Krebs: Zahlen und Fakten

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Krebs ist heutzutage eine sehr weit verbreitete Krankheit. Kaum jemand hat nicht einen Erkrankten in seiner Familie oder seinem Bekanntenkreis. Während die Zahl der Krebskranken gestiegen ist, haben sich gleichzeitig die Heilungschancen verbessert.


Krebsstatistik

Selbst wenn die Diagnose Krebs heute keinesfalls mehr ein Todesurteil bedeutet, erweckt die Diagnose bei den meisten Betroffenen große Sorge und existenzielle Ängste. Krebs ist heute laut Statistik zu mehr als 50 Prozent heilbar. Bei einigen Krebsarten liegt die Überlebensrate sogar bei nahezu 100 Prozent, zum Beispiel bei Hodenkrebs.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 2012 rund 14 Millionen neue Krebsfälle registriert. Diese Zahl wird nach Einschätzung der WHO in den nächsten Jahrzehnten noch stärker ansteigen. Bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen an Krebs erkranken - 40 Prozent mehr als im Moment. Allerdings werden die Zahlen dadurch abgeschwächt, dass sowohl die Bevölkerung stetig wächst als auch die allgemeine Lebenserwartung. An Krebs sterben weltweit mehr Menschen als an AIDS, Tuberkulose oder Malaria.


In Deutschland sind Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache. An erster Stelle stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Alter zwischen 35 und 64 Jahren ist Krebs allerdings die häufigste tödliche Krankheit. Bei Männern waren im Jahr 2007 29 Prozent der Todesfälle auf eine Krebserkrankung zurückzuführen, bei Frauen waren es 22,6 Prozent.

Im Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland von 2016 hat das Robert-Koch-Institut die Krebsneuerkrankungen nach Krebsarten aufgeschlüsselt. Der Statistik zugrunde lagen Daten aus dem Jahr 2014.

Neuerkrankungen 2014 unter Männern nach Häufigkeit:

KrebsartMänner
Prostata 57.370
Lunge 34.560
Darm 33.120
Harnblase 11.680
Haut 10.910
Niere 9.480
Magen 9.340
Lymphdrüsen 9.160
Mundhöhle/Rachen 9.130

Neuerkrankungen 2014 unter Frauen nach Häufigkeit:

KrebsartFrauen
Brust 69.220
Darm 27.890
Lunge 19.280
Gebärmutter 10.680
Haut 10.310
Bauchspeicheldrüse 8.560
Lymphdrüsen 7.880
Eierstöcke 7.250
Magen 6.090

Im Bezug auf die Todesfälle nach Krebsart sterben die meisten Männer an Lungenkrebs, gefolgt von Prostata- und Darmkrebs. Die meisten Frauen sterben an Brustkrebs, gefolgt von Lungen- und Darmkrebs.

Im Bezug auf die Bundesländer ist die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Männern am größten in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, bei Frauen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfallen.

Steigerung der Überlebenschancen

Obwohl Krebserkrankungen immer häufiger werden, hat sich die Überlebenswahrscheinlichkeit in den letzten Jahren generell verbessert.


Dank der Früherkennung und Präventionsuntersuchungen sank die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs zwischen 1990 und 2000 um 24 Prozent. Auch an Darmkrebs sterben immer weniger Menschen. Gebärmutterhalskrebs kann durch Abstriche sehr gut früh erkannt und behandelt werden, wodurch die Sterblichkeitsrate ebenfalls verringert wurde.

Die Anzahl der Prostatakrebserkrankungen steigt an, da die Menschen immer älter werden. Als häufigste Krebserkrankung beim Mann ist Prostatakreb für zehn Prozent der männlichen Krebstoten verantwortlich. Trotzdem sinkt die Sterblichkeit durch die Früherkennungsmaßnahmen und PSA-Wert-Bestimmungen kontinuierlich. Bei Lungenkrebs treten zwar immer weniger Todesfälle bei Männern auf, die Anzahl der Neuerkrankungen bei Frauen steigt jedoch an.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken?

Derzeit erkranken in Deutschland rund 50 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen einmal im Leben an Krebs. So hoch ist also die statistische Wahrscheinlichkeit für einen Deutschen, ebenfalls Krebs zu bekommen. Allerdings kann das individuelle Risiko stark davon abweichen.


Um das Risiko zu reduzieren, sollte man zunächst alle Möglichkeiten der Krebsvorbeugung und Früherkennung nutzen. Darmkrebs zum Beispiel lässt sich relativ einfach in frühen Stadien erkennen und entsprechend effektiv behandeln.

Forscher glauben, dass rund die Hälfte aller Krebsfälle und aller Todesfälle durch Krebs vermieden werden könnten. Ein gesunder Lebenswandel und die Vermeidung krebserregender Stoffe können das Krebsrisiko mindern. Dazu gehört zum Beispiel nicht zu rauchen, keinen Alkohol zu trinken, sich nicht in Solarien zu bräunen, ein normales Gewicht zu halten, Sport zu machen und sich gesund zu ernähren (mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen). In Bezug auf die Ernährung gelten vor allem rotes Fleisch und Wurst als Risikofaktoren.

Beim Thema Krebsrisiko ist auch immer wieder die Rede davon, dass elektromagnetische Strahlung, vor allem durch Handys, Tumore im Gehirn auslösen könnte. Wissenschaftlich belegt ist dies aber nicht, so dass es nach dem bisherigen Stand der Forschung nicht nötig ist, auf die Nutzung von Handys und WLAN zu verzichten.

Die Einnahme der Pille erhöht statistisch ein wenig das Risiko für Brustkrebs, senkt es aber gleichzeitig für Gebärmutterhalskrebs, so dass daraus keine eindeutigen Verhaltensempfehlungen abzuleiten sind.

Kosmetika enthalten einige Stoffe, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen, zum Beispiel Aluminiumsalze in Deos oder Parabene in Cremes. Auch dafür gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Belege.

Belegt ist allerdings, dass es offenbar einen Zusammenhang gibt zwischen Hyaluronsäure und einem Schutz vor Krebs. Der körpereigene Stoff, der als eine Art Schmiermittel fungiert und zum Beispiel die Gelenke geschmeidig und die Augenlinse flüssig hält, macht Nacktmulle, die von Natur aus sehr viel Hyaluronsäure in ihrem Körper haben, immun gegen Krebs. Synthetische Hyaluronsäure, die gegen Gelenksarthrose und als sogenannter Filler in der Bekämpfung von Falten und eingesetzt wird, gilt deshalb als Hoffnungsträger in der Krebstherapie der Zukunft.

Foto: © Lisa Young - 123RF.com
 Frau Dr. med. Theresia Blattmann

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Letztes Update am 15. Dezember 2017 12:11 von Silke Grasreiner.

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