Der diabetische Fuß

Juni 2018
Offene Wunden an den Füßen von Diabetikern sind nicht selten. Oft reichen schon kleine Stöße aus, um eine Verletzung auszulösen.


Der diabetische Fuß

Fußwunden bei Diabetikern müssen sehr ernst genommen werden, da sie sehr schlecht heilen und manchmal bis zur Amputation führen können. Ursachen für die schlechte Heilungstendenz der Wunden an einem diabetischen Fuß sind oft Arterienverkalkungen und diabetische Nervenschäden (diabetische Neuropathie), die als Komplikation bei Diabetes auftreten können. Durch die Polyneuropathie können Diabetiker Schmerzen an den Füßen schlechter wahrnehmen und bemerken so gerade im Anfangsstadium die Anzeichen von Wunden erst verspätet. Die verminderte Blutversorgung trägt zu einer verzögerten Heilung bei.


Experten sind sich einig, dass die Anzahl von Amputationen durch eine frühzeitige Information von Diabetikern und Risikopatienten verringert werden könnte. Wenn eine Wunde am Fuß auftritt, sollten Diabetiker unbedingt Ihren Arzt zur Behandlung aufsuchen. Dieser wird die Wunde versorgen und kontrollieren. Gegebenenfalls kann eine Wunddokumentation mit Bildern für den genauen Verlauf der Wundheilung angefertigt werden.

Stufeneinteilung des Diabetikerfußes

Die Schwere des diabetischen Fußsyndroms teilt sich in fünf Grade ein.


Grad I: oberflächliche Entzündung
Grad II: Ausweitung auf Knorpel, Kapsel und Knochen
Grad III: Abszess, Knochenbefall, Osteoarthritis
Grad IV: Anfang eines Geschwürs
Grad V: ausgedehntes Geschwür

Eine schwere Komplikation des schmerzunempfindlichen diabetischen Fußes ist der Charcot-Fuß, bei der Fußknochen unbemerkt brechen, ohne dass die Betroffenen Schmerzen empfinden.

Risiken erkennen

Diabetiker haben sehr häufig an den Füßen eine diabetische Neuropathie. Dadurch haben Betroffene an den Füßen ein verändertes Temperatur- und ein vermindertes Schmerzempfinden, wodurch Wunden unbemerkt entstehen können. Diabetiker haben zudem oft sehr trockene, zu Rissen neigende Haut, was wiederum zu Entzündungen führen kann. Verformungen an den Füßen können zu vermehrte Hornhautbildung hervorrufen, aus der wiederum Verletzungen resultieren können.

Arterienverkalkungen und Nervenschädigungen vermeiden

Um Arteriosklerose und Nervenschäden vorzubeugen, müssen Diabetiker darauf achten, den Blutzucker möglichst gut einzustellen. Orientierend kann für die Blutzuckereinstellung der Langzeit-Blutzuckerwert ([/faq/4498-was-ist-der-hba1c-wert HbA1c-Wert) der letzten Monate herangezogen werden. Beachten Sie die Zuckerwerte, die Ihnen Ihr Diabetologe vorgibt. Diabetiker sollten daneben versuchen, alle weiteren Risikofaktoren zu minimieren. Dazu gehören zum Beispiel ein konsequenter Rauchstopp, die Behandlung von Bluthochdruck sowie die Senkung erhöhter Blutfettwerte, da alle diese Faktoren eine Arterienverkalkung zusätzlich massiv begünstigen.

Fußpflege und sorgfältige Hygiene

Füße mit verminderter Sensibilität sind verstärkt verletzungsgefährdet. Untersuchen Sie deshalb als Diabetiker regelmäßig Ihre Füße, um eventuelle Entzündungen sofort zu erkennen. Lassen Sie sich dabei helfen, vor allem wenn Sie unter Sehstörungen und mangelnder Beweglichkeit leiden. Überprüfen Sie auch, ob keine Geschwüre, Hornhaut, rissige Fersen oder Fußpilz vorliegen.


Pflege, sorgfältige Hygiene und regelmäßiges Nägelschneiden, komfortable Schuhe und ein Besuch beim Podologen verringern das Risiko von Verletzungen, die bei Diabetikern sehr schwerwiegende Folgen haben können. Diabetiker sollten deshalb jeden Tag duschen oder zumindest ein kurzes Fußbad mit warmem Wasser und Seife nehmen. Achten Sie auch darauf, die Füße vor allem im Zehenzwischenraum gut abzutrocknen, um Fußpilz zu vermeiden. Bei trockener Haut sollten Sie eine Feuchtigkeitscreme verwenden.

Die Fußnägel sollten Sie sehr vorsichtig schneiden, um Verletzungen zu vermeiden. Hornhaut sollte ebenfalls nur sehr vorsichtig entfernt werden. Idealerweise übernimmt beides eine auf Fußpflege geschulte Person. Die Kosten für den Besuch eines Podologen werden nach ärztlicher Verordnung in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Diabetiker sollten nicht barfuß laufen, um Verletzungen zu vermeiden. Sie sollten keine Wärmflasche oder Heizdecke benutzen und keine zu heißen Bäder nehmen, da Hitze Verbrennungen hervorrufen kann.

Schuhe und Strümpfe

Die Strümpfe müssen täglich gewechselt werden. Neue Strümpfe sollten Sie zunächst nie länger als vier Stunden tragen, um zu überprüfen, ob sie Druckstellen verursachen. Benutzen Sie Strümpfe aus Baumwolle oder Naturfasern und vermeiden Sie Falten und enge Stellen.

Kaufen Sie Schuhe abends, wenn die Füße meist etwas geschwollen sind. Sie können in Sanitätsfachhäusern spezielle Diabetiker-Schuhe erwerben. Generell empfiehlt es sich, mehrere Paare Schuhe zu besitzen, um Druckstellen und Reiben zu vermeiden. Fühlen Sie vor dem Anziehen mit der Hand in Ihre Schuhe, um zu überprüfen, ob Gegenstände wie Steinchen darin sind, die Verletzungen hervorrufen können. Tragen Sie auch im Sommer immer Strümpfe in Schuhen. Absätze sind für Diabetiker eher ungeeignet und sollten fünf Zentimeter generell nicht überschreiten.

Foto: © Levente Gyori – 123RF.com

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Letztes Update am 18. November 2017 03:41 von SilkeCCM.
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