Welche Narkosearten gibt es?

April 2017

Eine Narkose kann je nachdem welcher Eingriff geplant ist, als Vollnarkose, Teilnarkose oder lokale Narkose erfolgen. Lesen Sie hier, welche verschiedenen Narkosearten zur Verfügung stehen.

Vollnarkose - Allgemeinanästhesie

Bei einer Vollnarkose wird der Patient durch verschiedene Medikamente in einen schlafähnlichen Zustand versetzt, in dem er keine Schmerzen verspürt. Zur Verfügung steht eine Liste verschiedener Mittel, die schmerzlindernd, muskelentspannend und sedierend wirken. Für kürzere Eingriffe wird der Patient während der Narkose über eine Maske oder Kehlkopfmaske beatmet. Bei längeren Eingriffen muss ein Beatmungsschlauch über den Mund in die Luftröhre eingeführt werden (Intubation). Die Vollnarkose wird in der Regel bei größeren Operationen an zentralen Organen (z.B. bei Bauch- oder Herzoperationen) eingesetzt.


Eine Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) kann entweder nur mit Medikamenten, nur mit Narkosegasen oder mit einer Mischform aus Narkosegasen und Medikamenten erfolgen.Eine Ausnahme besteht in bei Narkosen bei Kindern,, da sich Kinder häufig vor Spritzen fürchten, so dass die Narkose mit Narkosegasen eingeleitet werden kann.
Man unterscheidet die drei zeitlichen Phasen einer Narkose:

Während der gesamten Narkose erfolgt die Überwachung des Patienten durch einen Narkosearzt. Die Vitalparameter (Blutdruck, Puls, Sauerstoffgehalt im Blut) des Patienten werden fortlaufend über Monitore überwacht.

Vorbereitungen

Vor einer geplanten Vollnarkose wird der Narkosearzt (Anästhesist) Sie über die geplante Narkose und deren Ablauf aufklären. Zuvor wird er sich über Ihre Krankengeschichte und Ihre aktuelle Medikation informieren und Sie anschließend körperlich untersuchen. In vielen Fällen werden zudem Vorutersuchungen angefertigt (z.B. EKG, Lungenfunktionsuntersuchung etc.), um möglichst viel über den körperlichen Zustand des Patienten in Erfahrung zu bringen.

Mögliche Nebenwirkungen

Eine relativ häufige Nachwirkung einer Vollnarkose sind Übelkeit und Erbrechen. Etwa jeder vierte Patient, der eine Vollnarkose erhält, leidet demnach nach der Narkose kurzfristig unter Übelkeit, die besonders häufig in den ersten Stunden nach dem Aufwachen auftritt. Vor allem Frauen, Kinder, und Personen die unter Reiseübelkeit leiden und Personen, die bereits bei einer vorigen Narkose unter Übelkeit gelitten haben, sind von dieser Nebenwirkung betroffen. Um Übelkeit und Erbrechen nach einer Narkose zu verhindern, stehen verschiedene gut wirksame Medikamente zur Verfügung.


Nach einer Operation kann es vorübergehend zu Muskelzittern und Kälteempfinden kommen. Auch diese Nebenwirkung lässt sich medikamentös gut beherrschen.

Seltenes Operationsrisiko ist eine Fehlintubation, bei denen der Tubus statt in die Luftröhre in die Speiseröhre oder zu tief in eine der Hauptbronchien eingeführt wird. In diesen Fällen ist eine erneute Intubation bzw. das Zurückziehen des Tubus erforderlich.

Ebenfalls selten können bei der Intubation Schäden an den Zähnen, am Zahnfleisch, im Rachen, an den Stimmbändern oder am Kehlkopf entstehen.

Eine seltene, aber mitunter sehr gefährliche Nebenwirkung einer Vollnarkose ist die so genannte Aspiration, bei der Mageninhalt passiv in den Rachen und über die Luftröhre in die Lunge gelangt. Um eine Aspiration zu vermeiden, dürfen Sie mindestens sechs Stunden vor einer Operation nichts essen und trinken. Bei Notoperationen (bei denen der Patient vorher nicht nüchtern ist) kann das Risiko einer Aspiration durch bestimmte Medikamente oder die Verwendung einer Magensonde verringert werden. Allerdings sind diese Medikamente mit einem erhöhten Nebenwirkungsspektrum verbunden, so dass sie nur in Notfallsituationen zugelassen sind.

Spinalanästhesie

Eine Spinalanästhesie ist bei Eingriffen an den Beinen und im Unterbauchbereich möglich. Hierbei schiebt der Anästhesist nach örtlicher Betäubung der Rückenhaut eine dünne Kanüle bis zum Nervenflüssigkeitsraum vor. Dort wird eine geringe Menge eines örtlichen Betäubungsmittels eingespritzt, wodurch nach wenigen Minuten die Beine und der Unterbauch schmerzfrei werden. In den Beinen spüren die Patienten zudem ein warmes Grfühl und die Beweglichkeit der Beine ist eingeschränkt.

Periduralanästhesie

Die Peridualanästhesie wird besonders häufig in der Geburtshilfe eingesetzt, um den Schmerz während der Geburt zu lindern oder um einen Kaiserschnitt durchzuführen. Je nach Ort des geplanten Eingriffs sucht der Anästhesist nach örtlicher Betäubung mit einer Hohlnadel den Periduralraum der Lenden- oder Brustwirbelsäule auf und spritzt dort ein Schmerzmittel ein. Nach ca. 15 Minuten wird das entsprechende Körpersegment (z.B. Beine oder Unterbauch) schmerzfrei. Die Beweglichkeit der Beine kann für einige Stunden eingeschränkt sein.

Plexusanästhesie

Für Eingriffe an Hand, Arm und Schulter können die Nerven des Armplexus durch Einspritzen eines lokalen Betäubungsmittels betäubt werden. Je nach Operation wird die Plexusanästhesie entweder am Hals oder unterhalb des Schlüsselbeins gesetzt.

Nebenwirkungen von Teilnarkosen

Ihr betreuender Narkosearzt wird Sie auch bei Teilnarkosen über mögliche Nebenwirkungen genau aufklären.

Lokalanästhesie

Bei einer Lokalanästhesie wird ein schmerzbetäubendes Mittel mit einer feinen Nadel in die Region injiziert, in der die Operation erfolgen soll. Der Patient spürt dann in dieser Region keine Schmerzen, sondern nur ein Taubheitsgefühl. Eine Lokalanästhesie wird zum Beispiel beim Vernähen von Hautwunden oder beim Zahnarzt eingesetzt.

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 22. April 2017 18:08 von Dr. Blattmann.
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