Sehnenscheidenentzündung - Prognose und Komplikationen

April 2017

Eine Sehnenscheidenentzündung (in der Fachsprache als "Tendovaginitis" bezeichnet) ist eine Entzündung der Sehnenscheiden. Sehnenscheiden haben eine Schutzfunktion für Sehnen und liegen an den Stellen, wo Sehnen über Gelenke laufen.

Die Sehnenscheidenentzündung

Ist eine Sehnenscheide entzündet, äußert sich dies in starken, ziehenden und bewegungsabhängigen Schmerzen über dem betroffenen Gelenk. Sehnenscheidenentzündungen treten vor allem im Bereich des Handgelenks auf, häufig ist aber auch das Ellenbogengelenk oder auch etwas seltener das Sprunggelenk am Fuß betroffen.

Ursachen

Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung sind in den meisten Fällen monotone, sich ständig wiederholende, Bewegungen. Diese können bei allen Arbeiten auftreten, bei denen sich Bewegungen ständig wiederholen - zum Beispiel bei der Arbeit am Computer, im Haushalt, beim Handwerken oder auch beim Sport. In seltenen Fällen steckt hinter einer Sehnenscheidenentzündung keine Überlastung, sondern eine bakterielle Infektion mit Erregern wie Mykoplasmen, Chlamydien oder Gonokokken oder eine rheumatische Erkrankung.

Symptome

Typisch für eine Sehnenscheidenentzündung sind starke ziehende oder stechende Schmerzen im Bereich der betroffenen Sehne. Zudem kann das betroffene Gelenk gerötet und überwärmt sein und anschwellen. Beim Bewegen der Sehne treten in einigen Fällen knirschende Geräusche auf.

Sehnenscheidenentzündung: Prognose und Dauer

Es kann lange dauern, bis eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) abheilt. Die Chancen auf Heilung stehen jedoch gut, wenn Sie sich daran halten, die belastende Tätigkeit weitgehend zu vermeiden. Wenn die Sehnenscheidentzündung Ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt oder Sie unter starken Schmerzen leiden, wird Ihr Arzt Sie krankschreiben.

Komplikationen

Wird eine Sehnenscheidenentzündung zu spät behandelt, oder die auslösenden belastenden Tätigkeiten werden weiter durchgeführt, kann die Erkrankungchronisch verlaufen.

Bei einer Sehnenscheidenentzündung der der Hand kann sich unbehandelt zudem im weiteren Verlauf ein sogenannter schnellender Finger (in der Fachsprache Tendovaginitis stenosans) entwickeln: Hierbei verdicken sich die Sehnenscheiden der Fingerbeugemuskulatur und bilden kleine Knötchen. Die Sehnen an den Fingern gleiten durch enge Sehnenscheiden, die wiederum durch Ringbänder stabilisiert werden, welche die Sehnen am Knochen halten. Je größer die Knötchen an der Sehne sind, desto schwieriger wird es, den Finger zu bewegen. Der Finger lässt sich nur mit Kraft strecken oder beugen, schnellt plötzlich nach vorne oder hinten und wird im schlimmsten Falle ganz blockiert. Am häufigsten entwickelt sich eine solche Verdickung über dem Fingergrundgelenk auf der Innenseite der Hand.

Therapie

In den meisten Fällen kann eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) konservativ - also ohne chirurgische Maßnahmen behandelt werden. Welche Therapie genau geeignet ist, hängt davon ab, welche Sehnenscheide entzündet ist und wie stark die Beschwerden sind.
Wichtig ist, dass Sie die betreffende Sehne so gut wie möglich entlasten und das Gelenk ruhigstellen. Dafür kann Ihnen Ihr Arzt eine spezielle Schiene verordnen, seltener kann auch ein Taping angewandt werden.

Hausmittel

Kühlen wirkt der Entzündung entgegen und hilft gegen die Schmerzen. Viele Patienten nehmen zum Kühlen neben Kühlakkus auch einen kühlenden Zinkleimverband, der neben dem kühlenden Effekt antientzündlich wirken kann.

Medikamente

Zudem kann Ihr Arzt Ihnen entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente aus der Gruppe der Nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac verordnen. Diese Medikamente wirken der Entzündung sowie einer Schwellung entgegen. Die Medikamente werden in der Regel in Tabelttenform eingenommen. Salben mit Diclofenac oder Ibuprofen bringen nur wenig Wirkstoff in die Tiefe und haben eher einen kühlenden Effekt.


Bei starken Beschwerden gibt es zudem die Möglichkeit, dass der Arzt von außen ein Lokalanästhetikum in den schmerzenden Bereich injiziert. Dieses Mittel führt zu einer lokalen Schmerzbetäubung, indem es möglichst nah an den Nerv, der den Schmerz weiterleitet, injiziert wird. (Nervenblockade).

In seltenen Fällen kann eine Sehnenscheidenentzündung durch Bakterien verursacht werden. Dann ist es wichtig, ein entsprechendes Antibiotikum einzunehmen. Damit die auslösenden Keime sicher bekämpft werden, ist es wichtig, den genauen Erreger der Tendovaginitis zu bestimmen. Dies gelingt mithilfe einer Blutuntersuchung. Liegt das Ergebnis vor, kann der Arzt Ihnen ein passendes Antibiotikum verschreiben.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Wenn eine Sehnenscheidenentzündung besonders schwer verläuft und alle beschriebenen Maßnahmen nicht greifen, kann eine Operation Abhilfe bringen. In diesem Fall spaltet ein Chirurg die verengte und entzündete Sehnenscheide und entlastet sie so.

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 22. April 2017 17:47 von Dr. Blattmann.
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