Was passiert bei einem Mückenstich?

Januar 2017

Besonders im Sommer kommt es häufig vor, dass wir von Mücken gestochen werden. Die Stiche jucken unangenehm, sind aber in der Regel nicht gefährlich.


Warum stechen Mücken?

Nur weibliche Mücken stechen, wogegen Männchen sich von pflanzlichem Nektar nähren. Die weiblichen Mücken benötigen hingegen Blut für die Entwicklung ihrer Eier.

Was passiert bei einem Mückenstich?

Den Stich, mit dem die Mücke Blut saugt, merken wir oft gar nicht. Mücken haben nämlich keinen Stachel, sondern einen Rüssel, der die Haut mit winzigen Zacken einritzt. Nach dem Aufritzen spritzt die Mücke Speichel in die Hautöffnung. Der Speichel wirkt zum einen betäubend, zum anderen verflüssigt er das Blut, so dass die Mücke es mit dem Rüssel aufsaugen kann. Allerdings enthält der Speichel Eiweiße, die eine allergische Reaktion in Form einer Schwellung, Rötung und Juckreiz auslösen. Dies bemerken wir an der klassischen, juckenden Quaddel, die nach einem Mückenstich entsteht.

Mückenstiche behandeln

Wenn Sie von einer Mücke gestochen wurden, ist es ratsam, den Stich zu desinfizieren, um einer möglichen Infektion vorzubeugen. Auch wenn es schwerfällt: Kratzen verstärkt die Quaddelbildung und erhöht das Risiko, dass Keime in den Stich eindringen. Kühlen Sie die betroffene Hautstelle mit einem Kühlakku oder einem feuchten Tuch. Das lindert die Beschwerden und lässt die Schwellung zurückgehen. Eine medikamentöse Behandlung ist in den allermeisten Fällen nicht notwendig. Nur wenn der Mückenstich stark anschwillt, eine allergische Reaktion oder eine Infektion auftritt, ist eine medikamentöse Therapie notwendig.

Hausmittel gegen Mückenstiche

Wenn Sie den Mückenstich kühlen wollen, sollten Sie saubere Kaltkompressen benutzen. Alternativ eignen sich auch Eiswürfel. Dabei ist es wichtig, dass die eisigen Gegenstände keinen direkten Hautkontakt haben, weil es sonst zu Erfrierungen kommen kann. Kalte Umschläge mit Essigwasser (ein Teil Essig auf zwei Teile Wasser) wirken kühlend, entzündungshemmend und helfen gegen den Juckreiz. Viele Menschen legen nach einem Mückenstich außerdem eine halbe Zwiebel, eine Gurkenscheibe oder eine aufgeschnittene Zitrone auf die Einstichstelle. Diese Hausmittel kühlen, lindern die Entzündung und bremsen den Juckreiz.

Aufgekratzter Mückenstich - was tun?

Wenn Sie einen Mückenstich aufgekratzt haben, ist dies erst einmal keine Katastrophe. Wichtig ist nur, dass sich der Stich nicht entzündet. Achten Sie deshalb darauf, aufgekratzte Stiche sorgfältig zu desinfizieren. Tritt Eiter aus der Einstichstelle aus oder wird der Stich heiß und dick, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Diese Symptome deuten auf eine Infektion hin.

Schwellung bei einem Mückenstich

Die Schwellung, die bei einem Mückenstich auftritt, sollte in der Regel nach ein bis zwei Tagen verschwunden sein. Starke oder anhaltende Schwellungen sollten Sie vom Arzt abklären lassen.

Roter Fleck nach einem Mückenstich

Durch die Quaddelbildung, die durch einen Mückenstich hervorgerufen wird, kann sich der Stich rosa verfärben. Wird der Stich zudem aufgekratzt, kann ein roter Fleck entstehen. Beide Symptome sollten jedoch schnell wieder verschwinden und nur leichtgradig auftreten. Bei anhaltender, starker Rötung des Einstichbereichs empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren. Achtung: Ein roter Ring, der sich um eine Einstichstelle bildet, kann auf einen Zeckenbiss hindeuten, der eine Borreliose verursacht. Im Gegensatz zu Mückenstichen jucken Zeckenstiche nicht. Im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Allergische Reaktion nach einem Mückenstich

In der Regel sind Mückenstiche ungefährlich und heilen nach kurzer Zeit von allein ab. Allerdings beklagen immer mehr Menschen nach Mückenstichen starke Rötungen, Schwellungen oder Quaddeln. Eine Schwellung nach einem Mückenstich ist jedoch nicht unbedingt ein klares Anzeichen für eine allergische Reaktion. Sie sollten jedoch auf jeden Fall den Arzt rufen, wenn nach einem Mückenstich Kreislaufbeschwerden, Atemnot oder Erbrechen und Durchfall auftreten. Diese Anzeichen können eine ernste allergische Reaktion signalisieren. Auch starke Schwellungen im Hals, am Mund oder an den Augen sollten sofort ärztlich behandelt werden.

Entzündete Mückenstiche

Eine Entzündung nach einem Mückenstich entsteht vor allem dadurch, dass der Stich aufgekratzt wird und so Bakterien in die Einstichstelle gelangen. Aber auch durch den Insektenstich selbst kann eine Entzündung entstehen. Tritt Eiter aus der Einstichstelle aus, sind die Lymphknoten der betroffenen Region geschwollen oder ist die Einstichstelle heiß und rot, müssen Sie einen Arzt konsultieren. Ein entzündeter Insektenstich kann im weiteren Verlauf eine oberflächliche Hautentzündung, aber auch tiefgreifende Entzündungen, eine Entzündung der Lymphbahnen und im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung auslösen. Insektenstich-Entzündungen sollten Sie deshalb immer von einem Arzt behandeln lassen!

Blutvergiftung nach einem Mückenstich

Wenn sich ein Insektenstich entzündet, kann sich im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung entwickeln. Dieser Verlauf ist zwar sehr selten, aber durchaus möglich. Bei einer Blutvergiftung (Sepsis) treten Bakterien in die Blutbahn ein und führen zu Fieber, erhöhtem Puls und veränderter Atmung. Eine Blutvergiftung kann lebensbedrohlich verlaufen und muss unbedingt sofort ärztlich behandelt werden.


Schließlich gibt es auch verschiedene durch Mücken übertragbare Krankheiten.


Foto: © Henrik Larsson - Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 25. August 2016 22:10 von Dr. Blattmann.
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