Großes Blutbild

April 2017



Um die Blutzusammensetzung zu untersuchen, wird häufig ein so genanntes kleines Blutbild angefertigt. Wird zudem noch ein Differentialblutbild gemacht, spricht man von einem großen Blutbild. In einem Differentialblutbild werden hauptsächlich die Unterarten der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) untersucht. Es gibt fünf Typen von weißen Blutkörperchen:Zum einen sind das neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten, zum anderen Monozyten und Lymphozyten. Wie viele dieser speziellen Zellen jeweils im Blut vorhanden sind und wie die prozentuale Verteilung der Zellen ist, kann im Differentialblutbild untersucht werden.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Für ein großes Blutbild reicht ebenso wie für ein kleines Blutbild die Entnahme von wenigen Millilitern Blut aus einer Vene. Die Ergebnisse werden dann im Labor entweder maschinell oder bei bestimmten Fragestellungen auch unter dem Mikroskop per Hand ausgewertet.

Warum wird ein großes Blutbild erstellt?

An einem kleinen Blutbild erkennt der Arzt, ob es erste Hinweise auf eine Erkrankung gibt, wie zum Beispiel eine Anämie (Blutarmut), ein erhöhtes Blutungsrisiko, Entzündungen oder Bluterkrankungen. Ist das kleine Blutbild auffällig oder liegen Bluterkrankungen wie Blutkrebs (Leukämie) vor, kann ein großes Blutbild weiteren Aufschluss geben.

Was wird in einem großen Blutbild bestimmt?

In einem großen Blutbild werden folgende Parameter bestimmt: Rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen (Retikulozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten), Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und Hämatokrit, durchschnittliches Volumen eines Erythrozyten (MCV), durchschnittliche Hämoglobin-Menge pro Erythrozyt (MCH), Granulozyten (neutrophile, basophile eosinophile Granulozyten), Monozyten, Lymphozyten. Außerdem kann der Arzt erkennen, wie reif die Blutzellen sind, die er unter dem Mikroskop sieht. Sind viele unreife Blutzellen vorhanden, werden im Knochenmark mehr davon produziert und früher ins das Blut abgegeben. Dies kann zum Beispiel bei Entzündungen oder auch bei Blutkrebserkrankungen der Fall sein. Sind besonders viele junge Zellen zu erkennen, sprechen Ärzte von einer so genannten "Linksverschiebung".

Verteilung der Leukozyten

Von besonderem Interesse ist die Verteilung der Granulozyten im großen Blutbild. So sind zum Beispiel Eosinophile Granulozyten häufig bei parasitären Erkrankungen erhöht. eine Vermehrung der basophilen Granulozyten kann bei Blutkrebs auftreten, eine Vermehrung der neutrophilen Granulozyten tritt unter anderem bei bakteriellen Infekten auf. Bei viralen Erkrankungen sind unter anderem die Lymphozyten erhöht. Zur Vermehrung von Monozyten kommt es bei einigen speziellen Infektionen wie Malaria oder Tuberkulose. Sind die Leukozyten vermindert kann dies auf eine Immunschwäche hindeuten.

Achtung

Laborwerte dürfen immer nur in Zusammenschau mit der Erkrankung bzw. dem körperlichen Untersuchungsbefund gedeutet werden. Ihr Arzt wird Sie beraten.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 4. Januar 2016 13:07 von Dr. Blattmann.
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