Welche Impfungen sind für Asthmatiker empfehlenswert?

September 2017

Asthmatiker und Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie einer COPD können besonders leicht schwere Atemwegsinfekte bekommen. Aus diesem Grund sollten sich Asthmatiker gegen einige Erreger durch eine Impfung schützen.


Die Grippeschutzimpfung

Auf Grund der hohen Empfindlichkeit der Bronchien sind Asthmatiker für Grippeviren besonders anfällig. Da ein Infekt den Gesamtzustand eines Asthmatikers rapide verschlechtern kann, sollten sich alle Asthmatiker gegen Grippe impfen lassen. Die Grippeschutzimpfung wird jährlich im Herbst angeboten und muss jedes Jahr aufgefrischt werden. Da es viele verschiedene Grippeviren gibt, werden die Impfstoffe jährlich an die aktuelle Erregersituation angepasst.

Die Impfung gegen Pneumokokken

Pneumokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und können schwere Erkrankungen wie Hirnhaut-, Lungen- oder Mittelohrentzündungen verursachen. Einige dieser schweren Infektionen können Folgeschäden hervorrufen oder sogar tödlich verlaufen. Besonders Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen über 60 Jahre und Menschen mit chronischen Erkrankungen sind durch eine Infektion mit Pneumokokken gefährdet. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diesen Personen - also auch Patienten mit Asthma und COPD - gegen Pneumokokken zu impfen.

Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Als Risiken und Nebenwirkungen können Beschwerden wie Rötungen, Schwellungen und Schmerzen in den Armen, Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Fieber auftreten. Menschen mit chronischen Erkrankungen sollen laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission mit einem speziellen Impfstoff (PPSV23) geimpft werden. An dieser Empfehlung gab es zuletzt von einigen Fachgesellschaften Kritik, die eher einen anderen Pneumokokken-Impfstoff (PCV 13) für diese Risikogruppe als geeignet ansehen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Impfung er Ihnen individuell anrät. Auf keinen Fall sollte eine notwendige Impfung für Risikopersonen durch die unterschiedlichen Empfehlungen versäumt werden.

Wie oft muss gegen Pneumokokken geimpft werden?

Für Patienten mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Lungenentzündungen wird eine Wiederholung der Pneumokokken-Impfung nach einem Zeitraum von mindestens sechs Jahren empfohlen. Für die Wiederholungsimpfung wird auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission der spezielle Impfstoff PPSV23 genutzt.

Kosten für die Impfungen

Bei einer medizinischen Indikation übernehmen in der Regel die Krankenkassen die Kosten für die Impfung gegen Grippe und Lungenentzündung (Pneumokokken). Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse.

Entsteht Asthma durch Impfungen?

Bei Impfgegnern hält sich hartnäckig die Vorstellung, Erkrankungen wie Asthma würden gerade durch Impfungen ausgelöst, da sich das Immunsystem von Kindern nicht ausreichend mit Erregern auseinandersetzen könne. Diese Vorstellung wurde nun durch eine groß angelegte Studie widerlegt. Forscher haben hierfür aus einer britischen Datenbank die Daten zu Impfstatus und Asthmasymptomen von 8700 Kindern ausgewertet. Beispielhaft betrachteten die Wissenschaftler die Impfung gegen Keuchhusten und den zeitlichen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Auftreten von asthmatischen Erkrankungen und Atemwegssymptomen. Die Studie belegt, dass jene Kinder, die nicht nach den gültigen Empfehlungen - also später als vorgesehen, inkomplett oder gar nicht - geimpft wurden, ein höheres Risiko für die Entwicklung von Atemwegserkrankungen haben. Es ließ sich jedoch nicht belegen, dass die Impfung Asthma verursacht.


Foto: © Alexander Raths – 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von Carlos-vialfa. Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 18. August 2017 09:53 von Dr. Blattmann.
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