Infektionen mit Clostridium difficile: Definition und Ansteckung

Juli 2017

Infektionen mit dem Bakterium Clostridium difficile können schwere Durchfälle verursachen. Die Infektion tritt vor allem dann auf, wenn die gesunde Darmflora durch eine Antibiotikatherapie geschwächt wurde.


Was ist Clostridium difficile?

Clostridium difficile ist ein Bakterium, das natürlicherweise im Darm vorkommt. Bei gesunden Patienten ist Clostridium difficile harmlos, da das Wachstum durch die gesunde Darmflora begrenzt wird. Durch die längerfristige Einnahme von Antibiotika kann die Darmflora jedoch derart verändert werden, dass sich Clostridium difficile stark vermehren kann. Das kann zu einer Produktion von Giftstoffen (Toxinen) und schließlich zu einer Darmentzündung mit schweren Durchfällen führen. Durch Clostridium difficile induzierte Durchfallerkrankungen treten am häufigsten bei Patienten in Krankenhäusern auf.

Ansteckung mit dem Bakterium

Clostridium difficile wird mit dem Stuhl ausgeschieden und kann durch Schmierinfektion, zum Beispiel über verunreinigte Hände oder Gegenstände, übertragen werden. Da die Keime auch außerhalb des Körpers sehr lange überlebensfähig sind, kann die Übertragung durch verunreinigte Flächen über einen langen Zeitraum erfolgen. Geringe Keimmengen reichen bereits für eine Ansteckung aus. Gesunden Menschen, die nicht abwehrgeschwächt sind und deren Darmflora nicht angegriffen ist, macht eine Infektion jedoch in der Regel nichts aus.


Die Gefahr der Ansteckung ist während des akuten Krankheitsschubs am höchsten. Auch nach Abklingen der Durchfälle können Erkrankte bis zu zwei Wochen Erreger mit dem Stuhl ausscheiden. Eine sorgfältige Hygiene ist deshalb Pflicht. Eine Meldepflicht besteht bei Infektionen mit Clostridium difficile mit einem schweren Verlauf.

Clostridium difficile – Symptome

Eine Infektion mit Clostridium difficile äußert sich durch plötzlich auftretende, wässrige Durchfälle, die in schweren Fällen auch blutig sein können. Auch Fieber, Bauchschmerzen und Übelkeit sind typische Zeichen der Darmentzündung. Auch grünliches Aussehen des Durchfalls ist ein weiteres Krankheitsanzeichen. Typisch ist diese Anamnese: Der überwiegende Teil der Erkrankten hat kurze Zeit vor der Infektion ein Antibiotikum eingenommen, das die Darmflora gestört und so eine Infektion mit Clostridium difficile begünstigt hat.

Die Angabe einer genauen Inkubationszeit ist aufgrund der Möglichkeit einer vorausgehenden Besiedlung des Darms schwierig abzuschätzen. Der Abstand zwischen einer Antibiotikatherapie und dem Auftreten von Krankheitsfällen beträgt jedoch meist nur wenige Tage. Selten können Wochen oder Monate bis zum Auftreten der Infektion mit Clostridium difficile verstreichen.

Therapie der Infektion

Wenn lediglich der Erreger bzw. Toxine nachgewiesen wurden, jedoch keine klinischen Symptome bestehen, wird die Infektion nicht behandelt.


Treten jedoch Symptome auf, wird der Arzt Antibiotika verordnen, da eine Clostridien-Infektion nicht nur schwere Durchfälle verursachen kann, sondern auch eine ausgeprägte Entzündung der Darmschleimhaut. Eine Therapie ohne Antibiotika ist in diesem Fall deshalb nicht anzuraten. Üblicherweise wird ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Metronidazol verwendet. Bei Unverträglichkeiten oder Resistenzen stehen weitere Antibiotika zur Verfügung. In den meisten Fällen können die Antibiotika in Tablettenform eingenommen werden, in einigen Fällen ist jedoch auch eine intravenöse Gabe notwendig.

Nach überstandener Infektion können Sie die Darmflora wieder aufbauen indem Sie spezielle Präparate zur Stärkung der Darmflora einnehmen. Diese Medikamente sind jedoch häufig nicht für Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen geeignet. Sie können die Darmflora nach ausgeheilter Infektion außerdem über die Ernährung mit Milchsäurebakterien in Lebensmitteln wie Joghurt oder Kefir stärken.

Hygienemaßnahmen

Infizierte und Kontaktpersonen sollten sich regelmäßig die Hände gründlich mit Seife und warmem Wasser waschen und ggf. desinfizieren. Dies gilt insbesondere nach dem Toilettengang, vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen. Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab.


Vermeiden Sie für die Dauer der akuten Infektion möglichst den direkten Kontakt mit anderen Menschen, insbesondere mit Kindern und immungeschwächten Personen.

Wechseln Sie regelmäßig Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen und waschen Sie diese in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad. Waschen Sie die Wäsche des Kranken separat.

Spülen Sie Geschirr im Geschirrspüler bei mindestens 60 Grad.

Halten Sie diese Hygienemaßnahmen mindestens zwei Wochen über das Ende der Erkrankung hinaus ein.

Sollten Sie im Krankenhaus an einer Infektion mit Clostridium difficile erkranken, wird das Krankenhauspersonal besondere Hygienemaßnahmen ergreifen, um eine Ansteckung anderer Patienten zu verhindern.

Foto: © David Castillo Dominici – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 29. Juni 2017 13:00 von SilkeCCM.
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