Zika-Virus erkennen und behandeln

Juni 2017

Weltweit infizieren sich nur sehr wenige Menschen mit dem Zika-Virus und die Infektion verläuft eher harmlos. Jedoch sollen die Viren Fehlbildungen bei ungeborenen Kindern auslösen und das macht Zika potenziell gefährlich.


Übertragung des Zika-Virus

Das Zika-Virus wird ebenso wie das Dengue-Virus durch Mücken auf den Menschen übertragen. Weltweit sind etwa 30.000 Menschen am Zika-Virus erkrankt. Zum Vergleich: Am Dengue-Virus erkranken jedes Jahr 400 Millionen Menschen.


Im Februar 2016 wurde zum ersten Mal ein Fall aus den USA bekannt, bei dem das Zika-Virus nachweislich durch Geschlechtsverkehr übertragen wurde. Experten hatten schon lange vermutet, dass es auch zu einer direkten Ansteckung von Mensch zu Mensch kommen kann.

Symptome einer Zika-Virus-Infektion

Beide Krankheiten, Dengue und Zika, verursachen recht ähnliche Symptome, wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Übelkeit und grippeähnliche Beschwerden. Augenrötungen und ein knotiger Hautausschlag können bei einer Zika-Virus-Infektion hinzukommen.


Die Krankheit verläuft meistens mild und hält zwischen vier und sieben Tage lang an. Todesfälle durch das Zika-Virus sind bislang nicht bekannt. Allerdings kann es das Guillain-Barré-Syndrom auslösen, eine Nervenkrankheit mit Lähmungserscheinungen, die oft nach Virusinfektionen auftritt.

Zudem häufen sich Hinweise, dass Zika-Virus-Infektionen in der Schwangerschaft Fehlbildungen beim ungeborenen Kind verursachen können. Schwangere, die sich mit dem Zika-Virus infizieren, scheinen ein erhöhtes Risiko haben, Kinder mit einem zu kleinem Schädel (Mikrozephalie) und infolgedessen mit einer geistigen Behinderung zur Welt zu bringen. Zwischen 2015 und 2016 gab es in Brasilien rund 4.000 Verdachtsfälle.

Diagnose einer Zika-Infektion

Die eindeutige Diagnose einer Zika-Virus-Infektion ist schwierig, weil die Symptome und die Laborwerte bei Dengue-Fieber und Zika so ähnlich sind. Eindeutig nachgewiesen werden kann das Zika-Virus nur durch eine Blutuntersuchung. Der Nachweis ist jedoch nur in wenigen spezialisierten Laboratorien möglich, wie zum Beispiel am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Wie kann man Zika behandeln?

Bei einer Zika-Infektion Ärzte lediglich, ebenso wie bei Dengue, nur die Symptome behandeln, also mit schmerz- und fiebersenkenden Mitteln. Es gibt keine speziellen Medikamente, die die Zika- und Dengue-Viren bekämpfen, und bisher auch keine Impfstoffe zur Vorbeugung.

Ist das Zika-Virus eine Gefahr für Europa?

Das Zika-Virus findet vor allem in tropischen und einigen subtropischen Gebieten der Welt Verbreitung, in dem auch die Überträger-Mücken heimisch sind. Besonders betroffen sind derzeit 30 Länder in Mittel- und Südamerika. Vereinzelt gibt es Infektionen im tropischen Afrika und Asien.


Durch die weltweite Mobilität kann das Virus, wie im Fall der USA geschehen, natürlich auch in anderen Regionen der Welt auftauchen. Schwangere sollten von Reisen in bereits betroffene Gebiete absehen.

Foto: © Marco Uliana – Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 9. März 2017 05:45 von SilkeCCM.
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