Feinstaubbelastung: Definition und Ursachen

Juli 2017

Als Feinstaub wird Staub bezeichnet, dessen Korngröße kleiner als 10 Mikrometer ist. Eine hohe Feinstaubbelastung hat schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und kann zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenerkrankungen verursachen.


Was ist Feinstaub?

Feinstaub, in der internationalen Fachsprache als Particulate Matter (PM) bezeichnet, ist ein feiner, mit dem bloßen Auge unsichtbarer Staub unterschiedlicher Zusammensetzung. Je kleiner die Staubteilchen, desto leichter gelangen sie in die Lunge und in die Blutbahn. Feinstaub ist in verschiedene Kategorien aufgeteilt. Unterschieden werden die Kategorie PM10, die Staubteilchen mit einem kleineren Durchmesser als 0,01 Millimeter umfasst, und die Kategorie PM2,5, in die Partikel mit einem Durchmesser von weniger als kleiner als 2,5 Mikrometer fallen. Letztere gelten aufgrund ihrer geringen Größe als besonders gefährlich.

Was verursacht Feinstaub?

Feinstaub entsteht vor allem bei Verbrennungsprozessen, zum Beispiel durch Kraftwerke, Motoren oder Heizungen. Die höchste Feinstaubbelastung besteht in der Regel an viel befahrenen Straßen. Aber auch Schiffsabgase sind äußerst feinstaubhaltig. Daneben können Feinstaubpartikel auch bei anderen Prozessen, zum Beispiel beim Umfüllen von Getreide oder in Tierställen entstehen.

Folgen von Feinstaubbelastung

Feinstaub gelangt aufgrund seiner geringen Größe mühelos mit der Atemluft in die Lunge und von dort ins Blut. Dort können die Partikel zu Atemwegsinfektionen, Lungenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat berechnet, dass ohne Auflagen bereits im Jahr 2050 in den Megacities jedes Jahr 3,6 Millionen Menschen aufgrund der Feinstaubbelastung sterben könnten.

Feinstaub - Grenzwerte

Seit 2005 gibt die Europäische Union den Mitgliedstaaten Feinstaubgrenzwerte vor. Der Tagesgrenzwert beträgt demnach 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und darf nicht öfter als 35 Mal im Jahr überschritten werden. Um dies zu erreichen, richten verschiedene Städte je nach aktueller Feinstaubbelastung zum Beispiel Fahrverbote für (Diesel-)Fahrzeuge ein. Der zulässige Jahresmittelwert beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Für die noch kleineren Partikel (PM2,5) gilt seit 2008 ein Zielwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter als Jahresmittelwert. Ab Januar 2020 dürfen die PM2,5-Jahresmittelwerte 20 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht mehr überschreiten. Die aktuelle Feinstaubbelastung der letzten Jahre können Sie auf der Seite des Bundesumweltamtes einsehen.

Wie wird die Feinstaubbelastung gemessen?

In Deutschland ermitteln etwa 400 Messstationen an verschiedenen Orten die Feinstaubbelastung. Die Stationen stehen vor allem an viel befahrenen Straßen. Viele dieser Stationen messen die Feinstaubbelastung ständig und senden täglich die Daten an das Umweltbundesamt.

Maßnahmen gegen Feinstaub

Werden die EU-weiten Grenzwerte für Feinstaub zu häufig verletzt, müssen die Staaten sogenannte Luftreinhaltepläne aufstellen und Maßnahmen ergreifen, um die Feinstaubbelastung zu senken. Gelingt dies nicht, müssen Strafen an die EU gezahlt werden. In Deutschland ist man, wie auch in anderen EU-Ländern, dazu übergegangen, sogenannte Umweltzonen einzurichten. Außerdem gelten in einigen Innenstädten Fahrverbote für Lastwagen oder es wird eine Citymaut erhoben. Andere Maßnahmen greifen über Tempolimits auf den Autobahnen. Zudem wurden die Grenzwerte für Industrieemissionen verschärft.


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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 19. April 2017 03:22 von SilkeCCM.
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