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Sauerstoff- Therapie

Stellen Sie Ihre Frage Aggamaus - Letzte Antwort am 15. Februar 2015 23:26 von T. Blattmann
Hallo,
ich brauche Ihre Hilfe. Mein Mann war 6 x im KH und man weiß bis heute nicht, hat er Altersepilepsie oder waren es mehrere Schlaganfälle in eigentlich zu kurzen Abständen. ?Was meiner Meinung nach für Altersepilepsie spricht, waren schlechte EEG's zum damaligen Zeitpunkt. Seit Dezember ist alles gut und die Tabletten werden zurück gefahren. (Keppra) Zur Zeit sind es 250mg frühmorgens und 250mg abends. Am 23.02. wird die Dosis weiter verringert.?Lomatrogin (100mg frühmorgens und 100mg abends) muss er weiter nehmen, obwohl er nie einen Anfall hatte. ( Nur im KH waren es 2x Wortfindungsstörungen und meiner Meinung nach zu hoch dosierte Medikamente, die eine starke Wesensveränderung nach sich zogen. Die Neurologin gab mir indirekt recht!! ?Nun meine Frage: Der Hausarzt möchte eine Sauerstoff-Therapie starten. Ich weiß nicht, ist das sinnvoll oder nur teuer als Eigenleistung zu begleichen? ?Die Neurologin lehnte diese Therapie energisch ab, konnte aber keine richtige Begründung liefern, außer es solle vorher die Sauerstoffsättigung im Blut geprüft werden. ?Ich wiederum habe im Internet gelesen, diese Therapie sei nichts bei Epilepsie. Wer weiß etwas Genaues? Würde mich freuen! Ich möchte sooo sehr, dass es meinem Mann (80 Jahre), bei dem kein geistiger sowie körperlicher Schaden zurück blieb, wieder gut geht. Auf der anderen Seite will ich aber nicht, dass der Arzt Geschäfte macht, die ihren Preis (600 €) haben und eigentlich keiner nichts genaues darüber weiß.?Schade, dass die Ärzte immer wieder die Unwissenheit der Patienten ausnutzen.
Danke und schöne Grüße?
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Guten Abend,

wenn ich Sie richtig verstanden habe, hat Ihr Mann keine Erkrankung, die eine medizinisch indizierte Sauerstofftherapie rechtfertigen würde und die mit einer verminderten Sauerstoffsättigung im Blut einhergeht (wie z.B. eine Lungenerkrankung wie die COPD).
Ihr Hausarzt wird Ihnen somit vermutlich die so genannte Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie angeboten haben. Diese Therapie wird bei verschiedenen Erkrankungen beworben, unter anderem auch bei neurologischen Erkrankungen wie der, unter der Ihr Mann leidet.
Bei der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie erhalten Patienten zunächst einen Vitamin-Mineralstoff-Cocktail, das die Sauerstoffaufnahme in den Zellen verbessern soll. Danach erfolgt die Inhalation von sauerstoff- angereicherter Luft. Dadurch soll die Sauerstoffkonzentration im Blut verbessert werden, die Zellen (auch die Gehirnzellen) sollen besser mit Sauerstoff versorgt werden.
Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie ist ein Verfahren, das bislang in seiner Wirksamkeit nicht valide belegt werden konnte. Viele Fachgesellschaften (wie z.B. die Fachgesellschaft für Innere Medizin) kritisieren das Verfahren deshalb. Zudem sollten Sie bedenken, dass eine Sauerstoffgabe auch durchaus Risiken bergen kann. So kann sie einigen Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen mehr schaden, als nutzen, da ein zu hohes Sauerstoffangebot in einigen Fällen den Atemantrieb mindern kann. Aus diesen Gründen wird Ihre Neurologin die Lungenfunktion bzw. die Sauerstoffsättigung Ihres Mannes im Blut prüfen wollen, um eine risikoreiche Therapie zu vermeiden. Ich würde Ihnen hinsichtlich der Therapie alles in allem eher zur Zurückhaltung raten, da die Wirksamkeit der Methode nicht belegt ist und sie für den Patienten eventuell mit Risiken verknüpft sein kann.

Alles Gute wünscht Ihnen
T. Blattmann
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