Die Divertikulitis

August 2017

Die Divertikulitis ist eine Erkrankung des Darms, bei der sich Ausstülpungen in der Darmwand entzünden.


Was sind Divertikel?

Als Divertikel bezeichnet man Ausstülpungen der Darmschleimhaut, die vor allem an strukturschwachen Stellen in der Darmwand auftreten. Divertikel können sich vor allem im Dickdarm bilden, der Dünndarm ist seltener betroffen. Sind viele Divertikel vorhanden, spricht man von einer sogenannten Divertikulose. Divertikel allein haben keinen Krankheitswert.

Was ist eine Divertikulitis?

Bei einer Divertikulitis entzünden sich Ausstülpungen in der Darmschleimhaut. Dies kann zum Beispiel dann geschehen, wenn sich Nahrungsbestandteile oder Stuhl in den Divertikeln festsetzen. In den meisten Fällen (zu rund 75 Prozent) liegt eine unkomplizierte Divertikulitis vor. Das bedeutet, dass die Entzündung zwar Schmerzen bereitet, aber dass keine Komplikationen oder Darmwandschäden auftreten. In diesem Fall ist eine medikamentöse Therapie ohne operative Sanierung möglich.


Bei einer komplizierten Divertikulitis treten hingegen Komplikationen wie Fisteln, Abszesse, eine Perforation (ein Loch in der Darmwand) oder ein Darmverschluss auf. In diesem Fall muss eine chirurgische Therapie erfolgen.

Symptome bei einer Divertikulitis

Je nach Schweregrad der Entzündung leiden Betroffene unter Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und/oder Blähungen. Die Schmerzen treten meist im linken Unterbauch auf, da die Darmwand dort am häufigsten von Divertikeln betroffen ist. In einigen Fällen ist außerdem eine "walzenförmige" Schwellung über dem betroffenen Darmabschnitt tastbar.

Divertikulitis – Diagnose

Eine Divertikulitis lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomografie des Bauches diagnostizieren. Außerdem werden die Entzündungswerte durch eine Blutentnahme kontrolliert. Die Entzündungswerte sind bei einer Divertikulitis erhöht.


Eine Darmspiegelung darf bei Verdacht auf eine akute Divertikulitis nicht durchgeführt werden, da das Risiko eines Darmdurchbruchs gegeben ist. Ist die Divertikulitis ausgeheilt, sollte jedoch eine Darmspiegelung gemacht werden, um andere Ursachen der Erkrankung (zum Beispiel chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder Tumore) auszuschließen.

Wie wird eine Divertikulitis behandelt?

Leichte Verläufe

Eine leichte Divertikulitis kann in der Regel ambulant behandelt werden. Der Arzt wird ein Antibiotikum verordnen, um die Entzündung zu therapieren. Vorübergehend sollte auf Nahrung verzichtet werden. Beim Abklingen der Beschwerden erfolgt zunächst ein Kostaufbau über flüssige, breiige Kost (Suppen, Pürees) bis hin zu einer normalen Ernährung. Der Kostaufbau gelingt in der Regel binnen einer Woche. Bei erneutem Auftreten der Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bessern sich die Beschwerden nicht, muss der Patient ins Krankenhaus eingewiesen werden.


Um ein erneutes Auftreten der Erkrankung zu verhindern, sollten Menschen, die unter einer Divertikulitis leiden, eine ballaststoffreiche und faserarme Ernährung einhalten.

Schwere Verläufe

Eine schwere Divertikulitis muss im Krankenhaus behandelt werden. Betroffene müssen vorübergehend auf Nahrung verzichten und werden über die Venen ernährt. Zudem erfolgt eine intravenöse Antibiotikatherapie. Kommt es zu komplizierten Verläufen (zum Beispiel Blutung, Darmdurchbruch, Bauchfellentzündung), muss der betroffene Darmabschnitt operativ versorgt werden.


Foto: © Roberto Biasini - Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 24. April 2017 10:03 von SilkeCCM.
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