Was ist ein Lymphom?

Juli 2017

Ein Lymphom bereitet häufig eher unspezifische Beschwerden. Aus diesem Grund wird die Diagnose oft zufällig, zum Beispiel durch ein auffälligen Blutbild, gestellt.


Lymphom: Definition und Ursachen

Der Begriff Lymphom ist eine Sammelbezeichnung für Lymphknotenvergrößerungen – egal ob gutartiger oder bösartiger Art.


Eine gutartige Vergrößerung der Lymphknoten entsteht durch Infektionen oder Entzündungsprozesse im Körper. Die Lymphknotenschwellung geht zurück, sobald der entzündliche oder infektiöse Prozess abklingt.

Zu den bösartigen Ursachen gehören Tumore des lymphatischen Systems. Diese werden als maligne Lymphome bezeichnet. Die Erkrankung geht von den sogenannten lymphatischen Organen, wie den Lymphknoten oder der Milz, aus oder betrifft die lymphatischen Zellen des Immunsystems. Man unterscheidet sogenannte Non-Hodgkin-Lymphome und Hodgkin-Lymphome.

Das Hodgkin-Lymphom

Das Hodgkin-Lymphom wurde im Jahr 1832 von Thomas Hodgkin entdeckt und wird aus diesem Grund auch als Morbus Hodgkin bezeichnet. Das Hodgkin-Lymphom ist ein bösartiger Tumor des Lymphsystems. Das Lymphsystem ist ein wichtiger Teil des körpereigenen Immunsystems.


Das Lymphsystem ist kein einzelnes Organ, sondern durchzieht als Netzwerk aus lymphatischen Organen, Lymphgefäßen und Lymphknoten den gesamten Körper. Da sich das Lymphsystem über den gesamten Körper erstreckt, kann das Hodgkin-Lymphom in verschiedenen Körperbereichen, zum Beispiel an den Lymphknoten am Hals oder am Schlüsselbein, auftreten.

Daneben kann ein Hodgkin-Lymphom auch in andere Körperteile einwachsen, etwa in die Knochen oder in die Lunge. In diesem Fall spricht man von einem sogenannten extranodalen Befall.

Die Therapie, Prognose und Heilungschancen richten sich danach, wie weit die Erkrankung ausgebreitet ist, wie viele Lymphknotenstationen betroffen sind und ob ein extranodaler Befall vorliegt.

Wer kann erkranken?

Die Erkrankung kann generell jeden treffen. Männer sind allerdings etwas häufiger betroffen als Frauen. Es gibt zwei Zeiträume, in denen die Krankheit besonders häufig auftritt: im dritten und im siebten Lebensjahrzehnt. Auch Kinder können erkranken.

Ursachen

Die Ursachen für die Enstehung des Hodgkin-Lymphoms sind bislang nicht vollständig geklärt. Allerdings ist bekannt, dass Personen, die am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt waren, ein erhöhtes Risiko für ein Hodgkin-Lymphom haben. Warum das Virus prädisponierend wirkt, ist noch unbekannt. Trotzdem haben 50 Prozent der Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom kein Pfeiffersches Drüsenfieber durchgemacht. Störungen im Immunsystem, zum Beispiel bei einer Immunsuppression oder einer HIV-Erkrankung, wirken ebenfalls prädisponierend.

Symptome

Ein Hodgkin-Lymphom kann zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Gewichtsabnahme und starkem Nachtschweiß führen. Die betroffene Lymphknotenregion kann stark anschwellen und grob tastbar weden (zum Beispiel am Hals, in der Leistengegend oder in den Achselhöhlen). Wenn Sie alle oder einige dieser Symptome feststellen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen!

Das Non-Hodgkin-Lymphom

Unter der Sammelbezeichnung Non-Hodgkin-Lymphome werden alle bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems zusammengefasst, die kein Morbus Hodgkin sind und zum Beispiel die lymphatischen Abwehrzellen (B- und T-Lymphozyten) umfassen. Deshalb sind Non-Hodgkin-Lymphome eine Gruppe verschiedener Erkrankungen, deren Therapie und Prognose sich stark unterscheiden.


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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 26. Juni 2017 22:24 von SilkeCCM.
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