Thromboseprophylaxe bei langen Reisen

Mai 2017


Was ist eine Reisethrombose?

Von einer so genannten Reisethrombose spricht man, wenn bei langen Reisen wie bei einem Langstreckenflug, aber auch bei langen Zug- oder Autoreise ein Blutgerinnsel in einer Vene entsteht. Lange Reisen können die Entstehung solcher Blutgerinnsel begünstigen, da sich das Blut durch das lange Sitzen mit abgeknickten Beinen stauen kann und so leichter "verklumpt". Groß angelegte Studien zeigen, dass das Risiko, bei einem Langstreckenflug bei einer Flugdauer von mehr als sechs bis acht Stunden eine Reisethrombose zu erleiden, bei 0,02 bis 0,05% liegt. Bei längeren Reisestrecken steigt das Risiko leicht an. Auf kürzeren Flügen unter sechs Stunden besteht lediglich ein minimal erhöhtes Risiko für eine Reisethrombose.

Tipps

  • Um die Blutzirkulation in den Beinvenen anzuregen, kommen mehrere einfache Maßnahmen in Frage.
    • Werden die Beine übereinandergeschlagen, verlangsamt sich Blutfluss in den Beinen. Stellen Sie die Beine am besten locker nebeneinander auf.
    • Regen Sie die Blutzirkulation in den Beinen an, in dem Sie die Beine regelmäßig bewegen.
    • Stehen Sie regelmäßig auf und gehen Sie etwas umher.
    • Wippen Sie im Sitzen mit den Zehen.
    • Heben Sie im Sitzen abwechselnd Fußballen und Fersen an.
    • Heben Sie im Sitzen die Knie im Wechsel an.
  • Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um die Fließeigenschaften des Blutes zu optimieren. Idealerweise sollten Sie einen Viertelliter Flüssigkeit alle zwei Stunden trinken. Ideal sind Wasser, Früchte- oder Kräutertees oder Saftschorlen.
  • Alkohol regt die Entwässerung an, so dass Sie damit zurückhaltend sein sollten.
  • Tragen Sie auf langen Reisen eher lockere Kleidung und weite Schuhe, die den Körper und den Blutfluss nicht einengen. Achten Sie darauf, dass Strümpfe nicht einschneiden.
  • Kniehohe Stütz- oder Kompressionsstrümpfe können das Risiko für eine Reisethrombose auf Langstreckenflügen nachweislich senken. Diese sollten Sie mindestens zwei Stunden vor dem Flug anziehen und für die Dauer des Fluges tragen.

Medikamentöse Blutverdünnung

Verschreibungspflichtige Medikamente

Eine medikamentöse Blutverdünnung mit verschreibungspflichtigen Substanzen wie Heparin muss mit dem Arzt abgesprochen und vom Arzt verordnet werden. Eine solche Blutverdünnung kann für Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung einer Thrombose sinnvoll sein. Zu solchen Risikofaktoren gehören zum Beispiel folgende:
  • Chronische Erkrankungen wie z.B. Herzerkrankungen oder Diabetes;
  • Tumorerkrankungen;
  • Orale Kontrazeptiva wie die Pille
  • Rauchen, insbesondere in Kombination mit oralen Kontrazeptiva
  • Immobilisation einer Extremität zum Beispiel durch einen Gips
  • Angeborene Neigung zu Thrombosen
  • Vorhergehende Thrombosen
  • Schwangerschaft

Rezeptfreie Medikamente

Immer wieder wird empfohlen, zum Vorbeugen einer Reisethrombose den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) einzunehmen. Bisher gibt es allerdings keine Belege dafür, dass dies Reisethrombosen wirklich verhindert. ASS wirkt vor allem im arteriellen Blut, Thrombosen entstehen jedoch in der Regel in den Venen. Deshalb ist ein Thromboseschutz durch die Einnahme von ASS eher unwahrscheinlich.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 16. März 2016 21:39 von Dr. Blattmann.
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