Einzelfällen kann es sogar zum anaphylaktischen Schock kommen. Menschen, die auf Latex stark allergisch reagieren, können sogar allergische Reaktionen entwickeln, ohne direkten Hautkontakt mit dem Stoff gehabt zu haben. Dies kann zum Beispiel dann vorkommen, wenn diese Personen einen Raum mit Luftballons betreten. Durch den Einsatz latexhaltiger Handschuhe während einer Operation können allergische Reaktionen bei Patienten auftreten.

Was tun bei einer Latexallergie?

Wenn Sie vermuten, auf Latex allergisch zu reagieren, führen Sie ein Allergietagebuch, um die Auslöser ausmachen zu können. Lassen Sie bei Arzt einen Test auf eine Latexallergie durchführen (Blutuntersuchung und Prick-Test mit Extrakten aus Naturkautschuk und Naturlatexmilch).


Behandeln lassen sich nur die Symptome der Latexallergie, das Allergen selbst muss gemieden werden. Informieren Sie sich, welche Gegenstände oder Lebensmittel mit Latex-Proteinen allergische Reaktionen hervorrufen können. Führen Sie eine Liste mit sich, die angibt, in welchen Gegenständen sich Latex befindet. Sie sollten außerdem ein Set mit Notfallmedikamenten bei sich haben.

Verwenden Sie im Haushalt Vinylhandschuhe. Teilen Sie ihren Ärzten umgehend mit, dass Sie unter einer Latexallergie leiden. Dies gilt besonders vor Operationen.

Tipps für Operationen und Narkosen

Eine Latexallergie ist der zweithäufigste Auslöser für das Auftreten eines anaphylaktischen Schocks während der Narkose. Deshalb ist es während einer Operation unabdingbar, bei Latexallergikern jeglichen Kontakt mit dem Material zu vermeiden. Personen, die unter einer Latexallergie leiden, sollten als Erstes auf dem OP-Plan stehen, um den Kontakt mit Latex-Proteinen aus vorherigen Eingriffen zu vermeiden. Wenn ein Patient auf Latex allergisch reagiert, sollten alle Behandelnden darüber informiert werden.

Foto: © grazvydas - 123RF.com

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Letztes Update am 7. Dezember 2017 08:41 von SilkeCCM.
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