Lesehilfen bei altersbedingter Makuladegeneration

März 2017

Die altersbedingte Makuladegeneration ist die Hauptursache schwerer Sehbehinderung bei Menschen über 60 Jahren. Spezielle Lesehilfen können die Sehleistung deutlich verbessern.


Die altersbedingte Makuladgeneration - Definition

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige Augenerkrankung, bei der die Sehzellen in der sogenannten Makula (auch "gelber Fleck" genannt) zugrunde gehen. Die Makula ist der Bereich des schärfsten Sehens und liegt in der Netzhautmitte des Auges. Auf diese Weise verursacht die AMD einen Verlust der Sehkraft. Dinge, die im zentralen Gesichtsfeld liegen, werden bei der altersbedingten Makuladegeneration immer schlechter wahrgenommen. Nur das äußere Gesichtsfeld - und damit die Orientierungsmöglichkeit des Patienten - bleibt erhalten.

Risikofaktoren

Wie genau die Makuladegeneration entsteht, wird derzeit noch erforscht. Allerdings sind verschiedene Risikofaktoren für die Krankheitsentstehung bekannt. Dazu zählen hohes Lebensalter, toxische Einflüsse, Entzündungsprozesse am Auge, Rauchen, Bluthochdruck, familiäre Vorbelastung bzw. genetische Faktoren sowie Belastung der Augen mit sehr viel Licht und UV-Strahlung.

Die trockene altersbedingte Makuladegeneration

Bei der altersbedingten Makuladegeneration werden eine trockene und eine feuchte Verlaufsform unterschieden. Die trockene AMD ist weitaus häufiger als die feuchte AMD. Etwa 80 Prozent der Patienten leiden unter einer trockenen AMD. Bei der trockenen Makuladegeneration lagern sich Abfallstoffe, die nicht ausreichend abtransportiert werden, in den Fotorezeptoren des Auges ein. Dies verursacht eine Schädigung der Makula. Bei der trockenen AMD kommt es über Jahre zu einem zunehmenden Verlust von lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut des Auges. Die Sehverschlechterung tritt somit langsam ein.

Die feuchte altersbedingte Makuladegeneration

Die feuchte AMD ist die seltenere Form der Erkrankung, die aggressiver verläuft. Bei der feuchten AMD wachsen krankhafte Blutgefäße in die Netzhaut ein. Aus den undichten Gefäßwänden tritt Flüssigkeit aus, die die Makula zerstört. Die feuchte AMD führt zu einem schnell eintretenden Sehverlust.

Symptome

Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht keine Schmerzen. Erstes Anzeichen kann verzerrtes Sehen sein. Gerade Linien erscheinen gebogen. Ein weiteres Frühzeichen sind verzerrte Konturen und eine schwächere Farbwahrnehmung. Die fortschreitende Erkrankung führt zu einem fast gänzlichen Ausfall des zentralen Gesichtsfeldes. Lediglich ein äußerer Kreis bleibt erhalten.

Therapie der trockenen Makuladegeneration

Das wichtigste Therapieprinzip bei der Behandlung der trockenen AMD ist es, beeinflussbare Risikofaktoren zu minimieren. Empfohlen wird daher, sich regelmäßig zu bewegen und Sport zu treiben (in Absprache mit dem Arzt). Bluthochdruck sollte unbedingt behandelt werden. Da Rauchen ein bedeutender Risikofaktor für eine AMD ist, sollte man auf Zigaretten verzichten. Achten Sie zudem auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und bauen Sie Übergewicht ab.

Einnahme von Vitaminen

Im Rahmen einer großen medizinischen Studie (Age-Related Eye Disease Study - AREDS) kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass die tägliche Einnahme von hochdosierten Vitaminen und Mineralstoffen das Risiko eines fortschreitenden Sehverlusts bei einer trockenen Makuladegeneration verringern kann. Getestet wurde eine Kombination aus Vitamin C und E, Beta-Carotin, Eisen und Zink. Ihr Augenarzt wird Sie zu geeigneten Präparaten beraten. Beachten Sie, dass Raucher und Ex-Raucher kein Beta-Carotin einnehmen sollten, da es das Risiko für Lungenkrebs bei dieser Personengruppe erhöhen kann. Weisen Sie Ihren Arzt deshalb auf einen eventuellen Tabakkonsum hin.

Therapie der feuchten Makuladegeneration

Bei der feuchten Makuladegeneration ist es besonders wichtig, die Erkrankung so früh wie möglich zu therapieren, um das krankhafte Gefäßwachstum möglichst schnell zu stoppen. An erster Stelle steht heute die sogenannte Anti-VEGF-Therapie, die die Gefäßneubildung hemmt. Bei der feuchten Makuladegeneration ist der Botenstoff VEGF (Abkürzung für vascular endothelial growth factor, zu Deutsch: Gefäßendothel-Wachstumsfaktor) dafür verantwortlich, dass Blutgefäße in die Makula einwachsen. Reißen diese Gefäße ein, tritt Flüssigkeit aus, die die Makula beschädigt und zu Vernarbungen führt. Die Anti-VEGF-Therapie wird vom Augenarzt direkt in den Glaskörperraum des Auges gespritzt. Die Therapie wird zunächst dreimal im Abstand von einem Monat durchgeführt.


Eine weitere Therapieoption besteht darin, mittels Laser undichte Gefäße unter der Netzhaut zu veröden. Das Risiko dieser Methode liegt in der möglichen Verletzung von gesundem Netzhautgewebe, was das Sehen unmittelbar verschlechtert. Die Lasertherapie kommt nur für Patienten infrage, bei denen die Gefäßveränderungen am Rand der Makula liegen. Der Augenarzt wird Sie beraten, welche Therapie sich für Sie am besten eignet. Derzeit werden zudem neue Therapieansätze wie Implantate mit speziellen Wirkstoffen, Bestrahlungen oder die Transplantation von Pigmentepithel- oder Netzhautzellen getestet. Diese Verfahren sind jedoch noch als experimentell anzusehen.

Hilfsmittel bei der altersbedingten Makuladegeneration

Viele Betroffene, die unter einer altersbedingten Makuladegeneration leiden, klagen vor allem über den Verlust der Lese- und somit auch der Schreibfähigkeit. Professionell angepasste vergößernde Sehhilfen können Patienten helfen, diese alltäglichen Tätigkeiten so gut wie möglich ausüben zu können. Genutzt werden die noch intakten Netzhautareale, die im äußeren Gesichtsfeld liegen. Für die Nutzung solcher Lesehilfen benötigen Patienten daher anfangs etwas Übung und Geduld.


Ihr Augenarzt kann für Sehbehinderte - egal, ob es sich um junge Menschen oder um Senioren handelt - spezielle Lesebrillen, Lupen oder auch elektronische Bildschirm-Lesegeräte verordnen. Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Bei Zweifeln sollten Sie direkt mit Ihrer Krankenkasse Kontakt aufnehmen und sich erkundigen, ob die Kosten für Lesehilfen nach ärztlicher Verordnung vollständig übernommen werden.

Foto: © Ljupco Smokovski - Shutterstock.com

Lesen Sie auch


Erstellt von Dr. Blattmann.
Das Dokument mit dem Titel "Lesehilfen bei altersbedingter Makuladegeneration" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.