Blutgerinnung: Gerinnungsfaktoren, extrinsisches und intrinisisches System

Juli 2017

Egal ob bei kleinen Wunden, größeren Verletzungen oder nach einem operativen Eingriff: Die Blutgerinnung sorgt dafür, dass der Blutfluss aufhört und sich die Wunde verschließen kann. Ohne eine adäquat funktionierende Blutgerinnung kann es zu einem großen Blutverlust kommen.


Blutstillung und Blutgerinnung

Das Blut transportiert Sauerstoff und Nährstoffe über das weit verzweigte Gefäßsystem zu allen Organen, Muskeln und Geweben unseres Körpers. Dafür muss das Blut flüssig sein.

Wenn wir uns aber verletzen und Blut aus dem Gefäßsystem austritt, setzten im Körper die sogenannte Blutstillung und Blutgerinnung ein. Durch die Blutgerinnung verklumpt das normalerweise flüssige Blut, so dass es zur Blutstillung kommt. Ohne eine effektive Blutgerinnung würde schon eine kleine Wunde ausreichen, um einen großen Blutverlust zu verursachen.

Die Blutstillung

Durch die sogenannte Blutstillung wird eine Wunde nach der Verletzung verschlossen. Zunächst heften sich dazu Blutplättchen (Thrombozyten) an die Bindegewebsfasern der Wundränder und verkleben mit ihnen. Auf diese Weise setzt bereits nach wenigen Minuten die Blutstillung ein. Dies bezeichnet man als sogenannte primäre Hämostase.


Die Blutplättchen vernetzen sich untereinander und setzen Substanzen frei, die unter anderem zu einer Ansammlung weiterer Blutplättchen an der Verletzungsstelle führen. Dies sorgt dafür, dass die Durchblutung im Bereich der Verletzung abnimmt.

Die Blutgerinnung

Die Blutgerinnung, die sogenannte sekundäre Hämostase, sorgt schließlich dafür, die Wunde dauerhaft abzudichten. Durch die Blutgerinnung bilden sich im flüssigen Anteil des Bluts lange netzartige Fasern aus Fibrin - einem Eiweiß, das der Blutgerinnung dient. Binnen weniger Minuten legt es sich wie ein Netz um die Blutplättchen und bildet so ein Blutgerinnsel.

Die Gerinnungskaskade einfach erklärt

Die Gerinnungskaskade funktioniert, vereinfacht erklärt, nach folgendem Schema: Je nachdem wo eine Verletzung vorliegt, setzt diese das sogenannte extrinsische oder das intrinsische System in Gang.


Die durch äußere Faktoren ausgelöste Blutgerinnung (extrinsisches System) setzt bei äußerlichen Verletzungen ein, zum Beispiel bei Hautverletzungen. Die Blutgerinnung lässt sich auch durch das intrinsische System auslösen. Letzteres ist der Fall bei Verletzungen im Inneren der Blutgefäße. Der Beginn der Blutgerinnung über das intrinsische System dauert einige Minuten, während die Blutgerinnung über das extrinsische System schon nach wenigen Sekunden beginnt.

Beide Systeme aktivieren verschiedene Gerinnungsfaktoren, die schließlich zur Fibrinbildung und somit zur Ausbildung eines Blutgerinnsels führen. Damit sich im fließenden Blut kein Blutgerinnsel bildet, liegt Fibrin im Körper als Fibrinogen, der löslichen Vorstufe von Fibrin, vor.

Der Mensch verfügt über ein kompliziertes System an Gerinnungsfaktoren, die bei einer Verletzung den Ablauf der Gerinnungskaskade auslösen und inaktive Gerinnungsfaktoren in aktive Formen umwandeln. Am Ende dieser Kaskade steht das aktive Enzym Thrombin, das Fibrinogen in aktives Fibrin umwandelt.

Foto: © Dmitry Lobanov – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 16. Juni 2017 21:47 von SilkeCCM.
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