Lungenentzündung: Risikofaktoren und Therapie

Juli 2017

Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) handelt es sich um eine Infektion der Lunge. Sie geht mit Husten, Fieber und in einigen Fällen auch einem schweren Krankheitsgefühl und Atemnot einher.


Was ist eine Lungenentzündung?

Bei einer Lungenentzündung entzündet sich das Lungengewebe. Ursache sind meist Bakterien, Viren oder in seltenen Fällen eine Pilzinfektion. Von einer Lungenentzündung sind nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder betroffen, da das Immunsystem beim Kind noch nicht so ausgereift ist. Zudem ist die Hygiene bei Kleinkindern häufig schwieriger einzuhalten, da sie oft Dinge in den Mund nehmen. Die Lungenentzündung ist die häufigste Atemwegserkrankung im Kindesalter.

Was ist eine nosokomiale Lungenentzündung?

Von einer nosokomialen Lungenentzündung spricht man, wenn ein Patient die Lungenentzündung im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes erworben hat. Besonders anfällig für solche Infektionen sind Patienten, die beatmet werden müssen. Nosokomiale Infektionen erfordern eine spezielle Therapie, da im Krankenhaus erworbene Infektionen vermehrt durch resistente Keime ausgelöst werden.

Ambulant erworbene Lungenentzündung

Wenn die Infektion nicht im Krankenhaus erworben wurde, spricht man von einer ambulant erworbenen Lungenentzündung.

Was ist eine Bronchopneumonie?

Von einer Bronchopneumonie spricht man, wenn sich aus einer absteigenden Bronchitis eine Lungenentzündung entwickelt, die vorrangig das Gewebe nahe der Bronchien betrifft.

Lungenentzündung - Symptome

Eine typisch verlaufende Lungenentzündung verursacht einen akuten Krankheitsbeginn und geht mit Fieber, Schüttelfrost, einem deutlichen Krankheitsgefühl und Husten mit eitriger Schleimbildung einher.

Eine atypische Lungenentzündung ist genauso gefährlich wie eine typische Lungenentzündung, verursacht jedoch mildere Symptome. Aus diesem Grund werden atypische Lungenentzündungen häufig erst spät erkannt und therapiert, was für den Patienten gefährlich sein kann. Eine atypisch verlaufende Lungenentzündung verursacht einen weniger akuten Erkrankungsbeginn, mäßiges Fieber, unproduktiven Husten (Husten ohne Auswurf) sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Lungenentzündung - Ursachen

Eine Lungenentzündung kann durch Bakterien, Viren oder in seltenen Fällen durch eine Pilzinfektion ausgelöst werden. Je nachdem, ob die Lungenentzündung nosokomial oder ambulant erworben wurde, kommt ein unterschiedliches Keimspektrum in Frage. Eine Lungenentzündung ist ansteckend, die Übertragung erfolgt über Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Erreger von ambulant erworbenen Pneumonien

Häufige Erreger von ambulant erworbenen Lungenentzündungen sind Pneumokokken, Haemophilus influenzae (Pfeiffer-Influenzbakterien), Chlamydia pneumoniae und Legionellen.

Erreger von nosokomial erworbenen Pneumonien

Häufige Erreger von nosokomialen Lungenentzündungen sind Pseudomonas aeruginosa, Enterobacter, E. coli, Proteus, Serratia und Klebsiella pneumoniae.

Lungenentzündung: Wer ist besonders gefährdet?

Ein erhöhtes Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken, haben Personen mit einer chronischen Lungenerkrankung oder einem geschwächten Immunsystem, Raucher, Alkohol- oder Drogenabhängige, Allergiker, kleine Kinder, ältere Menschen, bettlägerige Personen, Personen, die beatmet werden, auf einer Intensivstation liegen oder sonst lange im Krankenhaus bleiben müssen.

Lungenentzündung - Diagnose

Erste Hinweise, dass eine Lungenentzündung vorliegen könnte, liefert dem Arzt die Krankengeschichte bzw. Anamnese. Der Arzt wird Sie daraufhin körperlich untersuchen und die Lunge abhören. Bei einer Lungenentzündung lassen sich feinblasige Rasselgeräusche über der Lunge hören. Bei einer atypischen Lungenentzündung ist das Atemgeräusch jedoch meist unverändert. Der Arzt kann eine Blutuntersuchung anordnen, um das Blut auf Entzündungszeichen untersuchen zu lassen, die bei einer Lungenentzündung erhöht sind. Des Weiteren kann eine Röntgen-Thorax-Untersuchung angeordnet werden.

Lungenentzündung - Behandlung

Die Maßnahmen, die zur Behandlung einer Pneumonie ergriffen werden, hängen vom Auslöser der Erkrankung ab. Eine bakterielle Lungenentzündung wird mit Antibiotika therapiert. Die Auswahl des Antibiotikums ist dabei abhängig von den Erregern, der Schwere der Erkrankung und den individuellen Risikofaktoren des Patienten. Zudem können fiebersenkende und schleimlösende Mittel verordnet werden. Es ist außerdem wichtig, dass der Patient ausreichend trinkt (etwa 1,5 Liter pro Tag), um den Schleim zu verflüssigen und abhusten zu können.


Foto: © Luca Bertolli – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 14. Mai 2017 06:48 von SilkeCCM.
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