Sehnenscheidenentzündung: Ursachen und Behandlung

Juli 2017

Die Sehnenscheiden schützen die Sehnen und liegen an den Stellen, wo Sehnen über Gelenke laufen. Wenn sie sich entzünden, spricht man von einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis).


Sehnenscheidenentzündung - Definition

Ist eine Sehnenscheide entzündet, äußert sich dies in starken, ziehenden und bewegungsabhängigen Schmerzen über dem betroffenen Gelenk. Sehnenscheidenentzündungen treten vor allem im Bereich des Handgelenks auf, häufig sind aber auch das Ellenbogengelenk oder (etwas seltener) das Sprunggelenk am Fuß betroffen.

Ursachen und Symptome einer Sehnenscheidenentzündung

Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung sind in den meisten Fällen monotone, sich oft wiederholende Bewegungen wie zum Beispiel bei der Arbeit am Computer, im Haushalt, beim Handwerken oder auch beim Sport. In seltenen Fällen steckt hinter einer Sehnenscheidenentzündung keine Überlastung, sondern eine bakterielle Infektion mit Erregern wie Mykoplasmen, Chlamydien oder Gonokokken oder eine rheumatische Erkrankung.

Typisch für eine Sehnenscheidenentzündung sind starke ziehende oder stechende Schmerzen im Bereich der betroffenen Sehne. Außerdem kann das betroffene Gelenk gerötet und überwärmt sein und anschwellen. Beim Bewegen der Sehne treten in einigen Fällen knirschende Geräusche auf.

Sehnenscheidenentzündung: Prognose und Dauer

Es kann lange dauern, bis eine Sehnenscheidenentzündung abheilt. Die Chancen auf Heilung stehen jedoch gut, wenn Sie die belastende Tätigkeit weitgehend vermeiden. Wenn die Sehnenscheidentzündung Ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt oder Sie unter starken Schmerzen leiden, können Sie vom Arzt eine Krankschreibung erhalten.

Komplikationen

Wird eine Sehnenscheidenentzündung zu spät behandelt oder werden die auslösenden Tätigkeiten weiter durchgeführt, kann die Erkrankung chronisch werden.


Bei einer Sehnenscheidenentzündung der Hand kann sich ohne Behandlung zudem ein sogenannter schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) entwickeln. Hierbei verdicken sich die Sehnenscheiden der Fingerbeugemuskulatur und bilden kleine Knötchen. Die Sehnen an den Fingern gleiten durch enge Sehnenscheiden, die wiederum durch Ringbänder stabilisiert werden, welche die Sehnen am Knochen halten. Je größer die Knötchen an der Sehne sind, desto schwieriger wird es, den Finger zu bewegen. Der Finger lässt sich nur mit Kraft strecken oder beugen, schnellt plötzlich nach vorne oder hinten und wird im schlimmsten Fall ganz blockiert. Am häufigsten entwickelt sich eine solche Verdickung über dem Fingergrundgelenk auf der Innenseite der Hand.

Sehnenscheidenentzündung - Behandlung

In den meisten Fällen kann eine Sehnenscheidenentzündung ohne chirurgische Maßnahmen behandelt werden. Welche Therapie genau geeignet ist, hängt davon ab, welche Sehnenscheide entzündet ist und wie stark die Beschwerden sind. Wichtig ist, dass Sie die betreffende Sehne so gut wie möglich entlasten und das Gelenk ruhigstellen. Dafür kann Ihnen Ihr Arzt eine spezielle Schiene verordnen, seltener wird er die Stelle tapen (Taping), also mit speziellen Klebestreifen halten.

Hausmittel

Kühlen wirkt der Entzündung entgegen und hilft gegen die Schmerzen. Viele Patienten nehmen zum Kühlen neben Kühlakkus auch einen kühlenden Zinkleimverband, der ebenfalls der Entzündung entgegenwirkt.

Medikamente

Zusätzlich kann Ihr Arzt Ihnen entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac verordnen. Diese Medikamente wirken der Entzündung sowie einer Schwellung entgegen. Die Medikamente werden in der Regel in Tablettenform eingenommen. Salben mit Diclofenac oder Ibuprofen bringen nur wenig Wirkstoff in die Tiefe und haben eher einen kühlenden Effekt.

Bei starken Beschwerden gibt es auch die Möglichkeit, dass der Arzt von außen ein Lokalanästhetikum in den schmerzenden Bereich injiziert. Dieses Mittel führt zu einer lokalen Schmerzbetäubung (Nervenblockade).

In seltenen Fällen kann eine Sehnenscheidenentzündung durch Bakterien verursacht werden. In diesem Fall ist es wichtig, ein entsprechendes Antibiotikum einzunehmen. Damit die auslösenden Keime sicher bekämpft werden, muss der genaue Erreger der Tendovaginitis bestimmt werden. Dies gelingt mit Hilfe einer Blutuntersuchung.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Wenn eine Sehnenscheidenentzündung besonders schwer verläuft und alle beschriebenen Maßnahmen nicht greifen, kann eine Operation Abhilfe schaffen. In diesem Fall spaltet ein Chirurg die verengte und entzündete Sehnenscheide und entlastet sie dadurch.


Foto: © Anake Seenadee – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 3. Mai 2017 07:57 von SilkeCCM.
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