Kehlkopfentzündung

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Eine Entzündung des Kehlkopfs wird in der Fachsprache als Laryngitis bezeichnet. In den meisten Fällen sind Viren Auslöser der Erkrankung.


Kehlkopfentzündung - Definition

Die akute Kehlkopfentzündung ist eine ansteckende Infektion der Kehlkopfschleimhaut, die vor allem durch Viren (meist infolge einer viral ausgelösten Erkältung) verursacht wird. Selten stecken bakterielle Infekte hinter der Erkrankung. Ursache einer Kehlkopfentzündung können daneben auch mechanische Reize wie sehr starke Stimmbelastung oder chemische Reize wie Reizgase oder Rauch sein.

Symptome einer akuten Kehlkopfentzündung

Durch die akute Kehlkopfentzündung leiden Patienten unter Husten, Heiserkeit und einem Kratzen im Hals. Einige Patienten klagen auch über ein wundes Gefühl im Hals. In der Regel ist der Verlauf einer Kehlkopfentzündung harmlos und die Entzündung klingt nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Der Arzt wird Ihnen für die Dauer der akuten Erkrankung und Heiserkeit eine Krankschreibung geben.


In seltenen Fällen schwillt jedoch die Kehlkopfschleimhaut an, wodurch es zu Atemnot und schlimmstenfalls Erstickungsanfällen kommen kann. Atemnot ist immer ein ärztlicher Notfall, der schnell behandelt werden muss.

Akute Kehlkopfentzündung: Was hilft?

Antibiotika werden bei einer akuten Kehlkopfentzündung nur dann verordnet, wenn Bakterien als Auslöser in Frage kommen. Da die Ursache in den meisten Fällen jedoch Viren sind, ist die Behandlung rein symptomatisch. Dies bedeutet, dass der Arzt bei Schmerzen Schmerzmedikamente verschreiben kann. Tritt Fieber auf, kann dies ebenfalls medikamentös gesenkt werden. Für die Wirksamkeit von Homöopathie gibt es bei einer Kehlkopfentzündung keine wissenschaftlich anerkannten Belege.


Schonen Sie den Kehlkopf, indem Sie möglichst wenig sprechen. Trockene Luft kann die Symptome verschlechtern. Als Hausmittel können Sie regelmäßig mit Salzwasser inhalieren, um die Kehlkopfschleimhaut zu befeuchten. Sorgen Sie außerdem für ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum, indem Sie zum Beispiel feuchte Tücher über der Heizung aufhängen. Das Wichtigste ist natürlich, genügend Flüssigkeit aufzunehmen. Achten Sie deshalb auf eine etwas höhere Trinkmenge, als Sie es gewohnt sind. Meiden Sie Zigarettenrauch und Staub, da dadurch der Kehlkopf zusätzlich gereizt wird.

Atemnot sollte Sie immer rasch zum (Not-)Arzt führen. Dieser verordnet Medikamente, die die Schleimhäute des Kehlkopfs abschwellen lassen und kann Sauerstoff verabreichen. In vielen Fällen ist hier ein Krankenhausaufenthalt unumgänglich, da schlimmstenfalls Erstickungsanfälle drohen.

Sonderformen

Neben der unkomplizierten, akuten Kehlkopfentzündung gibt es verschiedene Sonderformen der Kehlkopfentzündung. Eine gefährliche Form ist die Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis). Diese wird bakteriell verursacht, so dass hier Antibiotika helfen. Die Kehldeckelentzündung entwickelt sich mit sehr starken Halsschmerzen und hohem Fieber. Betroffenen fällt es oft sogar schwer, den Speichel hinunterzuschlucken. Da der Kehlkopfdeckel zuschwellen kann und dadurch die Atmung blockiert wird, müssen entsprechende Symptome immer möglichst rasch ärztlich behandelt werden.


Beim sogenannten Pseudokrupp handelt es sich um eine subglottische (unterhalb der Stimmritze) Kehlkopfentzündung, die vor allem bei Kindern und Babys auftritt. Pseudokrupp verursacht bellenden, krampfartigen Husten, der meist nachts auftritt, sowie Atemnot. Bei einem Pseudokruppanfall sollte ebenfalls unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden, da auch hier Erstickungsanfälle drohen.

Verhalten bei Atemnot

Atemnot und Erstickungsanfälle sind schwerwiegende Komplikationen der Kehlkopfentzündung, bei denen immer so schnell wie möglich ein Arzt gerufen werden sollte. Bis der Arzt eintrifft, sollten Sie sich möglichst ruhig verhalten. Panik und Angst verstärken nur das Risiko eines Erstickungsanfalls.
Lassen Sie den Betroffenen sitzen, da sich die Atmung im Liegen verschlechtert. Ein guter Platz ist zum Beispiel am geöffneten Fenster. Sie können auch die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen, indem Sie zum Beispiel heißes Wasser in die Badewanne einlaufen lassen. Wenn der Arzt bereits ein Kortisonpräparat verordnet hat, können Sie dies verabreichen.

Foto: © Katarzyna Bialasiewicz – 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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