Dialyse: Prognose und Lebensqualität

Juli 2017

Die Niere reinigt unseren Körper fortwährend von Giftstoffen und filtert überschüssiges Wasser aus dem Blut. Ohne Nierenfunktion kann ein Mensch nicht überleben. Durch eine Blutwäsche, die sogenannte Dialyse, kann die Filterfunktion der Niere vorübergehend ersetzt werden.


Was bedeutet Dialyse?

Die Dialyse ist ein Verfahren, bei dem mit Hilfe einer Dialysemaschine eine künstliche Blutwäsche durchgeführt wird. Die Dialyse ist für Menschen konzipiert, deren Nieren das Blut nicht mehr von Abfallstoffen und überschüssigem Wasser reinigen können. Menschen, die auf eine künstliche Blutwäsche angewiesen sind, sind mehrmals pro Woche mehrere Stunden mit der Dialyse beschäftigt. In Deutschland leben etwa 60.000 Dialysepatienten, von denen viele langfristig eine Nierentransplantation anstreben.


In einigen Fällen wird bei einem akuten Nierenversagen die Dialyse nur kurzfristig durchgeführt und kann bei Besserung der Nierenfunktion wieder abgesetzt werden. Viele Patienten mit einem chronischen Nierenschaden sind jedoch langfristig auf die Dialyse angewiesen. Für diese Menschen ist die Lebenserwartung ohne Dialyse sehr schlecht. Der Körper kann in diesem Fall nur wenige Tage ohne Blutwäsche auskommen, bevor Überwässerung oder Vergiftungserscheinungen auftreten. Menschen, für die keine Spenderniere zur Verfügung steht oder für die eine Transplantation nicht in Frage kommt, sind bei chronischen Nierenschäden lebenslang auf die Dialyse angewiesen.

Verschiedene Formen der Dialyse

Man unterscheidet prinzipiell zwei verschiedene Dialyseverfahren.


Mit der extrakorporalen Hämodialyse besteht die Möglichkeit, das Blut über ein Infusionssystem in eine Maschine zu leiten, dort zu reinigen und über ein weiteres Infusionssystem zurück zum Körper zu führen.

Ein anderes Verfahren ist die sogenannte Peritonealdialyse. Während bei der extrakorporalen Hämodialyse das Blut außerhalb des Körpers in einer speziellen Dialysemaschine gereinigt wird, dient bei der Peritonealdialyse das Bauchfell (Peritoneum) des Patienten als körpereigene Filtermembran. Das Bauchfell ist eine gut durchblutete, halbdurchlässige Membran, die viele Organe wie eine dünne Haut überzieht und die Bauchhöhle auskleidet. Über einen speziellen Katheter wird Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle geleitet, die das Blut von Schadstoffen reinigt.

Bezüglich der Wirksamkeit sind die Peritonealdialyse und die Hämodialyse etwa gleichwertig. Allerdings ist die Peritonealdialyse nur für bestimmte Patienten geeignet. Die Entscheidung, welches Dialyseverfahren bei welchem Patienten angewendet wird, muss der Arzt immer individuell mit dem Patienten treffen.

Dialyse: Prognose und Lebenserwartung

Die Prognose und die Lebenserwartung von Dialysepatienten sind sowohl vom Alter als auch von der Erkrankung abhängig. Zudem beeinflussen Begleiterkrankungen (wie Diabetes oder Herzerkrankungen) die Prognose. Laut Statistik leben mehr als 50 Prozent der Dialysepatienten nach Beginn der Dialyse noch mehr als zehn Jahre. Etwa 25 Prozent der Betroffenen leben 20 Jahre und länger. Bei sehr alten Menschen und Patienten mit vielen Begleiterkrankungen oder einer schweren Grunderkrankung kann die Lebenserwartung jedoch geringer sein.

Lebensqualität bei der Dialyse

Die Dialyse nimmt viel Zeit in Anspruch. So dauert zum Beispiel die extrakorporale Hämodialyse in der Regel vier bis acht Stunden und muss dreimal wöchentlich durchgeführt werden. Die Patienten besuchen dafür spezielle Dialysepraxen. Wie Patienten Ihre Lebensqualität einschätzen und welche Nebenwirkungen auftreten, ist individuell unterschiedlich. Viele Menschen, die dauerhaft auf die Dialyse angewiesen sind, können außerhalb der Dialysezeiten heutzutage ein kaum eingeschränktes Leben führen und Ihrem Alltag und Beruf nachgehen. Einige Patienten entscheiden sich auch für eine Peritonealdialyse, die über Nacht zu Hause durchgeführt werden kann.

Dialyse - Ernährung

Die Ernährung und auch die tägliche Trinkmenge spielen bei einer Dialyse eine sehr wichtige Rolle. Es gibt aber keine einheitliche Dialyse-Diät, die für alle Patienten geeignet ist. Die Ernährungsrichtlinien werden individuell festgelegt und bei Bedarf an die Umstände angepasst.


Foto: © Henrik Dolle – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 14. Mai 2017 07:04 von SilkeCCM.
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