Schwere allergische Reaktionen: Anaphylaktischer Schock

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Akute allergische Reaktionen können lebensbedrohlich sein. Neben plötzlichem Ausschlag kann es auch zu weiteren schweren Symptomen kommen, bei denen schnellstens erste Hilfe geleistet werden muss.


Schwere allergische Reaktionen

Allergien sind lästig genug für die Betroffenen. Wenn ihr Immunsystem aber extrem auf einen Auslöser (körperfremde Eiweiße) reagiert, spricht man von Anaphylaxie.

Dabei werden fünf Stadien unterschieden: Leichte und begrenzt auftretende Hautreaktionen, leichte Allgemeinreaktion (Ausschlag, Unruhe, Kopfschmerzen), ausgeprägte Allgemeinreaktion (mit Luftnot), bedrohliche Allgemeinreaktion (anaphylaktischer Schock) und vitales Organversagen mit Atem- und Kreislaufstillstand.


Der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Allergen und der Reaktion beträgt manchmal nur wenige Sekunden. Ein anaphylaktischer Schock tritt normalerweise erst sechs bis zwölf Stunden nach dem Kontakt auf. Die Dauer der Reaktion ist unterschiedlich.

Das Angioödem

Das Angioödem ist eine bestimmte Form der Nesselsucht, die meist im Gesicht, an den Lippen oder an den Augenlidern auftritt. Das Angioödem tritt plötzlich auf und breitet sich rasch aus. Als gefährliche Komplikation kann es zu Schwellungen am Kehlkopf kommen, die mit Erstickungsanfällen einhergehen können. Die Ursachen für ein Angioödem sind denen der Nesselsucht ähnlich.

Der anaphylaktische Schock

Der anaphylaktische Schock ist die schwerste allergischen Reaktion, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen bis hin zum Tode führen kann. Allerdings ist das Auftreten solcher allergischen Reaktionen äußerst selten.


Meist beginnt der anaphylaktische Schock mit Juckreiz, der sich rasch über den ganzen Körper ausbreitet. Häufig wird dieses Anzeichen von Bauchschmerzen und Übelkeit sowie Atemnot (allergisches Asthma) begleitet. Aufgrund des Schocks kommt es innerhalb weniger Minuten zu beschleunigter Herzfrequenz und einem raschen Blutdruckabfall, so dass lebenswichtige Organe nicht ausreichend durchblutet werden können.

Die häufigsten Auslöser für einen anaphylaktischen Schock sind Allergene wie Drogen, Nahrungsmittel (zum Beispiel Erdnüsse), Tierhaare, Latex sowie Bienen- oder Wespenstiche.

Der anaphylaktische Schock ist ein Notfall, der unverzüglich behandelt werden muss. Die Entzündung wird durch die Gabe von Kortikoiden eingedämmt. Zur Kreislaufstabilisierung wird in schweren Fällen Adrenalin verabreicht.

Unmittelbar nach dem anaphylaktischen Schock sollte das auslösende Allergen mittels eines Allergietests nachgewiesen werden. Je nach Ergebnis sollten sich Betroffene vom Allergologen über die notwendige Therapie beraten lassen.

Der Arzt wird Ihnen auch ein Set mit Notfallmedikamenten (wie Selbst-Injektionsspritzen, Kortikoide, Adrenalin) aushändigen, die im Ernstfall selbst angewendet werden können. Erfahrungsberichte zeigen, dass das Herausfinden des Auslösers und das Tragen des Notfallsets den Betroffenen wieder Sicherheit im Alltag geben.

Foto: © aoldman - 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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